Mittwoch, 28. Dezember 2011

Devils Kiss – Robert Gregory Browne

Audible, ungekürzt, gelesen von Erich Räuker

Ich geb es zu, ich wäre bestimmt nicht bei diesem Hörbuch gelandet, wenn es nicht umsonst gewesen wäre. So aber, nun, es fängt mal richtig 08/15 an und ich dachte schon ‚na, wieder so ein Polizei-Verschwörungs-Einerlei’. Tja, aber dann wird es richtig schön okkult und geheimnisvoll und ich konnte gar nicht aufhören, es zu hören.

Doch, es hat mir gefallen, dieses Hörbuch. – allerdings ist der Sprecher ein Kapitel für sich. Aber das verliert sich im Laufe des Lesens bzw. Zuhörens, denn mal ehrlich, wer hört noch den Sprecher, wenn es richtig zur Sache geht ;)
(in meiner nächsten Hörbuch-Rezension werde ich allerdings das Gegenteil behaupten, seid also gespannt)

Absolute Empfehlung, vor allem, weil gratis!

Dienstag, 27. Dezember 2011

Zeiten Zauber – Die magische Gondel von Eva Völler

Kindle

Ja, manchmal muss es mal wieder ein Jugend- oder sollte ich besser ein Mädchenbuch schreiben? sein.
Und das hier ist gar nicht so mädchenhaft geschrieben. Es unterhält mit einer guten Idee, die gut umgesetzt wird, Spannung und Mitfiebern kommt auf, Unterhaltung war gegeben. Dazu noch eine gehörige Portion Hintergrundwissen – doch, mir hat das Buch gefallen.

Irgendwann wird es bestimmt eine Fortsetzung geben, interessiert bin ich auf alle Fälle!

Montag, 12. Dezember 2011

Dreh dich nicht um – Karin Slaughter

Taschenbuch, geliehen

Kann man bei einem Verlag wie rororo eigentlich nicht erwarten, dass alle Buchstaben und alle Worte vorhanden sind, die es braucht, um einen Satz beim ersten Lesen zu verstehen? Nun, die Zeiten sind wohl schon länger vorbei, denn immer wieder stolpere ich (auch bei anderen Verlagen) über solche Mängel. Obwohl die Tageszeitung noch schlimmer ist.

Ansonsten hat mir das Buch wirklich gefallen, vielleicht, weil dort Dinge beschrieben werden, die ich einigermaßen nachvollziehen kann. Viel Psychologie, mehr noch als bei den Vorgängern, aber das passt ins Bild. Die Auflösung hatte ich vom Hörbuch noch in Erinnerung, deshalb eher uninteressant für mich.

Aber dann, das schlussendliche Ende, das hat mich umgehauen und ich hatte ein richtig fieses Grinsen im Gesicht. Sorry, aber manchmal kann es auch ruhig etwas gerecht zugehen auf der Welt. Und das moralische Entsetzen hält sich definitiv in Grenzen!

Eine in meinen Augen rundum gelungene Fortsetzung!

Sonntag, 11. Dezember 2011

Wintergeister - Kate Mosse

Audible, ungekürzt, gelesen von Reinhard Kuhnert

Irgendwie hat mich diese Geschichte an ‚Sturmhöhe’ erinnert – so nach dem Motto ‚ein Wanderer kommt in eine seltsame Gegend’.
Auch vom Stil her wird hier etwas altertümlich erzählt, ruhig irgendwie und antiquiert.

Mir hat es gefallen, weil es einfach anders ist und sehr interessant und an manchen Stellen geradezu spannend. Die traurige Geschichte dahinter hat mich berührt und mir den Schrecken der Tat verdeutlicht (es ist ganz schön schwer, nichts zu verraten ;))
Und das ist das seltsame an der Sache: ich lese Thriller und das Schicksal des Opfers berührt mich nur am Rande, wenn überhaupt, und dann kommt diese kleine Geschichte daher und ich hätte beinahe Rotz und Wasser geheult, weil es so schrecklich ist. Vielleicht, weil sie durchaus wahr sein könnte. Oder weil sie einfach gut erzählt ist.

Empfehlung?
Nichts für zarte, unbedarfte Gemüter, die die schnelle Unterhaltung suchen. Für alle anderen absolut hörenswert!

Samstag, 10. Dezember 2011

Die Seelen der Nacht – Deborah Harkness

Audible, ungekürzt, gelesen von Dana Geissler

Ich hatte so gehofft…
Und wurde natürlich enttäuscht. Nein, ich mag diese Vampirgeschichten einfach nicht. Auch wenn es hier hauptsächlich um Hexen geht. Aber diese Romantisiererei geht mir einfach gegen den Strich und auf die Nerven.
Wenige spannende Stellen, wenig Humor, nur der düstere Vampir und die unbedarfte Hexe mit ihren Fähigkeiten, die sie erst entdecken muss und doch nicht kann und dann wieder der düstere Vampir, der von inneren Konflikten beinahe zerrissen würde, wäre er nicht quasi unsterblich.
Aber man bemüht sich um Offenheit…

Nein, dieses Genre ist nichts für mich und ich sollte einfach die Finger davon lassen.

Empfehlung?
Wer die romantische Verklärtheit braucht und sie am liebsten mit Vampiren, Hexen und Dämonen erleben möchte, ist hier genau richtig.
Für alle anderen: Vorsicht, Biss-Gefahr ;)

Freitag, 9. Dezember 2011

Ehehölle – Magdalena Graaf

Taschenbuch

Nein, ich mag keine ‚wahren Geschichten’. Aber das Buch ist ein ‚Zugeflogenes’, also habe ich mich mal daran begeben.

Schöne Aussage im Nachwort: ich bin keine Schriftstellerin.
Nein, das ist Frau Graaf nicht. Ist aber auch nicht so schlimm.
Herausgekommen ist eh ein Buch, das mich mit zwei Gedanken zurücklässt: ‚wie kann man so blöd sein?’ und ‚warum kann ich es einfach nicht nachvollziehen?’.
Im Grunde ein Buch, das ich definitiv nicht brauche. Allein die Anklage gegen die oft gedankenlose Staatsmacht (hier gibt es wohl einiges zu tun und zu überdenken, denn ich glaube nicht, dass es in Deutschland anders ist) ergibt für mich einen Sinn – auch wenn man dann das Potential der Bekanntheit anders nutzen könnte.

Was mich richtig geärgert hat war das rosarote Ende. Friede, Freude, Eierkuchen? Also ehrlich, mit mir nicht!

Alles in Allem ein Buch, das bedeutend mehr verspricht, als es hält, und eine Menge stilistischer Fehlleistungen enthält, logische sowieso.
Mehr Erfahrungsberichte brauche ich in nächster Zeit nicht!

Vergiss mein nicht – Karin Slaughter

Taschenbuch

Neuer Rekord: bereits auf Seite 66 ‚wusste’ ich, wer beteiligt war, meine Güte! Obwohl das vor dem Hintergrund der Erkenntnisse der letzten Jahre wohl auf der Hand liegt.

Aber es ist ein spannendes, fesselndes Buch und eine Geschichte, die unter die Haut geht.
Am besten gefallen mir jedoch die Stammcharaktere, deren Entwicklungen und Beziehungen hier weiter beschrieben werden. Ja, sie können einem ans Herz wachsen.
Zu meinem Glück habe ich in meinem Bekanntenkreis jemanden, der mir freundlicherweise die nächsten Bände geliehen hat, es geht also weiter.

Insgesamt kann ich nur bestätigen, was der erste Band versprochen hat: gute, spannende Unterhaltung an der Grenze des Erträglichen – ich hoffe, es werden niemals Tiere gequält, dann müsste ich dankend verzichten. Doch, auch ich habe meine Grenzen!
Was jetzt auch irgendwie seltsam ist und mir vor Augen führt, wie unterschiedlich die persönlichen Gewichtungen und Schmerzgrenzen gelagert sein können. So wird ein ‚einfacher’ Thriller zu einem Spiegel, der einem vorgehalten wird und der zeigt, inwieweit man durch Filme, Bücher und auch Tatsachenberichte im gewissen Maße abgestumpft ist.
Solche Dinge passieren, jeden Tag, überall, nicht mir, aber anderen. Und ganz ohne Zweifel gab es das schon immer. Darüber zu lesen, vor allem mit dem Bewusstsein, dass es sich um bloße Fiktion handelt, lässt einen zwar erschaudern und dankbar für die eigenen Lebensumstände sein, aber mehr auch nicht.
So lieben wir wohl den Kitzel in dem Bewusstsein, dass am Ende Alles gut wird, wenn auch nicht für alle Beteiligten, aber das gehört dazu.
Aber jeder hat seinen wunden Punkt.

Ich werde berichten, wenn meiner erreicht ist!

Dienstag, 6. Dezember 2011

Ich habe sie geliebt – Anna Gavalda

Taschenbuch

Wieder eines von den ‚zugelaufenen’ Bücher. Und selbst gekauft hätte ich es mir auch bestimmt nicht, obwohl mir die Autorin in letzter Zeit ab und zu unter die Augen kam und ich ein bisschen neugierig war.

Tja, und was soll ich jetzt darüber schreiben?
Meine Gefühle sind gemischt.
Einerseits finde ich es befremdlich, das Thema ‚Ehebruch’ so darzustellen. Das widerspricht meiner Überzeugung.
Auf der anderen Seite war es interessant, die Argumentation zu erleben.
Geschrieben ist es in einem sehr guten Stil, wie ich finde. Die ständigen Absätze haben mich irritiert und scheinen eher dazu geeignet, Seiten mit Leerräumen zu füllen, wenn die Worte nicht reichen wollen.

Eine Empfehlung fällt mir schwer.
Mein Ding ist es nicht, aber es gehört bestimmt zur ‚besseren’ Literatur.

Samstag, 3. Dezember 2011

Frevel – Tom Egeland

Taschenbuchausgabe

Ein ziemlich deprimierendes Buch – vom Stil her. Leise Töne, innere Konflikte und eine Lebensgeschichte, die es in sich hat.
Außerdem jagt eine Lügengeschichte die nächste, was einem als Leser doch ziemlich verwirren kann.

Dieses Buch wird mit ‚Sakrileg’ verglichen, auch vom Autor selbst, aber ‚Frevel’ gefällt mir besser. Es ist nicht so amerikanisch-actionlastig, und doch spannend, oder eher: fesselnd. Die Verfolgungsjagden sind eher langsam, weil zufuß, die ‚Bösen’ nicht so richtig böse, und am Ende löst sich doch Alles auf, oder auch nicht!

Die Charakteren und ihre Geschichten haben mich überzeugt, auch die Nebendarsteller, die einem richtig ans Herz wachsen können.

Kurzum, ein Buch, das ich ohne Bedenken weiter empfehlen kann, vielleicht aber nicht unbedingt an Leser, die viel Action in einem Buch brauchen ;)

Belladonna – Karin Slaughter

Taschenbuchausgabe

Nach den ersten Seiten hatte ich das Gefühl, dieses Buch schon einmal gelesen zu haben, obwohl die Handlung nicht exakt in meine Erinnerung passte. Aber siehe da, ich hatte vor einiger Zeit den übernächsten Band gehört. Leicht irritiert denke ich, dass Karin Slaughter ihre ‚Helden’ immer ähnliche Abenteuer bestreiten lässt. Und ob mir das gefällt, weiß ich nicht.

Aber nun zu diesem Buch: Natürlich ist es spannend, solide geschrieben, gute Charakterenzeichnung und überhaupt das, was man von einer Bestseller-Autorin erwarten darf. Aber, und das ist ein großes aber, wenn ich auf Seite 200 (bei insgesamt über 400 Seiten) schon stark vermute, wer der Mörder ist, dann ist das Ende wohl kaum überraschend. Das hat mich sehr enttäuscht. Denn natürlich rät man immer mit, stellt Vermutungen an und versucht, Fäden zu verknüpfen, aber (oh, schon wieder), wenn man mit der einfachen Masche ‚wer kann es eigentlich auf gar keinen Fall gewesen sein’ zum Erfolg kommt, dann ist das lächerlich und beleidigt mich fast als Leser.

Trotzdem war es spannend.
Und ich habe mir sofort den nächsten Band bestellt.

Empfehlung?
Wer Einheitskost mit einem gewissen Maß an Brutalität mag, ist hier gut unterhalten.

Was sagt das jetzt über mich aus? ;)

Trucker/ Wühler/ Flügel – Terry Pratchett

Audible, ungekürzt, gelesen von Rufus Beck

Ich mag Terry Pratchett, obwohl ich mich nie so richtig für seine Scheibenwelt-Bücher begeistern konnte. Das liegt aber eher daran, dass ich nie den Anfang fand, sondern immer irgendwie in der Mitte landete. Wie dem auch sei, ich mag seinen Humor, der mich stark an Douglas Adams erinnert.

Und dann traf ich auf die Nomen-Trilogie und wusste: hier kann ich anfangen und auch beenden.
Obwohl ich so meine Probleme mit Rufus Beck habe (alle Teile von Harry Potter und Artemis Fowl – irgendwann will man Hagrid nicht mehr hören!)

Alle drei Teile sind ganz wundervoll, humorvoll, wortwitzig (obwohl ‚heilige Socken’ im englischen verständlicher und witziger ist!) und überhaupt umwerfend!

Für alle Fans des etwas spinnerten englischen Humors ganz bestimmt ein Muss, für Phantasy-begabte sowieso. Ich jedenfalls war rundum begeistert und habe jede Minute genossen, auch dank Rufus Beck, der sich ungewohnt aber passend zurückhält.

Sonntag, 27. November 2011

Die Arche – Boyd Morrison

Kindle

Das ist mal ein richtig runder, ja, was?
Wahrscheinlich läuft das wieder unter Wissenschaftsthriller, auch gut.
Jedenfalls fand ich das Buch super spannend und unterhaltsam. Die Charakteren sind nicht überspitzt, aber natürlich sind Held und Heldin gutaussehend, intelligent und mutig – sonst würde es ja auch nicht funktionieren ;)
Und die Bösewichte sind böse (und ziemlich wahnsinnig), so muss das halt sein.
Aber die Geschichte ist gut durchdacht, die Geschehnisse (für mich) logisch und die ‚Auflösung’ faszinierend.

Insgesamt ein gutes, unterhaltsames Buch ohne Hänger. Manchmal kommt man kurz zum Durchatmen, aber Langeweile kommt nicht auf.
Ich fand es gut!

Schicksal! – S.G. Browne

Audible, ungekürzt, gelesen von Simon Jäger

Um es auf den Punkt zu bringen….
Dieser Satz zieht sich wie ein rotes Band durch das Hörbuch – wobei das Schicksal eher selten auf den Punkt kommt. Es wird palavert, rumgehangen, gegessen, gehasst und geliebt. Lebensweisheiten werden verteilt wie Brot in der Suppenküche, geschichtliche Hinweise eingestreut wie Hühnerfutter.

Zwischendurch fand ich es extrem langweilig, echt ehrlich.

Simon Jäger liest gewohnt routiniert und gut, das hat mir gefallen.

Ob ich das Hörbuch empfehlen kann?
Wem ‚Gott bewahre’ gefallen hat, wird hier wohl eher enttäuscht. Denn wirklich lustig ist das Schicksal! nicht.
Andererseits hat es durchaus seine Höhepunkte (muss ich jetzt rot werden?) und verbreitet gute, solide Weisheiten. Ein Buch, das einem im Zweifelsfall über das eigene Leben (Schicksal?) nachdenken lässt. Und schaden kann das ja nicht!

Dienstag, 22. November 2011

Dackelblick – Frauke Scheunemann

Kindle

‚Wer keine Ahnung von Hunden hat, wird sich falsche Vorstellungen machen.’ Das war mein erster Gedanke.
Denn abgesehen von eklatanten Fehlern und purer Unwissenheit in Bezug auf Tierheime, Züchter, Verantwortung und überhaupt, wird der kleine Dackel nebst Kater dermaßen mit menschlichen, sprich intelligenten, Eigenschaften ausgestattet, dass es einen graust.
Allein bei den Szenen, in denen Dackelchen mal eben quer durch die Stadt zum Tierarzt geht, stand mir der kalte Angstschweiß auf der Stirn. Von anderen Ausflügen mal ganz abgesehen. Und ich will hier gar nicht von dem Sprung vom Balkon…

Statt Hund und Katz hätte Frau Scheunemann auch Elfen und Trolle benutzen können, wäre genauso realistisch wie ihre Tierdarstellung.

Auf der anderen Seite ist es ein nettes, unterhaltsames Buch mit einem großen Unterhaltungsfaktor. Wer also einfach mal nicht darüber nachdenken will, warum der eigene Hund mal wieder an der Leine zieht und was irgendein Hundeflüsterer gerade von sich gegeben hat, dem kann ich dieses Buch wirklich empfehlen. Fantasy ist ja auch ein schönes Genre.

Nur bitte, bitte, bildet euch nicht ein, ein Dackel kann eure Beziehungsprobleme beheben. Und wenn ihr euch nicht davon abbringen lasst, nun, dann nehmt wenigstens einen Hund aus dem Tierheim, die haben genug davon! ;)

Samstag, 19. November 2011

Träumst du noch oder küsst du schon? – Alexandra Potter

Gedruckte Version

Tja, das ist also mein letztes original und neu gekauftes Buch.
Drauf gekommen bin ich, weil ich eine Leseprobe fand, und die hat mich einfach angesprochen.
Es ist heiter-locker-flockig erzählt, ein typisches Frauenbuch und damit genau richtig für einen sonnigen Urlaub oder einen verregneten Sonntagnachmittag. Einfach gute Unterhaltung mit Happy End (das sich schon etwa ab Seite 200 glasklar abzeichnet).

Empfehlung?
Wer dieses Genre mag, mag wohl auch dieses Buch.

Donnerstag, 10. November 2011

Kein Sterbenswort – Harlan Coben

Audible, gekürzt, gelesen von Detlef Bierstedt

Interessante Geschichte, aber reichlich verworren.
Trotzdem gute Unterhaltung, wie ich das inzwischen von Harlan Coben gewöhnt bin.

Empfehlenswert?
Mit Einschränkungen – mich hat dieses Hörbuch nicht wirklich in den Bann gezogen.

mord.net - Dag Öhrlund

Audible, ungekürzt, gelesen von Martin Kessler

Seltsamerweise vertauschen sich hier die Sympathien. Einzelschicksale werden herausgegriffen und bis in das letzte Detail beschrieben und man (also ich) habe Mitgefühl mit Menschen, die ich sonst eher abstoßend finden würde. Wieso fiebert man mit einem Pädophilen mit?
Dabei ist absolut nachvollziehbar, warum die Menschen sterben müssen.
Moralisch gesehen, ein absolut richtiges Buch, aber…

Mich hat es ein wenig verstört, wie sehr der Autor meine Emotionen manipuliert hat.
Allein der Gedanke ‚so schlecht ist das mit dem mord.net nicht’ ist natürlich Blödsinn, aber ich habe mal überlegt, ob ich auch einen Menschen kenne, der das ‚verdient’ hätte, das hat mich in Bedrängnis gebracht.
Tyrannenmord, Selbstjustiz, wer darf entscheiden über Leben und Tod?
Dag Öhrlund beendet das Buch ohne wirkliche ‚Erlösung’ aus diesem Dilemma, und das nehme ich ihm übel.

Auf der anderen Seite ist es eine äußerst brutale Geschichte, es wird gemordet, vergewaltigt, gefoltert, verstümmelt. Und zwar ständig und überall.

Was mich gestört hat waren die Passagen, in denen die ‚Gesetzeshüter’ ihren Platz hatten. Sie wirkten auf mich eher farblos. Vielleicht konnte ich mich deshalb besser mit den ‚Opfern und Tätern’ identifizieren.

Insgesamt nichts für schwache Nerven und für gemütliche Nachmittage. Mich hat das Buch zum Nachdenken angeregt, wenn mir auch die Richtung nicht gefällt!

Sonntag, 30. Oktober 2011

Irgendwann holt es dich ein – Jane Hill

Kindle

Mir war nach Thriller, und bei diesem Buch bin ich gelandet, nun ja.
Vielleicht ist es eher ein Krimi, noch dazu ein englischer.
Es plätschert so dahin, dreht sich um eine einzige Frage und bleibt, bis auf wenige Ausnahmen, eher unspannend. Dafür gibt es Charakterstudie, nein, Mehrzahl, Charakterstudien. Ohne Ende wird hier psychologisiert. Und ach wie schrecklich war doch… und ist immer noch…

Überzeugt hat mich dieses Buch nicht, es wird mir auch nicht im Gedächtnis bleiben.


29.08.2015: Tja, irgendwie ist es das doch! ;)

Jo Raketen Po – Pinkus Tulim

Audible, ungekürzt, gelesen von Christoph Maria Herbst

Was für ein herrlicher Blödsinn!
Und wie genial vorgelesen!

Ich habe Tränen gelacht und war fasziniert von der Vorlese-Leistung.

Rundum klasse!

Der Keller (Beast House Chronicles 1) – Richard Laymon

Audible, ungekürzt, gelesen von Uwe Teschner

Zuerst zum Vorleser: meine Güte, der schauspielert bis zum Erbrechen. Warum muss das Mädchen so eine nervige Zickenstimme haben? Ich hätte ihr am liebsten zwischendurch den Hals umgedreht, echt ehrlich!

Allerdings passt das dann zur Gesamtaussage dieses Hörbuches. Hier wird gemordet und missbraucht, dass es jeden Splatterfilm vor Neid erblassen würde. Die Einstufung ‚ab 18 Jahren’ ist nicht ohne Grund gesetzt und das ist gut so.

Obwohl ich zugeben muss, dass die Gewalt nicht bis ins letzte Detail beschrieben wird, hier setzt der Autor wohl auf das Kopfkino des Lesers/Hörers.

Insgesamt ein Hörbuch, das meine Nerven nicht über die Maßen strapazierte, aber doch, nun, mir war nach Brutalität, und die bekam ich.

Ob ich mir die Fortsetzung anhören werde, weiß ich noch nicht, vielleicht, wenn mir wieder danach ist?

Freitag, 28. Oktober 2011

Herr aller Dinge – Andreas Eschbach

Audible, ungekürzt, gelesen von Sascha Rotermund

Andreas Eschbach mag das Spiel ‚was wäre, wenn…’ und kann sich (und dem Leser) dabei manchmal nicht den moralischen Zeigefinger sparen. Das muss man mögen. Und auch die teilweise langweiligen Passagen, in denen eigentlich wenig geschieht (im Gegensatz zu den actionlastigen, die es auch gibt), denn sie gehören zu der Geschichte, die Eschbach erzählt. Nicht zu vergessen die ganz leicht den Kitsch touchierenden Szenen, die wohl einfach dazu gehören.

Sascha Rotermund liest gut und routiniert, sehr angenehm.

Ich mag die Gedankenkonstrukte in diesem Buch und ich gestehe einem Autor zu, dass er sein eigenes Tempo hat, um seine Geschichte zu erzählen, deshalb hat mich das Buch gut unterhalten. Es ist ein ‚typischer Eschbach’, schön geschrieben und auf eine realistische Art und Weise phantastisch.
Man muss sich nur drauf einlassen.

Die mit dem Hund tanzt – Maike Maja Nowak

Onleihe

Natürlich lese ich als Hundebesitzer Bücher von Leuten, die über Hunde schreiben. Und wenn da der eine oder andere gute Rat abfällt, ist das in Ordnung.
Aber was ist das hier für ein Buch?

Es werden Geschichten von Hund und Mensch erzählt, ein bisschen Hundeflüsterei ist dabei, ein bisschen ‚ich hab den Stein der Weisen gefunden’. Aber trotzdem ist es nett.
Vielleicht, weil die Botschaft so einfach ist: lass den Hund Hund sein!

Und die Geschichten sind toll. Ich habe gelacht und geweint, manchmal gleichzeitig. Manchmal war ich auch fassungslos über den komplizierten Mensch, der sich Strategien ausdenkt, wo ein einfaches Reagieren ausreicht. Ein Wort, eine Geste, keine Gruppendiskussion mit Erdbeertee.

Ich fand es sehr unterhaltsam und es bestätigt meine eigene Erkenntnis: Ruhe und Gelassenheit sind förderlich!
Und wie in diesem Buch über die Probleme anderer zu lesen, zeigt mir am Ende nur, dass wir definitiv keine Probleme haben. Jedenfalls keine, mit denen ich nicht leben könnte ;)

Mittwoch, 19. Oktober 2011

Auch Geister sind romantisch – Meg Cabot

kindle

Der 6. und letzte Teil der Susannah-Reihe.
Und ein würdiger Abschluss, denn es gibt natürlich ein Happy End – wer etwas anderes erwartet hat, kennt dieses Genre nicht ;)

Etwas für einen langweiligen Nachmittag, pure Unterhaltung und ein bisschen Seufzen. Ja, es kann so schön sein.

Warum ich ab und zu (oder auch ziemlich häufig) bei Kinder- und Jugendliteratur lande?
Weil man dabei nicht denken muss, sondern einfach unterhalten wird. Weil es mich in meine eigene Kindheit und Jugend versetzt, als ich noch jung und unschuldig war und die Welt noch in Ordnung.
Und dazu gehört ein leichtes Buch, eine Tasse Kaffee und ein wenig Gebäck.
Die moderne Frauenunterhaltungsliteratur schafft das seltsamerweise meist nicht.

Empfehlenswert?
Für mich ein klares ‚ja’.

Die Stadt der träumenden Bücher – Walter Moers

audible, ungekürzt, gelesen von Dirk Bach

Ich mag Dirk Bach, er ist ein toller Typ und überhaupt. Aber ihn 17 Stunden und 40 Minuten im Ohr zu haben, ist stellenweise extrem nervig. Er schauspielert sich um Kopf und Kragen, liest manchmal so leise, dass ich nichts mehr verstanden habe, dann wieder so schrill, dass ich einen Hörsturz befürchtete.
Andererseits macht es Spaß, ihm zuzuhören.
Ein Widerspruch, sicherlich, aber so empfinde ich es einfach.

Die Geschichte ist interessant, spannend, lustig (an einer Stelle musste ich so laut lachen, zum Glück war niemand in meiner Nähe), verzwickt und verwinkelt. Und völlig abgedreht. Allein die Namen der Autoren und die Titel der Bücher haben so manchen Knoten in meinen Gehirnwindungen verursacht – ein Feuerwerk der Phantasie. Das ist schön und macht Spaß.

Empfehlung?
Wer Dirk Bach mag, ist hier genau richtig.
Wer ihn nicht mag, sollte verzichten und das Buch selbst lesen.

Die Stadt der träumenden Bücher – Walter Moers

audible, ungekürzt, gelesen von Dirk Bach

Ich mag Dirk Bach, er ist ein toller Typ und überhaupt. Aber ihn 17 Stunden und 40 Minuten im Ohr zu haben, ist stellenweise extrem nervig. Er schauspielert sich um Kopf und Kragen, liest manchmal so leise, dass ich nichts mehr verstanden habe, dann wieder so schrill, dass ich einen Hörsturz befürchtete.
Andererseits macht es Spaß, ihm zuzuhören.
Ein Widerspruch, sicherlich, aber so empfinde ich es einfach.

Die Geschichte ist interessant, spannend, lustig (an einer Stelle musste ich so laut lachen, zum Glück war niemand in meiner Nähe), verzwickt und verwinkelt. Und völlig abgedreht. Allein die Namen der Autoren und die Titel der Bücher haben so manchen Knoten in meinen Gehirnwindungen verursacht – ein Feuerwerk der Phantasie. Das ist schön und macht Spaß.

Empfehlung?
Wer Dirk Bach mag, ist hier genau richtig.
Wer ihn nicht mag, sollte verzichten und das Buch selbst lesen.

Sei schlau, stell dich dumm – Daniela Katzenberger

audible, ungekürzt

Nur mal so zwischendurch, immerhin ist dieses Hörbuch bloß 1 Stunde und 50 Minuten lang.
Ab und zu blinkt ein bisschen Schicksal durch die Schichten von Make Up und rosafarbene Brille auf, dann wird es sehr persönlich und auch tragisch. Die arme Katze!

Ansonsten ist diese Biographie genauso, wie man die Blondine kennt, locker-flockig, manchmal erschreckend ‚weise’ und doch immer irgendwie liebenswert.

Ich hätte mir mehr Hintergrundinformationen gewünscht. So bleibt es einfach unterhaltsam. Vielleicht macht sie das in 20 Jahren.

Empfehlung?
Man muss die Frau mögen, dann ist es interessant.

Montag, 17. Oktober 2011

Kriegsenkel – Sabine Bode

gebundene Ausgabe

Durch Zufall stolperte ich über dieses Buch und bekam die Möglichkeit, es zu lesen.
Schon nach den ersten Sätzen wurde mir klar, dass ich dieses Buch nicht einfach mal so lesen würde.
Ich las es bei der Arbeit, nahm es auch an meinen freien Tagen nicht mit nach Hause und jetzt liegt es in einem Luftpolsterumschlag verpackt auf dem Küchentisch.

Und ich weiß, warum ich keine ‚Erfahrungsberichte’ lese.
Sie gehen mir zu nahe!

Mich hat das Buch zum Nachdenken über meine eigene Geschichte gebracht, und das tut verdammt weh. Zumal ich nur noch wenige habe, die ich fragen kann.

Empfehlung für alle Kriegsenkel (die etwa 35 bis 50 jährigen), die sich fragen, warum sie so sind, wie sie sind.
Aber auch für alle, die mit Kriegsenkeln zu tun haben und sich über deren Verhalten wundern.

Eine Frage bleibt: hatte ich überhaupt eine Chance?

Donnerstag, 13. Oktober 2011

Die Auserwählten – A. J. Kazinski

audible, ungekürzt, gelesen von David Nathan

Interessante Idee, gut umgesetzt, hat spannende Stellen.
Was mich irritiert hat, waren gewisse Sprünge in der Handlung, die sich dann erst erklären mussten. Bin ich in der Form nicht (mehr) gewöhnt, da länger nicht mehr erlebt.

Insgesamt hat mich das Buch gut unterhalten.

Mehr fällt mir tatsächlich nicht zu diesem Buch ein, was mich ein bisschen erschreckt, immerhin waren es 15 ½ Stunden.

Samstag, 8. Oktober 2011

Dumm gelaufen: 600 Missgeschicke mit Todesfolge – Cynthia Ceilan

kindle

Zwischendurch brauche ich einfach mal etwas, nun, soll ich wirklich sagen: Lustiges!?

Fest steht, es ist unglaublich, wie manche Menschen zu Tode kamen (und wahrscheinlich auch in Zukunft kommen). Angefangen bei Unglücksfällen, oder deren Verkettung, bis hin zu einfacher Dummheit, der Mensch lässt nichts aus. Und schön sind auch ein paar letzte Worte. Man sollte frühzeitig darüber nachdenken ;)

Unterhaltsame Lektüre für nebenbei, denn auch der Tod hat seine humorigen Seiten, wenn die auch tiefschwarz sind!

Den letzten beißen die Schafe – Oliver Dierssen

kindle

Kurz ist die Geschichte, ein bisschen abgedreht, und äh, ja, kurz. Genau das Richtige, wenn man eh bald ins Bett muss.
Nette Unterhaltung zum Ende des Tages.

Was genau ich allerdings von Oliver Dierssen halten soll, weiß ich noch nicht so genau. Jedenfalls hat er Phantasie!

Der gläserne Fluch – Thomas Thiemeyer

audible, gekürzt, gelesen von Dietmar Wunder

Dies ist der dritte Teil der Weltensucherchronik. Bin gespannt, ob und wann es eine weitere Folge gibt. Ich hätte nicht gedacht, dass mich Abenteuerromane a la Jules Verne so fesseln würden. Aber wahrscheinlich liegt das auch an den Hauptpersonen, die ich sehr sympathisch finde und über die ich gerne mehr erfahren würde. So hatte ich am Ende das Gefühl, einfach wissen zu wollen, wie es weitergeht mit den fünf.

Abschließend kann ich diese Reihe guten Gewissens empfehlen.

Der Palast des Poseidon – Thomas Thiemeyer

audible, gekürzt, gelesen von Dietmar Wunder

Dies ist der zweite Teil der Weltensucherchronik und auch sie bietet spannende, interessante Unterhaltung. Die Charakteren wachsen mir richtig ans Herz, besonders Wilma mit ihrem kleinen Rucksack (na, neugierig?).
Und die Aussage Humboldts über Autos hat mich vor Lachen beinahe auf die Straße geschmissen. Es gab mal einen Typen bei IBM…
Interessant war der Blick in die Vergangenheit der Technisierung. Visionäre gab es zu allen Zeiten und manchmal frage ich mich, ob das nicht alles Zeitreisende waren. Unglaubliches haben sie jedenfalls geschaffen. Und wenn es nur in ihrer Phantasie war.

Fahr zur Hölle – Kathy Reichs

audible, ungekürzt, gelesen von Ranja Bonalana

Nachdem sich herausgestellt hatte, dass ‚Tote lügen nicht’ tatsächlich der erste Band der Reihe war (ich hatte damals doch tatsächlich mit dem zweiten angefangen, tz), war ich guter Hoffnung, dies wäre der zweite (oder der dritte). War er aber nicht, nein, hier handelt es sich um den gerade erst veröffentlichten Band. Finde ich persönlich nicht gut. Egal, ich hab es mir angehört.

Auffällig war die ständige Erwähnung des Smartphones, dann doch lieber die Auflistung der Essgewohnheiten von Tempe. Meinetwegen hätte sie auch immer einen Apfel verspeisen können. Nein, so schlimm war das nicht, nur sehr auffällig.

Ansonsten hat Kathy Reichs an ihrem bewährten Muster festgehalten, viel Forensik, ein bisschen Zwischenmenschliches, die Jagd nach dem Täter, die immer erst in die falsche Richtung führt, die Lebensgefahr, in die sich Tempe selbst bringt, weil ihr mal wieder keiner glaubt und sie sowieso lieber selbst vor Ort ist.

Ich frage mich, was der Reiz der Bücher ist.
Vielleicht werde ich es am Ende der nächsten Rezension über eines ihrer Bücher wissen ;)

Donnerstag, 6. Oktober 2011

Die Stadt der Regenfresser – Thomas Thiemeyer

audible, gekürzt, gelesen von Dietmar Wunder
Hierbei handelt sich um den ersten Teil der Chroniken der Weltensucher.
Das Hörbuch hat mich von Anfang an aufgrund der Charakteren und der Geschichte überzeugt. Spannende Unterhaltung mit vielen Anlehnungen an bekannte Abenteuerromane, vielen Aha-Effekte und einer gewissen Situationskomik. Und Wilma ist echt der Hammer (es wird mit ihr noch viel besser!).

Dietmar Wunder hat seinen eigenen Stil und wenn ich mich bewusst darauf konzentriert habe, hat mich seine zeitweise abgehackte Vorleserei doch ziemlich genervt. Aber ich muss mich ja nicht darauf konzentrieren ;)

Im Grossen und Ganzen ein Hörbuch, das Lust auf mehr macht!

Mittwoch, 5. Oktober 2011

Nein! Ich will keinen Seniorenteller – Virginia Ironside

Onleihe

Immer wieder sprang mir dieses Buch ins Auge und nun habe ich es endlich gelesen.
Natürlich bin ich noch zu jung *grins* - trotzdem fand ich mich in vielen Aussagen wieder. Und ich war tief berührt.
Ein Buch, das Mut macht, zu seinen ‚Gebrechen’ zu stehen – und auch einfach mal ‚nein’ zu sagen, wenn man nicht hinter dem Mainstream steht.

Für mich bedeutet das: nein, ich färbe mir nicht länger die Haare, auch wenn ein paar schon grau sind. Und ich werde auch nicht italienisch lernen.
Die neuen ‚Alten’ sind eben ganz anders.

Geschrieben ist das Buch wundervoll leicht und selbstironisch. Und ja, ich habe auch eine Träne im Auge gehabt, weil manchmal…

Gute, tiefschürfende Unterhaltung, nicht für zwischendurch, aber doch mal einfach so!

Kryptum – Agustin Sanchez Vidal

Onleihe

Selten habe ich ein so gut geschriebenes Buch gelesen!

Dieser Satz würde eigentlich schon als Rezension reichen, aber ich schreib doch noch ein bisschen mehr dazu.

Der Autor schreibt auf zwei Zeitebenen, einmal in der Vergangenheit (und da benutzt er Präsens!) und die Gegenwart (natürlich im Perfekt geschrieben!) – und er wechselt von einer Zeit in die andere immer an der spannendsten Stelle der jeweiligen Handlung.
Die Vergangenheit hat mir richtig Lust darauf gemacht ‚Der Medicus’ noch einmal zu lesen (wenn Jemand noch eine Ausgabe hat, kann er mir die gerne schenken).
Die Gegenwart ist ein erstklassiger Wissenschaftsthriller.
Das Ende habe ich nicht so ganz verstanden, oder sollte ich schreiben: am Ende? Es wird ein Thema behandelt, das sehr komplex ist und über pures Wissen hinausgeht. Jedenfalls kam es mir so vor. Und da hakt es in meinem Schädel ein bisschen.

Ein Buch, das von vorne bis hinten wunderbar durchdacht wurde, in einem sehr guten Stil geschrieben und meiner Meinung nach spannend.

Nachdem ich es gelesen hatte, las ich ein paar Rezensionen, die ich bei amazon gefunden habe und war erstaunt darüber, wie andere dieses Buch bewerten. Von langatmig war da die Rede, langweilig gar. Deshalb habe ich meinen Eindruck noch einmal überdacht.
Ich denke, dass ‚Kryptum’ ein Buch ist, das nicht auf bloße Effekthascherei setzt. Keine langen Verfolgungsjagden, keine großartigen Schusswechsel, keine riesigen Detonationen (mit Einschränkungen), keine Weltverschwörung. Dafür aber hat das Buch etwas anderes, nämlich Stil. Und einen wunderbaren Protagonisten. Und mit dem werde ich mich bestimmt noch einmal auf die Spurensuche begeben.

Dienstag, 4. Oktober 2011

Goweli – Gian Carlo Ronelli

audible, ungekürzt, gelesen von Christian Senger

Die Story ist gut, spannend, interessant, der Vorleser professionell und stimmig.
Aber aus irgendeinem Grund konnte ich mich nicht wirklich auf diese Geschichte konzentrieren. Nur gegen Ende war ich plötzlich komplett drin, und ziemlich fasziniert von einer Vorstellung, die ich gerne komplett durchdacht hätte. Was wäre, wenn es Jesus nie gegeben hätte?
Keine Kreuzzüge, keine Inquisition, vielleicht sogar keine Religionskriege – da eröffnen sich ungeahnte Möglichkeiten. Die Welt wäre eine andere. Oder auch nicht?

Empfehlung: interessante Unterhaltung mit gedanklichen Spielräumen – daher hörenswert. Und eine Fortsetzung scheint es auch zu geben.

Montag, 3. Oktober 2011

Tote lügen nicht – Kathy Reichs

audible, ungekürzt, gelesen von Ranja Bonalana

Nanu, die Stimme kenne ich doch! Klar, es ist die Synchronstimme von Tempe Brennan aus der Serie ‚Bones’ – die im Übrigen sehr wenig mit den Büchern zu tun hat. Im Grunde nur den Namen und den Beruf. Tja, so viel dazu.

Ich lese/höre Serien gerne in chronologischer Reihenfolge, und daher war ich begeistert darüber, dass audible die Bücher von Kathy Reichs jetzt neu eingelesen und ungekürzt anbietet. Und dieser Teil spielt tatsächlich 1994.
Allerdings glaube ich nicht, dass es sich hierbei um den ersten Band handelt. Hat Jemand vielleicht die genaue Aufstellung?

Kurz gesagt ist es eine gute, spannende Geschichte, die durch viele Details lebendig wirkt. Auch wenn ich mich jetzt frage, warum nahezu jede Mahlzeit, die Tempe zu sich nimmt, beschrieben werden muss. Aber das ist das Schöne bei ungekürzten Hörbüchern – man kriegt die volle Packung.

Für Kathy-Reichs-Fans absolut zu empfehlen!

Sonntag, 2. Oktober 2011

Schamanenfeuer – Martina Andre

Onleihe

Oh Du meine Güte!!
Von der Idee her wirklich gut, auch die zwei Zeitebenen haben mir gefallen – aber die Umsetzung gleitet so ins kitschig-schwülstige ab, dass es mich geschüttelt hat. Der ‚Held’ hätte in jeden guten Liebesroman gepasst, aber doch nicht in diesen ansatzweise als Wissenschaftsthriller zu bezeichnenden Machwerks. Und die ‚Heldin’? Geht mal gar nicht.

Interessant waren die Sequenzen aus der Vergangenheit, die Vermischung von Technik und Mystik, das hat echt was.

Aber ansonsten: wenn man es umsonst lesen kann, ok. Gut geeignet für langweilige Schichten, wenn man so nebenbei liest. Aber es ist bei weitem kein Buch, das mich wirklich gefesselt hat!

Gerade lese ich ‚Kryptum’ – ich werde (begeistert) berichten!

Sonntag, 18. September 2011

Lese- und Hörlage

In letzter Zeit habe ich eigentlich lieber gehört und gelesen, als hier Rezensionen zu schreiben, auch, weil mir ein bisschen das Feedback fehlt *seufz*

Aber ich war nicht untätig, deshalb hier eine Kurzversion der ‚Erlebnisse’:

Ein verhängnisvolles Versprechen – Harlan Coben
audible, gekürzt
Spannend und das Ende ist sehr überraschend

Achillesverse – Bodo Wartke
audible, ungekürzt
Das 2. Programm von Bodo Wartke und es gefällt mir einfach. Wer Heinz Erhard und Insterburg und Co mag, macht hier nichts verkehrt

Ich denke, also sing ich – Bodo Wartke
audible, ungekürzt
das 1. Programm, einfach Gute-Laune-Unterhaltung

Das Jesus-Video – Andreas Eschbach
CD, gekürzt
Eines meiner Lieblingshörbücher, immer mal wieder gehört. Ich liebe den letzten Satz. Wer übrigens die Verfilmung kennt: mit dem Buch hat das wenig zu tun!

Fausto – Oliver Dierssen
audible, ungekürzt
Erst musste mich an den Lesestil gewöhnen, dann blieb mir das Lachen im Halse stecken, dann war ich tief berührt. Ein richtig gutes Hörbuch!

Das Portal der Dämonen – John Connolly
audible, ungekürzt
Lustige Unterhaltung, sehr schön!

Noah war ein Archetyp – Bodo Wartke
audible, ungekürzt
Habe ich schon erwähnt, dass ich den Typ mag?

Black Rain – Graham Brown
kindle
Äh ja, nicht besonders beeindruckend, Charaktere eher flach und stereotyp, aber es hat mich unterhalten.

Momentan lese ich ‚Schamanenfeuer’ (Onleihe) und höre ‚Goweli’ (audible).

Gewonnen habe ich bei audible übrigens nichts, trotz, na ja. Vielleicht sollten die sich mal was anderes einfallen lassen, so einen Bonus, ein Hörbuch umsonst nach jeder 100. Bestellung oder so. Gewinnspiele fördern eher den Umsatz und hinterlassen einen faden Nachgeschmack.

Donnerstag, 8. September 2011

Gott bewahre – John Niven

audible, ungekürzt, gelesen von Gerd Köster

Ein Buch für den Scheiterhaufen!
Wie kann John Niven es nur wagen, Gott als kiffenden, Whisky-trinkenden und fluchenden …
Und Jesus ist noch schlimmer, der trinkt Bier!
Blasphemie!

Ernsthaft, ich liebe dieses Buch. Das Lachen über die so menschlichen Himmelsbewohner blieb mir oft genug im Halse stecken, denn wir leben tatsächlich in einer Endzeit, Alles ist kaputt, die Menschen allem anderen voran. Und die Gläubigen sind so was von zum kotzen, egal, welchem Glauben sie anhängen. Ja, das ist die Welt, wie ich sie kenne. Und da wäre ein bisschen Hoffnung nicht schlecht.

Das Buch versöhnt ein bisschen mit den Zuständen, macht Hoffnung, ist unterhaltsam und bricht eine Menge Tabus. (Und ich frage mich die ganze Zeit, wie viele Morddrohungen John Niven wohl bekommen hat.)

Und am Ende? Nun, hört selbst.

Auf alle Fälle ist das keine Leichte Kost, es gibt ein paar sehr eindringliche Szenen, die mich wohl eine Weile begleiten werden.
Tja, die Menschen.

In diesem Sinne: Seid lieb!

Beweislast – Manfred Bohm

CD, gelesen von Julian Mehne

Hierbei handelt sich um den 6. Teil um die Fälle des Kommissar Häberle, was aber nichts weiter zu bedeuten hat, denn die Polizei kommt hier nur sehr farblos rüber.
Überhaupt geht es hauptsächlich um einen Biedermann, der unschuldig ist, aber verdächtigt wird, jemanden getötet zu haben. Und dieser Biedermann meckert über alle Umstände seines Lebens, hängt der guten, alten Zeit hinterher und meckert und meckert. Über den Staat, die Arbeitgeber, die Mitmenschen, das Schicksal, die Umstände, blablabla!

Richtig packend wird es erst, wenn man sich in die Lage eines zu unrecht Beschuldigten versetzt, der aus seiner trotz allem doch beschaulichen Umgebung in die Mühlen der Gerichtsbarkeit gerät. Das ist schon beklemmend.

Insgesamt ein eher fader Krimi.

Beweislast – Manfred Bohm

CD, gelesen von Julian Mehne

Hierbei handelt sich um den 6. Teil um die Fälle des Kommissar Häberle, was aber nichts weiter zu bedeuten hat, denn die Polizei kommt hier nur sehr farblos rüber.
Überhaupt geht es hauptsächlich um einen Biedermann, der unschuldig ist, aber verdächtigt wird, jemanden getötet zu haben. Und dieser Biedermann meckert über alle Umstände seines Lebens, hängt der guten, alten Zeit hinterher und meckert und meckert. Über den Staat, die Arbeitgeber, die Mitmenschen, das Schicksal, die Umstände, blablabla!

Richtig packend wird es erst, wenn man sich in die Lage eines zu unrecht Beschuldigten versetzt, der aus seiner trotz allem doch beschaulichen Umgebung in die Mühlen der Gerichtsbarkeit gerät. Das ist schon beklemmend.

Insgesamt ein eher fader Krimi.

Kühlfach zu vermieten – Jutta Profijt

Onleihe, gelesen auf dem Smartphone

Der 3. und bisher letzte verfügbare (kann die Frau bitte etwas schneller schreiben!) Teil der Pascha-Krimis hat mich völlig überzeugt. Jutta Profijt hält an dem Konzept absolut überzeugend fest – oder ist es doch Pascha selbst? Ja, hier wird mit der Realität wunderbar gespielt.

Voller abstruser Ideen, werden doch auch ernste Themen angeschnitten, die jedoch nicht so in den Vordergrund treten, dass sie den Unterhaltungsfaktor stören würden.

Es tut mir leid, ich mag diese Bücher, ich mag Pascha und Martin, und all die anderen Charakteren, die so wunderbar liebevoll dargestellt sind, dass ich mich im Cafe neben sie setzen würde.

Und jetzt warte ich auf den 4. Teil!

Im Kühlfach nebenan – Jutta Profijt

Onleihe, gelesen auf dem Smartphone

Auch im 2. Teil der Pascha-Krimis wird weiter geistreich gegeistert (hey, auch ich kann das zuweilen!). Diesmal bekommt Pascha sogar geistlichen Beistand (*strike*).

Das Niveau des ersten Bandes wurde meiner Meinung nach gehalten, ich habe mich wieder blendend amüsiert, von Abnutzung keine Spur. So soll Unterhaltung sein.
Und manchmal wird es auch tiefschürfend.

Ich bin froh, über diese Bücher ‚gestolpert’ zu sein, denn sie machen einfach gute Laune!

Sonntag, 4. September 2011

Kühlfach 4 – Jutta Profijt

Onleihe, gelesen auf dem Smartphone

Einfach nur gut!
Angefangen von der Idee, einen Geist durch die Rechtsmedizin geistern zu lassen, bis zu der Ausdrucksweise der Protagonisten, absolut überzeugend und unterhaltsam.

Endlich mal ein anderer Krimi, endlich mal andere Charakteren, vielen Dank dafür!

Und zum Glück handelt es sich um den ersten Teil einer Serie, für Nachschub ist also gesorgt. Und das ist gut so.
Denn selten habe ich Spannung so gut mit Humor kombiniert erlebt. Da verblasst so manch hochgelobter Bestseller.

Leider gibt es dieses Buch nur in gekürzter Form als Hörbuch. Schade!

Samstag, 3. September 2011

Die Geisterseher – Kai Meyer

Hörspiel, audible

Über meine Probleme mit Hörspielen habe ich ja bereits berichtet, deshalb habe ich mich auch erst jetzt an ‚Die Geisterseher’ gewagt.
Überzeugt hat mich die absolut professionelle Umsetzung. Sprecher, Geräusche, Musik – alles perfekt. Das hat mir richtig Spaß gemacht, obwohl es grenzwertig war, nachts um halb zwei durch die Gegend zu gehen und dabei so eine gruselige Geschichte zu hören. Zum Glück wohne ich nicht in der Nähe eines Friedhofes.

Die Geschichte selbst ist etwas phantastisch, ich schreib jetzt nur ‚Goethe hat Schiller umgebracht’!? Obwohl es durchaus stimmig ist. Es waren halt andere Zeiten *grins*
Insgesamt ist es eine durchdachte Angelegenheit, die sehr spannend und auch intelligent rüber kommt.

Unbedingt empfehlenswert und auch für Hörspiel-Anfänger durchaus begeisternd.
Und ich werde es mir sicherlich noch einmal anhören.

Freitag, 2. September 2011

Ausgeliebt – Dora Heldt

Onleihe, gelesen auf dem Smartphone

Tja, das ist mal leichte Unterhaltung für zwischendurch (eine gute Schicht lang habe ich gebraucht).
Ja klar, es geht um die großen Gefühle, Liebe: Verlassenwerden, Alter, Freundschaft – aber es wird ständig getrunken (und geraucht, das finde ich aber nicht so schlimm *grins*). Es gibt witzige Situationen und Heulerei. Aber mir kam es an manchen Stellen so vor, als hätte ich eine gekürzte Fassung vorliegen. Es fehlte irgendetwas, Tiefe vielleicht. So ein bisschen.

Ob ich die Fortsetzungen lesen werde?
Zuerst, nach Beenden des Buches, dachte ich ‚klar’, aber nach etwas Überlegen glaube ich ‚eher nicht’.

‚Tante Inge haut ab’ habe ich vor einiger Zeit gehört, das fand ich viel lustiger und interessanter, auch waren die Charakteren meiner Meinung nach komplexer.

Donnerstag, 1. September 2011

Lazyboy – Michael Weins

gelesen auf dem kindle

Was locker-flockig anfängt, ist mir bald so nahe gegangen, dass ich das Buch aus den Händen legen musste. Denn schnell wurde mir klar, dass es sich hier nicht um eine lustige, phantastische Geschichte handelt, sondern dass viel mehr dahinter steckt. So kommt die ‚Auflösung’ auch für mich nicht überraschend, sondern ist schon ab etwa der Mitte vorhersehbar.

Ich persönlich hätte mich mehr über eine lustige, phantastische Geschichte gefreut, hier ist mir zuviel psychologische Tiefgang, der mir zu persönlich wird. Trifft halt Punkte bei mir, in mir, die ich nicht getroffen haben wollte, jedenfalls nicht so. Und dazu ist das Ende dann auch ein bisschen zu klischeehaft.

Alles in allem ein tiefschürfender Roman, der sicher zu empfehlen ist – nur vielleicht nicht so gut, wenn sich der Leser gerade selbst mit seinem verkorksten Leben auseinandersetzt.

Samstag, 27. August 2011

Blutadler – Craig Russell




audible, ungekürzt, gelesen von David Nathan

Über das Buch bin ich des Öfteren gestolpert, habe es aber irgendwie nie geschafft, es zu kaufen. Nun aber habe ich es gehört.

Zuerst zu David Nathan. Natürlich ist er ein guter Vorleser, aber ich empfinde seine Stimme als einschläfernd. Er liest zu ruhig, die Stimmlage ist wohl für mich zu angenehm, ich weiß es nicht. Spannung baut sich für mich nur dann auf, wenn die Handlung extrem spannend ist, und das kommt dann selten auch nur ansatzweise rüber. Für einen Krimi ist das nicht gut.

Nun zu dem Inhalt des Buches. Meine Güte, Craig Russell packt in die Morde bzw. die Verdächtigen Bezüge zu Wikingern, Nazis, Sowjets in Afghanistan, Drogenhandel, Bandenkriege, Mafia (welcher Herkunft auch immer), Fremdenfeindlichkeit, Identität von ‚Ausländern’ und noch einiges mehr. Sehr komplex, sehr verwickelt. Da ist die ‚Auflösung’ eher minimalistisch und auch nicht wirklich abgeschlossen.

Mag ich das Buch?
Ja, es ist sehr gefällig, politisch korrekt, und manche Bösen sind eigentlich ganz nett und hilfreich. Ein Krimi mit viel Hintergrundwissen, dazu noch genug Tiefgang, um nicht trivial zu wirken.
Manches hat mich berührt.
Gute, spannende Unterhaltung, solide geschrieben und auch ein bisschen lehrreich.

Freitag, 26. August 2011

Max Mikkel und das Geheimnis der Möwe – Olov Svedelid




CD, ab 12 Jahren, gelesen von Elga Schütz

Im zweiten Teil erlebt Max Mikkel ganz andere Abenteuer als im ersten Teil. Hier geht es um Gewaltvideos, Verbrechen (von Raub bis Mord), um Alkoholmissbrauch und richtig böse Menschen. Vielleicht ist es deshalb auch erst ab 12 Jahren.

Ja, die Kleinstadt-Schloss-Idylle ist dahin, das Kinderbuch wird zum Jugendbuch, doch der erhobene Zeigefinger ist nicht allzu heftig. Im Gegenteil wird hier erklärt, warum der Sohn so ist, wie er ist, nämlich weil er einen Vater hat, der ihn dazu gemacht hat.

Der Schluss hat etwas sehr befreiendes, alle Fragen sind geklärt (auch die aus dem ersten Teil) und ich hatte das Gefühl, mich aufatmend zurücklehnen zu können.

Ein rundum stimmiges Hörbuch, gute, spannende Unterhaltung, die sehr feinfühlig für jüngere Menschen umgesetzt wurde.
Manchmal sind es solche ‚Zufallsfunde’, die einem wirklich bereichern können. Und das ist schön.

Donnerstag, 25. August 2011

Mensch ohne Hund – Hakan Nesser




gelesen auf dem kindle

Und wieder bin ich in Schweden gelandet, nun ja, vielleicht wegen des Titels ;)

Ganz klar ist eines: die Skandinavier, mit denen ich bislang Kontakt hatte, schreiben anders. Deutsche Krimis finde ich meist etwas betulich, irgendwie immer wie ‚Tatort’. Aber sie haben den Vorteil, dass man nur auf die Straße zu gehen braucht und schon hat man die ‚Typen’ vor Augen.
US-Amerikaner orientieren sich an den Schemata, die wir aus Hollywood kennen, gute, spannende Unterhaltung, aber auch eine gewisse Gleichförmigkeit.
Die Briten sind schon lange nicht mehr Sherlock Holmes und Agatha Christie, aber oft benutzen moderne Autoren diese als Vorlage.

Gut, aber nun zu den Skandinaviern. Beziehungsweise zu diesem Buch.
Eine Familie wird beschrieben. Und sie wird bis ins kleinste Detail beschrieben. Es handelt sich wahrscheinlich nicht um eine schwedische Durchschnittsfamilie (hoffentlich nicht), aber es ist schon zu erkennen, dass im Norden die Uhren ein bisschen anders ticken.
Die Verbrechen, die geschehen, treten in meinen Augen etwas in den Hintergrund, sie hätten auch gar nicht geschehen müssen, denn es geht hauptsächlich um Charakteren, um Menschen in ‚Ausnahmesituationen’, um tiefe Einblicke in die Psyche. Erschreckend tief.
Will man wirklich wissen, was eine ehemalige Handarbeitslehrerin träumt?

Ich weiß nicht, was ich bei der Bestellung erwartet hatte, überzeugt hat mich das Buch auf alle Fälle. Nicht unbedingt als Krimi (und ganz gewiss nicht als Thriller), aber als Blick in die Psyche von Menschen, die vielleicht wirklich um die Ecke wohnen, mit gepflegtem Vorgarten und geputzter Fassade. Familien halt. Individuen, die nur deshalb gemeinsam feiern, weil sie miteinander verwandt sind. Und die durch Beziehung miteinander verbunden sind, die ihr Leben auf ganz andere Art und Weise prägen, als Freundschaften das können.

Doch, ich mag dieses Buch!

Samstag, 20. August 2011

Happy Hour in der Unterwelt – Mary Janice Davidson




Betsy Taylor 3, audible, ungekürzt

Das Problem bei Serien ist, dass sich bestimmte Dinge abnutzen. Der Schuhtick von Betsy zum Beispiel. Anfangs noch witzig, jetzt nicht unbedingt nervig, aber eben abgenutzt. Gut, dass diese Folge nicht nur daraus besteht ;)

Als Betsy plötzlich böse wird, habe ich nicht mehr gegrinst. Das war eine sehr dichte Beschreibung von etwas, das ich nicht erwartet hätte.
Und auch das Auftauchen einer Schwester hat für Spannung und neuen Schwung gesorgt. Zumal ihr Charakter, nun, die anderen Protagonisten sind meist schwarz oder weiß, hier bin ich mir nicht so sicher *eg*

Der dritte Band der Betsy-Taylor-Serie ist für mich voller Überraschungen und von Abnutzungen kann hier wahrlich nicht die Rede sein.
Natürlich bleibt das Grundthema (Schuhfetischistin ist die Königin der Vampire, will es aber gar nicht sein, blablabla), aber ich finde es weiterhin interessant und freue mich auf die Fortsetzung.

Freitag, 19. August 2011

Bombenstimmung – Bernd Franzinger




CD, gelesen von Ari Gosch

Ari Gosch ist ein miserabler Vorleser. Vielleicht hat er vorher in einer dieser seltsamen Verkaufssendungen gearbeitet – jedenfalls erinnert mich sein Lesestil an eine solche. Aber man gewöhnt sich dran, wie an ein Hühnerauge!

Die Geschichte, die Charakteren, die Erzählweise sind einfach nur typisch deutsch. Nett, unkompliziert, gutbürgerlich-spießig.
Aus irgendeinem Grund hat mein mp3-Player die Reihenfolge der Tracks geändert, also einfach nur die Hälfte gespielt – und das ist mir erst aufgefallen, als plötzlich die Auflösung kam, aber noch reichlich Tracks übrig waren. So hatte ich also eine gekürzte Fassung, hm. Wie gesagt, aufgefallen ist mir das nicht so richtig, was doch ziemlich bedenklich ist.

Empfehlung?
Meine Güte, es ist ein guter, solider Krimi ohne unnütze Brutalität, aber mit einer gewissen Spannung. Wer also dem sonntäglichen Tatort nicht abgeneigt ist, hat sicherlich Spaß an diesem Hörbuch.

Donnerstag, 18. August 2011

Max Mikkel und das Geheimnis des Schlosses – Olov Svedelid




CD, ab 10 Jahren

Und wieder mal eine Geschichte für Kinder *seufz*.
Nun gut, diesmal schwedisch und wahrscheinlich schon deshalb etwas anders. Mich erinnerte die Geschichte (die Geschichten) ein bisschen an Michel von Astrid Lindgren. Auch die Vorleserin, Elga Schütz, erinnert mich an die Erzählerinnenstimme der Verfilmungen.

Die Eltern von Mikkel erinnern mich dagegen an ‚Schlimmes Ende’.

Genug der Erinnerungen.
Das Hörbuch plätschert so dahin, ist allerdings interessant genug, um mich ‚bei der Stange’ zu halten.
Die ‚Fantasypassagen’ halten sich in Grenzen, nicht allerdings die schwedische Historie, ich könnte mir vorstellen, dass schwedische Kinder ihren Lehrer mit Anekdoten über schwedische Könige auf die Nerven gehen, nachdem sie dieses Buch gehört oder gelesen haben ;)
Ja, es hat etwas sehr lehrreiches. Aber auf eine amüsante Art und Weise.

Wer also ein Faible für Schweden hat und dazu noch Astrid Lindgren mag, dazu ein bisschen Geistergeschichte, wird hier sicher gut unterhalten.

Montag, 15. August 2011

Charles Darwin – Reise um die Welt



audible

Das Hörbuch kommt in Briefform daher und wird von manchmal irritierenden Hintergrundgeräuschen unterlegt.

Interessant ist wie immer bei solchen Büchern der Blick in die Vergangenheit der Wissenschaft. Meine Güte, Tierschützer würden die Hände über den Köpfen zusammenschlagen – und den guten Darwin wohl gleich mit.
Aber so war das damals eben.

Insgesamt ist es eine aus heutiger Sicht eher langweilige Reise um die Welt und die dauert dann auch noch fünf Jahre. Selbst Darwin hat irgendwann keine Lust mehr und will nur noch nach hause ;)

Aber wer schon immer mal wissen wollte, wie es damals so war, nämlich ein großes Abenteuer, der sollte sich das Hörbuch anhören.

Sonntag, 14. August 2011

Der Widersacher – Wolfgang Hohlbein




gelesen auf dem kindle

Was habe ich mich durch dieses Buch gequält, das ich vor etwa 15 Jahren nahezu verschlungen habe! Nein, der Funke springt einfach nicht mehr über.

Wolfgang Hohlbein ist ein Vielschreiber, er schreibt routiniert und schafft es, dichte Beschreibungen abzuliefern. Nur leider nutzt sich das mit der Zeit ab. Die Szenen wirken stereotyp, wie irgendwo (bei sich selbst?) abgeschrieben. So wirkt die Handlung irgendwann farblos und ich dachte einige Male ‚ja, ich weiß, aber nun mach mal hin’.

Außerdem habe ich mich sehr über einen absoluten Widerspruch geärgert, der so offensichtlich ist, dass man hätte erwarten können, dass er einem Lektor hätte auffallen müssen. So was ist lächerlich.

Vielleicht wage ich mich in 15 Jahren noch einmal an dieses Buch, sehr wahrscheinlich ist das aber nicht.
Übrigens ist mir das bei dem ‚Druidentor’ auch schon passiert, hätte mir also zu denken geben sollen!

Jedermann – Philip Roth




Druckversion

Ja, manchmal lese ich auch etwas, das nicht unbedingt…

Egal.

Das Buch hat mir nicht unbedingt komplett gefallen. Zum einen ist es das Thema: Älterwerden, Altwerden, die Ängste eines alten, einsamen Mannes, der auch noch krank ist. Da bin ich einfach noch nicht die Zielgruppe (eigentlich nie, aber im weiteren Sinne). Zum anderen ist die Hauptperson nicht unbedingt sympathisch. Mir jedenfalls nicht.

Zum Glück ist es kein dicker Wälzer, bloß etwa 170 Seiten, und solange kann ich mich dann auch mit Hauptperson und Thema rumschlagen, ohne genervt oder gelangweilt zu sein.

Geschrieben ist es nicht schlecht, nicht überragend gut (‚Die Bücherdiebin’ hat da meiner Meinung nach ein ganz anderes Niveau), es liest sich so runter.

Nein, wirklich überzeugt hat es mich nicht, obwohl ich am Ende etwas nachdenklich war – für vielleicht zehn Minuten.
Interessant war jedoch der Blick in ein Leben, das mich ein klein wenig an meinen Vater erinnert. Nur ein bisschen, aber immerhin.

Süss wie Blut und teuflisch gut – Mary Janice Davidson




Betsy Taylor 2, audible, ungekürzt

Auch der zweite Teil der Betsy Taylor Reihe überzeugte mich vollkommen. So sehr, dass ich mir gleich den dritten Teil heruntergeladen habe, auch wenn ich ihn nicht sofort hören werde. Alle Teile am Stück könnten doch etwas eintönig werden.

Für mich ist diese Reihe allerdings immer noch das Beste, was der Hype um Vampire hervorgebracht hat. Und das trotz der Sexszene, die wohl einfach nicht fehlen darf ;)

Absolut empfehlenswert, unabhängig davon, ob man das Hörbuch an einem verregneten Sonntag oder am Strand hört.

Schlag auf Schlag – Harlan Coben




audible, gekürzte Fassung, gelesen von Detlef Bierstedt

Ein interessanter Krimi mit interessanten Charakteren, solide geschrieben und mit einem gewissen Humor, der ab und zu überraschend aufblitzt.
Die Auflösung finde ich absolut klasse, obwohl sie manch einem vielleicht zu nett erscheinen könnte.

Und Detlef Bierstedt wird so langsam zu meinem Lieblingsvorleser. Er liest einfach ohne schauspielerische Ambitionen, setzt an den richtigen Stellen Akzente, ist aber dezent und unaufdringlich. Und hat eine sehr angenehme Stimme. Das Gesamtpaket gefällt mir sehr gut.

Es wird definitiv nicht mein letztes Harlan-Coben-Hörbuch sein!

Freitag, 12. August 2011

Stolz und Vorurteil und Zombies – Seth Grahame-Smith / Jane Austen




Onleihe, gelesen auf dem Smartphone

Schon lange wollte ich ‚Stolz und Vorurteil’ lesen, scheiterte allerdings bereits am Anfang. Als Hörbuch habe ich es auch, aber da überzeugte die Vorleserin nicht. Kurz gesagt, ich hatte Interesse, aber scheiterte an diversen Umständen.
Jetzt weiß ich auch, was mich wirklich störte: es ist gähnend langweilig. Irgendwelche Frauen rennen ständig in der Gegend rum und unterhalten sich mit diversen Menschen über – für mich – völlig belanglose Dinge. Es ist so unglaublich hohl, dass ich fast geweint hätte.

Wären da nicht die Textpassagen mit den Zombies!
Zum Brüllen komisch, widerlich ekelig, brutal, grausam. Der reinste Kontrast zum Original – und damit endlich – für mich – unterhaltsam.

Ein nettes Buch, in dem nur die Originalteile etwas schwächeln.
Sorry, aber nur, weil ‚Stolz und Vorurteil’ ein Klassiker ist, muss ich ihn nicht mögen. Aber diese Version mag ich!

Dienstag, 9. August 2011

www.gratis-hoerspiele.de

Aufmerksam geworden bin ich durch Twitter auf diese Seite und nachdem ich schon einige Gutscheincodes von audible dort gefunden habe (audible gibt die ja nicht bekannt und so ist es meist Zufall, wenn man sie bekommt), habe ich natürlich auch ein paar Hörspiele heruntergeladen, von denen ich mir während der letzten Tage ein paar ‚angetan’ habe.
Unter anderem waren das ‚Die Geige Delacroix’ und ‚Murder Documents 01 Haarmann’.

Inzwischen habe ich mich wirklich an Hörspiele gewöhnt, was ich sehr interessant finde. Allerdings ist Hörspiel nicht gleich Hörspiel. Nach meiner laienhaften Meinung, so ganz verstehe ich das noch nicht (will ich vielleicht auch nicht), gibt es auf der einen Seite professionell produzierte Hörspiele wie ‚Die letzten Helden’, die mit Schauspielern, Synchronsprecher o.ä. arbeiten. Auf der anderen Seite scheinen sich Hörspielbegeisterte zu treffen und eine Geschichte umzusetzen. Natürlich in einem richtigen Tonstudio, aber die Sprecher sind halt, nun, mit Hingabe aber leider nicht unbedingt mit Können dabei. So richtig schlecht ist das nicht, und für eine Stunde kann man das auch gut ertragen. Und für umsonst sowieso.

Natürlich gibt es bei gratis-hoerspiele auch andere Produktionen und jeden Tag wird ein neuer Titel vorgestellt. Für Kinder ist jede Menge dabei und ich meine, es lohnt sich, da mal öfter vorbeizuschauen!

Montag, 8. August 2011

Die fabelhaften Monsterakten der furchtlosen Minerva McFearless – Ahmet Zappa




Hörbuch, ab 10 Jahren, gelesen von Sylvie Nogler

So, endlich habe ich es geschafft, denn es gab ein paar technische Probleme, Menno! Ich muss wohl meinen PC durchchecken lassen.

Nichtsdestotrotz fand ich dieses Hörbuch spannend und interessant. Die Geschichte ist sehr phantastisch, es werden einige Monster nahezu wissenschaftlich beschrieben und die Abwehrrezepte sind äußerst seltsam. Das bringt die Sprecherin auch absolut überzeugend rüber, auf eine ganz besondere Art. Überhaupt liest Sylvie Nogler sehr routiniert, stellt Minerva mit kindlicher Stimme da, kann aber ohne Probleme in den Erwachsenenmodus umschalten.

Die Sprache ist für meinen Geschmack sehr gut, die verwendeten Alliterationen sind witzig und passend und geben Schwung in die Handlung.
Natürlich darf man nicht vergessen, dass dieses Buch für Kinder ab 10 Jahren geschrieben wurde, natürlich wird gerülpst, gerotzt und gekotzt, aber ich wohne auch nicht im Damenstift! Ein gewisser Ekelfakor ist allerdings vorhanden ;)
Und der Gruselfaktor, tja, ich weiß nicht, ob ich das mit 10 verkraftet hätte. Mit 45 ist es eher interessant.
Am Schluss wird es ziemlich traurig, finde ich, aber der letzte Satz macht Hoffnung – leider ist es ein Cliffhanger und ich fürchte, ich werde wohl nie erfahre, wie es weitergeht *seufz*

Alles in allem ist dieses Hörbuch solide Unterhaltung mit sehr viel Phantasie. Ich fand es gut!

So, und nun schreibt eure Kommentare, dann könnt ihr das Hörbuch, das übrigens auch von Außen sehr schön gestaltet ist, gewinnen!

Sonntag, 7. August 2011

Zwischenstand 07.08.2011

Nicht, dass ihr denkt, ich mache im Moment nichts, nein, ich lese und höre sogar gerade parallel:
Der Frauenmörder als Hörbuch (wunderschön gelesen, auch bei audible erhältlich)
Die fabelhaften Monsterakten
Charles Darwin (ruht gerade)

Der Widersacher (ob ich das beende, weiß ich noch nicht, darüber später mehr)
Stolz und Vorurteil und Zombies

Warum so wirr?
Ich habe die Onleihe für mich entdeckt, ist aber leider medientechnisch nicht so einfach!
Tja, ich fürchte, irgendetwas wird wohl auf der Strecke bleiben.

Der Frauenmörder – Hugo Bettauer (Hörbuch)




am PC gehört, weil von Onleihe

Wie schon das Buch (gelesen auf dem kindle) überzeugt mich die Hörbuchfassung vollkommen. Ulrich Tukur liest so, wie Hugo Bettauer schreibt, einfach genial. Die verschiedenen Dialekte trägt er unaufdringlich vor, er schauspielert nur da, wo es nötig ist und liest ansonsten wunderbar neutral.

Richtig gute Unterhaltung für zwischendurch, die man allerdings mit Muße genießen sollte!

Freitag, 5. August 2011

Weiblich, ledig, untot – Mary Janice Davidson

audible, gelesen von Nana Spier
Dies ist der erste Teil der Betsy-Taylor-Reihe, und er ist einfach nur gut. Wie fühlt sich eine Markenschuhfetischistin, wenn sie tot ist und doch wieder nicht?
Die Frau ist eine echte Nervensäge, durchgeknallt, bescheuert und so echt, dass ich mich vor Lachen auf den Boden geschmissen hätte, wäre ich nicht gerade mit meinem Hund unterwegs gewesen. Und das, obwohl ich das Hörbuch bereits vor etwas über einem Jahr gehört habe. Den absoluten Brüller verrate ich hier nicht, nur soviel: es hat was mit Harry Potter zu tun.

Was mich nun aber gestört hat, war das Tempo – vor dem Einschlafen zum ‚Runterkommen’ ist das nichts. Nein, man muss dieses Buch im wachen Zustand genießen. Sonst wird man von dem Tempo einfach überfahren.
Aber beim Spaziergang kann man sich an dem Humor erfreuen und Nana Spier ist einfach genial, sie ist Betsy Taylor, eben eine richtige Type!

Ein etwas anderer Vampirroman, der sich erfreulich von der düsteren Masse abhebt!

Mittwoch, 3. August 2011

Die wunderbare Reise des kleinen Nils Holgersson mit den Wildgänsen – Selma Lagerlöf

audible Eigenproduktion, die ersten 40 Minuten

Natürlich habe ich am Anfang viel zu kritisch zugehört und natürlich sind mir einige Störfaktoren aufgefallen.
Die Frau liest gut, der Mann liest so, als müsse er es noch lernen (nein, nicht ganz so schlimm, aber eben nicht professionell), die Stimme des Nils ist schrecklich erwachsen und die Musik erinnert mich stark an die von den Michel-Verfilmungen. Die Tiere sind bis zur Albernheit aufgedreht.

Dann aber, nach etwa 30 Minuten stört mich das gar nicht mehr, irgendwie bin ich in der Geschichte angekommen und es ist amüsant und unterhaltend.

Man merkt der ganzen Produktion an, dass sie mit einer großen Hingabe gemacht wird, und das ist sehr erfreulich.

Ob es was für mich ist, wage ich allerdings zu bezweifeln, ich mochte die Geschichte nie so richtig. Und daran ändert wohl auch die beste Produktion nichts.

Dienstag, 2. August 2011

Mission – Douglas Preston / Lincoln Child

ungekürzte Version, audible
gelesen von Simon Jäger

Tja, wo fange ich an?
Beim Vorleser.
Simon Jäger hat mich schon zur Weißglut gebracht, als er nämlich ‚Die Bibel nach Biff’ so unglaublich durch sein mangelndes Allgemeinwissen verhunzt hat, dass ich davon fast Zahnschmerzen bekommen habe. Das macht definitiv keinen Spaß.
Und der liest also ein Buch von meinen Lieblingsautoren Preston/Child?!
Leider gibt er dem Buch einen anderen Charakter, als die, die vor ihm lasen. Nicht besser oder schlechter, aber anders. Und das hat mich gestört. Ich mag es, wenn gelesen wird und nicht geschauspielert – deshalb mag ich Rufus Beck nicht (mehr).

Die Geschichte selbst ist verzwickt, erst kommt ein ‚Abenteuer’, dann noch eines. Irritierend. Und beide sind nicht abstrus, wie ich es eigentlich bei Preston/Child mag. Nein, wissenschaftlich fundiert (soweit ich das beurteilen kann), und ganz klare Abläufe. Die sind zwar teilweise so umständlich, dass es schmerzt, aber es muss wohl so sein.

Zwei Dinge haben mich jedoch geärgert: wenn mir jemand Aufnahmen von meinem Gehirn vorlegen würde, auf denen eine tödliche Krankheit aber nicht mein Name zu sehen ist, würde ich ins Krankenhaus gehen und selber welche machen lassen. Da kann ja jeder kommen!
Und der Schluss ist ein verdammter Cliffhanger, das nervt richtig!

Hörempfehlung?
Wer einen Preston/Child erwartet, wird sicherlich enttäuscht. Mir fehlte die Tiefe (eine Person wird beschrieben, ihre Lebensgeschichte dargelegt, bis in kleinste Details, auch wenn er zwei Seiten später tot ist, ich mag das, hier fehlt es) und die Nähe zum ‚Helden’. Ich ertappe mich dabei, dass es mir egal war, ob er überlebt oder nicht. 200 Seiten mehr hätten dem Buch gut getan.
Gideon Crew ist (noch) kein würdiger Nachfolger von Spezialagent Pendergast – aber ich habe Hoffnung.

Sonntag, 31. Juli 2011

Große Ereignisse werfen ihre Schatten voraus!

Ja, ich habe einiges für die Zukunft geplant.
Zuerst muss ich allerdings meine derzeitigen Bücher beenden. Dabei geht es einmal um ‚Der Widersacher’ (auf dem kindle) und ‚Mission’ (audible). Freie Tage sind da eher kontraproduktiv, habe ich festgestellt. Gut, bei längeren Spaziergängen komme ich zwar zum Hören, aber das Lesen fällt mir schwer *seufz* Aber ich habe Hoffnung. Und ich muss ja auch mal arbeiten ;)
Also, immer mal gucken, was es hier Neues gibt!

Freitag, 29. Juli 2011

Die Wüste der Ewigkeit – David Holy



Hörspiel, audible

Der dritte Teil der ‚Letzten Helden’ spielt in Tausend und eine Nacht – was ich erst etwas verwunderlich fand. Ich bilde mir immer ein, Fantasy hätte nichts mit der Realität zu tun und muss dann solche Sachen wie ‚ihr Ungläubigen!’ anhören. Wobei jetzt mal dahin gestellt sei, was orientalische Märchen mit der Realität zu tun haben ;)

Insgesamt ein sehr actionreiches Hörspiel mit einem gewissen Maß an Grausamkeit. Und das Ende ist etwas diffus, finde ich jedenfalls.

Alles in allem haben mir die drei ersten Teile der ‚Letzten Helden’ gut gefallen. Meine Abneigung gegen Hörspiele hat sich ein wenig gelegt und vielleicht höre ich mir auch noch die anderen Teile an.

Doch jetzt ist erst mal ein Hörbuch dran – ich werde berichten!

Donnerstag, 28. Juli 2011

Verdammt, sie liebt mich – Christian Oelemann



gedruckte Ausgabe

Dieses Buch war gestern an meinem Arbeitsplatz und so habe ich es gelesen.
Anscheinend gibt es Bücher, die speziell für Jungen ab 10 Jahren geschrieben werden und denen es um die ganz normalen Alltagsprobleme von Jungs geht. Interessant. Und wahnsinnig witzig.

Der Stil ist locker-luftig, die verwendeten ‚Slang’begriffe sind nicht übertrieben (sagt man tatsächlich noch ‚die ist eine Wucht’? – das hat man schon zu meiner Zeit nicht mehr getan), insgesamt ein unterhaltsamer Spaß, den man gut zwischendurch ‚verschlingen’ kann.

Ob es sich tatsächlich für Jungen ab 10 Jahren eignet, nun, das kann ich doch nicht beurteilen! ;)

Mittwoch, 27. Juli 2011

Das Geheimnis der Inselrose von Jutta Oltmanns



Kindle Edition

Da habe ich ehrlich gedacht, die Zeiten von Hedwig Courths-Mahler wären lange vorbei, tja, dem ist aber nicht so.
Frau Oltmann ist ihre Nachfolgerin im 21. Jahrhundert. Keine würdige, nebenbei bemerkt.

Es ist furchterregend, wie betulich die Autorin hier schwarz-weiß malt. Die Guten sind unglaublich herzensgut, die Bösen abgrundtief böse, und jeder kriegt seinen gerechten Lohn, oh welche Glückseligkeit.

Ich habe mich durch dieses Buch gequält wie schon seit Schulzeiten durch Pflichtlektüre nicht mehr. Es ist langweilig bis zum Erbrechen, und zwar nicht, weil die Geschichte nichts hergegeben hätte, nein, allein wegen der gefühlsdusseligen Erzählweise. Ja, wir haben es verstanden, Konrad ist ein Heiliger. Und ach wie glücklich … Und wie heldenhaft….

Die Charaktere sind einfach nur klischeehaft und reichen von kauziger Großmutter bis zum treu ergebenen Schäferhund. Echt gruselig.

Ich habe schon bessere ‚Groschenromane’ gelesen.

Schließlich ist der Roman zuende und ich wollte schon erleichtert aufatmen, da kamen aber noch Nachwort und Nachwort und ….

Zwei Dinge haben mich allerdings überzeugt: Frau Oltmanns hat es geschafft, dass ich mir fest vorgenommen habe, mal wieder ans Meer zu fahren.
Und sie zieht den altbackenen Stil konsequent durch.

Jetzt befürchte ich allerdings, dass ich mit meiner Meinung ziemlich alleine dastehe, nun, das ist wohl das Schicksal von jemanden, der jetzt erst mal ‚Der Widersacher’ von Wolfgang Hohlbein liest, um wieder Ordnung im Hirn zu bekommen. ;)

Die Katakomben von Danbar – David Holy



Hörspiel, audible

Jawohl, das noch mal Anhören des ersten Teils von ‚Die letzten Helden’ hat etwas gebracht, ich fühle mich jetzt fast schon richtig fit, Hörspiele zu hören.

Auch der zweite Teil der Serie ist spannend und witzig, dazu noch von der gleichen technischen (Musik, Darsteller) Qualität wie der erste. Leider ist er mit etwas mehr als einer Stunde doch ziemlich kurz – so hat mich der Schluss doch ziemlich kalt erwischt. Also noch mal hören ;)

Vorsichtigen Prognosen zufolge könnte es sein, dass ich eine neue Lieblingsserie gefunden habe.
Und das fände ich so richtig gut.

Dienstag, 26. Juli 2011

Über kindle und audible

-dies ist keine Werbung-

Beide Anbieter haben ihr eigenes Format, das nicht auf allen Geräten genutzt werden kann.
Sollte man also ein Gratishörbuch von audible oder ein Gratisbuch von kindle ergattern, dann stellt sich oft das Problem ‚und nun?’.

Am einfachsten funktioniert es über ein Smartphone. App runterladen, Buch/Hörbuch drauf und los geht es.

Alle kindle-Bücher kann man auch am PC lesen – wer es mag.
Auch die audible-Hörbücher kann man am PC hören.
Dazu muss jeweils die entsprechende Software heruntergeladen werden – ziemlich problemlos, und von audible kann ich sagen, dass sie einen tollen Kundenservice haben.

Wer weder ein Smartphone noch den PC nutzen will, nun, dann wird es kostspielig.

Audible bietet ein 3-Monatsabo mit ‚kostenlosem’ mp3-Player an. Das habe ich vor über einem Jahr gemacht und bin zufrieden. Aussuchen, runterladen, auf den Player laden – eine Sache von ca. einer halben Stunde (je nach Länge des Hörbuches). Der gelieferte Player ist in Ordnung. Nach anfänglichen Abstürzen hält er sich tapfer.
Das Abo kann man jederzeit nach den 3 Monaten kündigen, die gekauften Hörbücher bleiben erhalten und man kann sie jederzeit wieder herunterladen.
Absolut zu empfehlen für Vielhörer und die Liebhaber ungekürzter Fassungen.

Der kindle ist dagegen etwas heikel.
Wenn man bequem lesen möchte, sollte man sich das Lesegerät zulegen. Das gibt es in zwei Varianten und nur in der englischen Version.
Allerdings gibt es online eine deutsche, sehr ausführliche Anleitung, die ich bislang jedoch nur einmal gebraucht habe und das war, als das Ding abgestürzt ist (nach zwei Monaten Dauerbetrieb). Für die ersten Schritte ist es nahezu selbsterklärend und die deutsche Kurzanleitung reicht meiner Meinung nach aus.
Das Herunterladen der Bücher ist absolut unproblematisch und geschieht innerhalb von wenigen Minuten.
Ob sich der Preis rechtfertigen lässt, nun, da bin ich mir nicht so ganz sicher. Denn er ist verdammt teuer!
Die kindle-Ausgaben sind dagegen meist etwas billiger als die gedruckte Version, allerdings ist die Auswahl der verfügbaren Bücher (noch) eher klein. Aber ich finde, das Lesen ist sehr viel bequemer als bei einem gedruckten Buch. Und die ‚Beschaffung’ von Nachschub ist unschlagbar.

Natürlich gibt es auch noch anderen Möglichkeiten, Hörbücher und E-Books zu erwerben, verschiedene Plattformen im Internet machen es möglich.
Ich habe jedoch beide Anbieter als solide Unternehmen kennen gelernt und bin sehr zufrieden.

Und trotzdem ist das hier keine Werbung, so!

Montag, 25. Juli 2011

Die Höllenpforte von Anthony Horowitz




Hörbuch, 4.Teil der ‚Die fünf Tore’-Reihe

Warum die Reihe ‚fünf Tore’ heißt, ist mir komplett schleierhaft, schließlich geht es um die fünf Torwächter – egal.

Nun, die ersten zwei Teile finde ich einfach toll, der dritte schwächelt ein bisschen und wird mir persönlich ein bisschen zu phantastisch. Der vierte Teil dagegen ist stellenweise so langatmig-langweilig, dass ich Mühe hatte, mich auf den Text zu konzentrieren. Ich weiß nicht, woran das liegt, schließlich geschieht eine ganze Menge, auch durchaus Spannendes. Vielleicht liegt es an dem Zerstörerischen der Alten. Es deprimiert mich wohl einfach.

Das Ende ist zum Schreien offen und ich weiß nicht, wann der 5. Teil in meine Hände kommt, seufz – denn dann werde ich natürlich alle vorherigen Teile auch wieder hören (müssen).

Insgesamt ist es eine interessante Reihe mit einiger Spannung und auch viel Phantasie – aber ich glaube, ich will alle Teile aus purem Trotz hören, nicht etwa, weil es mich wirklich interessiert.

Über den Wolken Mordens von David Holy




Hörspiel, audible

Ich mag keine Hörspiele, nicht, seitdem ich irgendwann als Kind aufgehört habe, sie zu hören. Aber manchmal bekommt man ja auch was geschenkt und dann…

Ich hab es mir also angehört und war angenehm überrascht. Die Darsteller sind allesamt gut, die Hintergrundmusik gefällt mir und die Geschichte ist zwar etwas abgedreht, aber durchaus witzig. Ja, ich habe an manchen Stellen laut gelacht.

Nun frage ich mich, was für ein Problem ich mit Hörspielen habe. Vielleicht geht es mir einfach zu schnell, vielleicht habe ich einfach nicht mehr so viel Phantasie, um eine Geschichte in meinem Kopf entstehen zu lassen, wenn ‚langatmige’ Beschreibungen fehlen. Oder vielleicht liegt es daran, dass ich als Kind ein Hörspiel unglaublich oft gehört habe. So oft, dass ich es fast auswendig kannte.

Der Plan ist jetzt also: noch einmal anhören und dann vielleicht mit dem zweiten Teil weitermachen.
Ich werde berichten.

Samstag, 23. Juli 2011

Warum noch ein Bücherblog?

Natürlich lese ich, momentan und technisch bedingt sogar eine ganze Menge.
Und dazu höre ich noch.

Also zuerst zu den Medien:
Vor etwa zwei Monaten habe ich mir einen kindle gegönnt. Nein, ich möchte hier keine Werbung für eine bestimmte Marke machen, es gibt einige ebook reader auf dem Markt und sie alle haben ihre Vor- und Nachteile.
Aus Bequemlichkeitsgründen entschied ich mich halt für den kindle. Punkt.
Es ist jetzt so, dass ich neuere Bücher auf dem Ding lese und damit zufrieden bin.
Ältere Bücher, die ich hier auch vorstellen möchte, oder auch solche, die mir einfach so ‚zugeflogen’ sind, lese ich natürlich als Druckversion.
Weiterhin höre ich Hörbücher, einmal als download von audible (auch das ist keine Werbung, außer, es bezahlt mich Jemand dafür ;)) oder eben als gekaufte CDs.
Warum ich das so aufschlüssele?
Weil ich es bei jeder Vorstellung anmerken werde.

Preise werde ich nicht nennen, außer es findet sich ein Sponsor.
Weiterhin werde ich auf Inhaltsangaben verzichten, die können überall nachgelesen werden.

Hier geht es nur um meine Meinung zu den einzelnen Büchern! Um Stil, Logik, Unterhaltungswert.

Und ich wäre sehr dankbar für Vorschläge und Rückmeldungen!

Der Frauenmörder von Hugo Bettauer




gelesen auf dem kindle

Ein älteres Buch – und so unglaublich gut geschrieben, dass mich allein schon der Stil begeistert hat. Anfangs irritierte mich die Anhäufung von Adjektiven, dann jedoch störte mich gar nichts mehr. Hugo Bettauer schaffte es, dass ich mitten in dem überfüllten Gerichtssaal saß!
Und die Geschichte ist so genial, ironisch, witzig, ein Sittengemälde der Zeit – absolut empfehlenswert!
Einziger Minuspunkt: ich hab es an einem Vormittag durchgelesen *seufz*

Über solche Schätze stolpert man leider viel zu selten.