Mittwoch, 28. Dezember 2011

Devils Kiss – Robert Gregory Browne

Audible, ungekürzt, gelesen von Erich Räuker

Ich geb es zu, ich wäre bestimmt nicht bei diesem Hörbuch gelandet, wenn es nicht umsonst gewesen wäre. So aber, nun, es fängt mal richtig 08/15 an und ich dachte schon ‚na, wieder so ein Polizei-Verschwörungs-Einerlei’. Tja, aber dann wird es richtig schön okkult und geheimnisvoll und ich konnte gar nicht aufhören, es zu hören.

Doch, es hat mir gefallen, dieses Hörbuch. – allerdings ist der Sprecher ein Kapitel für sich. Aber das verliert sich im Laufe des Lesens bzw. Zuhörens, denn mal ehrlich, wer hört noch den Sprecher, wenn es richtig zur Sache geht ;)
(in meiner nächsten Hörbuch-Rezension werde ich allerdings das Gegenteil behaupten, seid also gespannt)

Absolute Empfehlung, vor allem, weil gratis!

Dienstag, 27. Dezember 2011

Zeiten Zauber – Die magische Gondel von Eva Völler

Kindle

Ja, manchmal muss es mal wieder ein Jugend- oder sollte ich besser ein Mädchenbuch schreiben? sein.
Und das hier ist gar nicht so mädchenhaft geschrieben. Es unterhält mit einer guten Idee, die gut umgesetzt wird, Spannung und Mitfiebern kommt auf, Unterhaltung war gegeben. Dazu noch eine gehörige Portion Hintergrundwissen – doch, mir hat das Buch gefallen.

Irgendwann wird es bestimmt eine Fortsetzung geben, interessiert bin ich auf alle Fälle!

Montag, 12. Dezember 2011

Dreh dich nicht um – Karin Slaughter

Taschenbuch, geliehen

Kann man bei einem Verlag wie rororo eigentlich nicht erwarten, dass alle Buchstaben und alle Worte vorhanden sind, die es braucht, um einen Satz beim ersten Lesen zu verstehen? Nun, die Zeiten sind wohl schon länger vorbei, denn immer wieder stolpere ich (auch bei anderen Verlagen) über solche Mängel. Obwohl die Tageszeitung noch schlimmer ist.

Ansonsten hat mir das Buch wirklich gefallen, vielleicht, weil dort Dinge beschrieben werden, die ich einigermaßen nachvollziehen kann. Viel Psychologie, mehr noch als bei den Vorgängern, aber das passt ins Bild. Die Auflösung hatte ich vom Hörbuch noch in Erinnerung, deshalb eher uninteressant für mich.

Aber dann, das schlussendliche Ende, das hat mich umgehauen und ich hatte ein richtig fieses Grinsen im Gesicht. Sorry, aber manchmal kann es auch ruhig etwas gerecht zugehen auf der Welt. Und das moralische Entsetzen hält sich definitiv in Grenzen!

Eine in meinen Augen rundum gelungene Fortsetzung!

Sonntag, 11. Dezember 2011

Wintergeister - Kate Mosse

Audible, ungekürzt, gelesen von Reinhard Kuhnert

Irgendwie hat mich diese Geschichte an ‚Sturmhöhe’ erinnert – so nach dem Motto ‚ein Wanderer kommt in eine seltsame Gegend’.
Auch vom Stil her wird hier etwas altertümlich erzählt, ruhig irgendwie und antiquiert.

Mir hat es gefallen, weil es einfach anders ist und sehr interessant und an manchen Stellen geradezu spannend. Die traurige Geschichte dahinter hat mich berührt und mir den Schrecken der Tat verdeutlicht (es ist ganz schön schwer, nichts zu verraten ;))
Und das ist das seltsame an der Sache: ich lese Thriller und das Schicksal des Opfers berührt mich nur am Rande, wenn überhaupt, und dann kommt diese kleine Geschichte daher und ich hätte beinahe Rotz und Wasser geheult, weil es so schrecklich ist. Vielleicht, weil sie durchaus wahr sein könnte. Oder weil sie einfach gut erzählt ist.

Empfehlung?
Nichts für zarte, unbedarfte Gemüter, die die schnelle Unterhaltung suchen. Für alle anderen absolut hörenswert!

Samstag, 10. Dezember 2011

Die Seelen der Nacht – Deborah Harkness

Audible, ungekürzt, gelesen von Dana Geissler

Ich hatte so gehofft…
Und wurde natürlich enttäuscht. Nein, ich mag diese Vampirgeschichten einfach nicht. Auch wenn es hier hauptsächlich um Hexen geht. Aber diese Romantisiererei geht mir einfach gegen den Strich und auf die Nerven.
Wenige spannende Stellen, wenig Humor, nur der düstere Vampir und die unbedarfte Hexe mit ihren Fähigkeiten, die sie erst entdecken muss und doch nicht kann und dann wieder der düstere Vampir, der von inneren Konflikten beinahe zerrissen würde, wäre er nicht quasi unsterblich.
Aber man bemüht sich um Offenheit…

Nein, dieses Genre ist nichts für mich und ich sollte einfach die Finger davon lassen.

Empfehlung?
Wer die romantische Verklärtheit braucht und sie am liebsten mit Vampiren, Hexen und Dämonen erleben möchte, ist hier genau richtig.
Für alle anderen: Vorsicht, Biss-Gefahr ;)

Freitag, 9. Dezember 2011

Ehehölle – Magdalena Graaf

Taschenbuch

Nein, ich mag keine ‚wahren Geschichten’. Aber das Buch ist ein ‚Zugeflogenes’, also habe ich mich mal daran begeben.

Schöne Aussage im Nachwort: ich bin keine Schriftstellerin.
Nein, das ist Frau Graaf nicht. Ist aber auch nicht so schlimm.
Herausgekommen ist eh ein Buch, das mich mit zwei Gedanken zurücklässt: ‚wie kann man so blöd sein?’ und ‚warum kann ich es einfach nicht nachvollziehen?’.
Im Grunde ein Buch, das ich definitiv nicht brauche. Allein die Anklage gegen die oft gedankenlose Staatsmacht (hier gibt es wohl einiges zu tun und zu überdenken, denn ich glaube nicht, dass es in Deutschland anders ist) ergibt für mich einen Sinn – auch wenn man dann das Potential der Bekanntheit anders nutzen könnte.

Was mich richtig geärgert hat war das rosarote Ende. Friede, Freude, Eierkuchen? Also ehrlich, mit mir nicht!

Alles in Allem ein Buch, das bedeutend mehr verspricht, als es hält, und eine Menge stilistischer Fehlleistungen enthält, logische sowieso.
Mehr Erfahrungsberichte brauche ich in nächster Zeit nicht!

Vergiss mein nicht – Karin Slaughter

Taschenbuch

Neuer Rekord: bereits auf Seite 66 ‚wusste’ ich, wer beteiligt war, meine Güte! Obwohl das vor dem Hintergrund der Erkenntnisse der letzten Jahre wohl auf der Hand liegt.

Aber es ist ein spannendes, fesselndes Buch und eine Geschichte, die unter die Haut geht.
Am besten gefallen mir jedoch die Stammcharaktere, deren Entwicklungen und Beziehungen hier weiter beschrieben werden. Ja, sie können einem ans Herz wachsen.
Zu meinem Glück habe ich in meinem Bekanntenkreis jemanden, der mir freundlicherweise die nächsten Bände geliehen hat, es geht also weiter.

Insgesamt kann ich nur bestätigen, was der erste Band versprochen hat: gute, spannende Unterhaltung an der Grenze des Erträglichen – ich hoffe, es werden niemals Tiere gequält, dann müsste ich dankend verzichten. Doch, auch ich habe meine Grenzen!
Was jetzt auch irgendwie seltsam ist und mir vor Augen führt, wie unterschiedlich die persönlichen Gewichtungen und Schmerzgrenzen gelagert sein können. So wird ein ‚einfacher’ Thriller zu einem Spiegel, der einem vorgehalten wird und der zeigt, inwieweit man durch Filme, Bücher und auch Tatsachenberichte im gewissen Maße abgestumpft ist.
Solche Dinge passieren, jeden Tag, überall, nicht mir, aber anderen. Und ganz ohne Zweifel gab es das schon immer. Darüber zu lesen, vor allem mit dem Bewusstsein, dass es sich um bloße Fiktion handelt, lässt einen zwar erschaudern und dankbar für die eigenen Lebensumstände sein, aber mehr auch nicht.
So lieben wir wohl den Kitzel in dem Bewusstsein, dass am Ende Alles gut wird, wenn auch nicht für alle Beteiligten, aber das gehört dazu.
Aber jeder hat seinen wunden Punkt.

Ich werde berichten, wenn meiner erreicht ist!

Dienstag, 6. Dezember 2011

Ich habe sie geliebt – Anna Gavalda

Taschenbuch

Wieder eines von den ‚zugelaufenen’ Bücher. Und selbst gekauft hätte ich es mir auch bestimmt nicht, obwohl mir die Autorin in letzter Zeit ab und zu unter die Augen kam und ich ein bisschen neugierig war.

Tja, und was soll ich jetzt darüber schreiben?
Meine Gefühle sind gemischt.
Einerseits finde ich es befremdlich, das Thema ‚Ehebruch’ so darzustellen. Das widerspricht meiner Überzeugung.
Auf der anderen Seite war es interessant, die Argumentation zu erleben.
Geschrieben ist es in einem sehr guten Stil, wie ich finde. Die ständigen Absätze haben mich irritiert und scheinen eher dazu geeignet, Seiten mit Leerräumen zu füllen, wenn die Worte nicht reichen wollen.

Eine Empfehlung fällt mir schwer.
Mein Ding ist es nicht, aber es gehört bestimmt zur ‚besseren’ Literatur.

Samstag, 3. Dezember 2011

Frevel – Tom Egeland

Taschenbuchausgabe

Ein ziemlich deprimierendes Buch – vom Stil her. Leise Töne, innere Konflikte und eine Lebensgeschichte, die es in sich hat.
Außerdem jagt eine Lügengeschichte die nächste, was einem als Leser doch ziemlich verwirren kann.

Dieses Buch wird mit ‚Sakrileg’ verglichen, auch vom Autor selbst, aber ‚Frevel’ gefällt mir besser. Es ist nicht so amerikanisch-actionlastig, und doch spannend, oder eher: fesselnd. Die Verfolgungsjagden sind eher langsam, weil zufuß, die ‚Bösen’ nicht so richtig böse, und am Ende löst sich doch Alles auf, oder auch nicht!

Die Charakteren und ihre Geschichten haben mich überzeugt, auch die Nebendarsteller, die einem richtig ans Herz wachsen können.

Kurzum, ein Buch, das ich ohne Bedenken weiter empfehlen kann, vielleicht aber nicht unbedingt an Leser, die viel Action in einem Buch brauchen ;)

Belladonna – Karin Slaughter

Taschenbuchausgabe

Nach den ersten Seiten hatte ich das Gefühl, dieses Buch schon einmal gelesen zu haben, obwohl die Handlung nicht exakt in meine Erinnerung passte. Aber siehe da, ich hatte vor einiger Zeit den übernächsten Band gehört. Leicht irritiert denke ich, dass Karin Slaughter ihre ‚Helden’ immer ähnliche Abenteuer bestreiten lässt. Und ob mir das gefällt, weiß ich nicht.

Aber nun zu diesem Buch: Natürlich ist es spannend, solide geschrieben, gute Charakterenzeichnung und überhaupt das, was man von einer Bestseller-Autorin erwarten darf. Aber, und das ist ein großes aber, wenn ich auf Seite 200 (bei insgesamt über 400 Seiten) schon stark vermute, wer der Mörder ist, dann ist das Ende wohl kaum überraschend. Das hat mich sehr enttäuscht. Denn natürlich rät man immer mit, stellt Vermutungen an und versucht, Fäden zu verknüpfen, aber (oh, schon wieder), wenn man mit der einfachen Masche ‚wer kann es eigentlich auf gar keinen Fall gewesen sein’ zum Erfolg kommt, dann ist das lächerlich und beleidigt mich fast als Leser.

Trotzdem war es spannend.
Und ich habe mir sofort den nächsten Band bestellt.

Empfehlung?
Wer Einheitskost mit einem gewissen Maß an Brutalität mag, ist hier gut unterhalten.

Was sagt das jetzt über mich aus? ;)

Trucker/ Wühler/ Flügel – Terry Pratchett

Audible, ungekürzt, gelesen von Rufus Beck

Ich mag Terry Pratchett, obwohl ich mich nie so richtig für seine Scheibenwelt-Bücher begeistern konnte. Das liegt aber eher daran, dass ich nie den Anfang fand, sondern immer irgendwie in der Mitte landete. Wie dem auch sei, ich mag seinen Humor, der mich stark an Douglas Adams erinnert.

Und dann traf ich auf die Nomen-Trilogie und wusste: hier kann ich anfangen und auch beenden.
Obwohl ich so meine Probleme mit Rufus Beck habe (alle Teile von Harry Potter und Artemis Fowl – irgendwann will man Hagrid nicht mehr hören!)

Alle drei Teile sind ganz wundervoll, humorvoll, wortwitzig (obwohl ‚heilige Socken’ im englischen verständlicher und witziger ist!) und überhaupt umwerfend!

Für alle Fans des etwas spinnerten englischen Humors ganz bestimmt ein Muss, für Phantasy-begabte sowieso. Ich jedenfalls war rundum begeistert und habe jede Minute genossen, auch dank Rufus Beck, der sich ungewohnt aber passend zurückhält.