Montag, 30. Juli 2012

Du darfst keinem trauen (Night School 1) – C.J. Daugherty


Leseexemplar, Jugend-Mystery



‚100% vampirfrei’ – ja, das ist dieses Buch, und das ist überhaupt nicht gut. Mir jedenfalls hätten Vampire, Hexen, Zauberer und meinetwegen auch Chimären besser gefallen, als das, was hier aufgeboten wird. Allerdings werden hier mal nicht die Freimaurer bemüht. Also wäre das vielleicht auch Alles noch zu ertragen gewesen, wäre es stilistisch nicht so grauenhaft geschrieben worden.

C.J. Daugherty schreibt auf einem sehr niedrigen, manchmal fast kindlichem Niveau, nur um dann wieder hochgestochen daher zu kommen. Das passt einfach nicht und ist äußerst unrund.

Dabei hat die Geschichte durchaus Potential, irgendwie. Eine Mischung aus Harry Potter und Dead Beautiful ohne das Übersinnliche, Phantastische. Irgendwie eben ein Jugendroman, der in einem Internat spielt. Dagegen habe ich nichts, auch wenn das Thema langsam ausgereizt zu sein scheint. Und man sollte nicht vergessen, dass dies nur der erste Teil einer Reihe von fünf Teilen ist, die jetzt wohl im gewissen zeitlichen Abstand erscheinen werden. Und deshalb wird natürlich nicht zu viel verraten, sondern nur angedeutet. Deshalb sind die Charaktere auch noch nicht so richtig komplex und einschätzbar. Und ja, ich würde gerne wissen, wie es weitergeht. Ob die tapferen Helden der dunklen Seite der Macht widerstehen können?

Aber ob ich in einem halben Jahr wirklich die Fortsetzung in die Hand nehme und mir diese stilistische Fehlleistung erneut antue, kann ich wirklich nicht sagen. Denn wenn ich richtig darüber nachdenke, könnte ich mir schon selbst ausmalen, wie es weitergeht. Das Wort ‚Klischee’ drängt sich einfach auf.

Fazit?
Ich hatte mich sehr auf dieses Buch gefreut, daher bin ich ein bisschen enttäuscht. Die Geschichte ist zwar sehr vorhersehbar, aber doch teilweise spannend genug, um das Buch nicht einfach abzubrechen. Aber ob das reicht, um die Fortsetzungen lesen zu wollen, weiß ich nicht.

Sonntag, 29. Juli 2012

Das Lächeln der Frauen – Nicolas Barreau


Audible, gekürzt, gelesen von Andreas Fröhlich, Stefanie Stappenbeck, Liebeskomödie



Ziemlich unbedarft ging ich an diese Geschichte und dachte zuerst, dass sie nicht meinen Geschmack treffen würde. Diese etwas unbeholfene Art des Lesens von Stefanie Stappenbeck konnte mich nicht für sich einnehmen. Übrigens stelle ich immer wieder fest, dass Frauen eher nicht so gut lesen, jedenfalls für meine Ohren.
Doch dann betrat Andreas Fröhlich die Bühne und ich bekam das üble Dauergrinsen nicht mehr aus dem Gesicht. Eine sympathische Stimme mit einem Lächeln und einem Augenzwinkern – und damit genau passend für diesen Roman. Denn der ist charmant-witzig, liebevoll, lebendig, leicht.
Leider gefiel mir auch bis zum Schluss die weibliche Figur nicht so richtig. Ein bisschen zuviel Selbstmitleid und Blauäugigkeit für meinen Geschmack.
Aber das macht die männliche Figur mehr als wett.

Fazit?
Eine charmante Liebesgeschichte, die noch durch Andreas Fröhlich gewinnt. Mir hat es sehr viel Spaß gemacht. Auch die Geschichten rund um Bücher.

Der Junge, der Träume schenkte – Luca Di Fulvio


E-book, Belletristik



Worum geht es in diesem Buch?
Vielleicht ist es eine Liebesgeschichte?
Vielleicht ein Roman darüber, wie jemand aus dem Nichts zur Berühmtheit wird?
Vielleicht geht es um New York?
Vielleicht auch um Hollywood?

Ganz viele unterschiedliche Geschichten werden hier zu etwas zusammengesetzt, das durchaus interessant ist, aber gleichzeitig auch irgendwie äußerst abstoßend. So habe ich das Buch zwar zügig durch gelesen aber wirklich gefesselt hat es mich nur an wenigen Stellen.
Manche Stellen sind stilistisch sehr gut, manche sind irgendwie gewollt. Zum Beispiel ist es durchaus statthaft, bestimmte Sätze zu wiederholen, doch hier geschieht dies ungewöhnlich oft, als würde der Autor dieses Stilmittel ausreizen. Oder sich an bestimmte Regeln halten.

Tja, und dann noch die Erzählweise im Allgemeinen. Mich hat geradezu fasziniert, wie wenig mich die Emotionen der Protagonisten berührten. Luca Di Fulvio beschreibt Inneres und Äußeres beinahe klinisch und verliert sich höchst selten im Überschwang, am ehesten in den brutalen Szenen. Aber selbst die bleiben doch distanziert und kalt.
So entsteht bei mir der Eindruck, als wolle ein Blinder über Farben schreiben. Oder, deutlicher, Luca Di Fulvio gibt seinen Helden tiefe Gefühle, die er selbst nicht hat. Er versucht diesen Gefühlen nachzuspüren, indem er sie so beschreibt, wie sie schon tausendfach beschrieben wurden, aber nicht unbedingt so, wie sie jemand beschreibt, der sie erlebt hat.

Fazit?
Luca Di Fulvio hat einen großartigen Roman über einen Teil der US-amerikanischen Geschichte geschrieben, aber es fehlt mir persönlich das Besondere!

Tom Scatterhorn und der Saphir des Maharadscha – Henry Chancellor


Taschenbuch, Abenteuer- Fantasyroman ab 12 Jahren



Zuerst dachte ich, es wäre ein Abklatsch von ‚Nachts im Museum’, aber dann entwickelte sich die Geschichte zu einem wahren Feuerwerk an phantastischen Ideen und Abenteuern. Ein ganz kleines Bisschen abgedreht ist es schon, vielleicht inspiriert von Lemony Snicket, aber durchaus nicht völlig realitätsfern. Manche Szenen haben mich etwas entsetzt, ziemlich brutal kommen sie daher, und manche Dinge sind natürlich auch völlig absurd, aber es stimmt einfach das Gesamtpaket.

Das Buch ist erfreulicherweise nicht kindlich geschrieben, vielmehr versteht sich der Autor auf eine verständliche aber nicht simple Ausdrucksweise, und schreckt damit auf keinen Fall erwachsene Leser ab.

Übrigens gab es zu meiner Ausgabe auch noch eine Lupe dazu, sodass ich mich dann gleich mal auf die Suche nach Käfern machen kann, äh, oder so. Ein nettes Gimmick, finde ich.

Dass dies der erste Teil einer bisher zweiteiligen Geschichte ist, stürzt mich ein wenig in Verzweiflung. Natürlich ist das Buch in sich gut abgeschlossen, doch deutet der Schluss weitere Ereignisse an, die vielleicht auch interessant sein könnten.

Fazit?
Ein unterhaltsames Buch, das genau das hält, was es verspricht: ein interessantes Abenteuer mit viel Phantasie.

Mittwoch, 25. Juli 2012

Die Differenzmaschine – William Gibson & Bruce Sterling


Taschenbuch, Vergangenheitsdystopie (?)



Die New York Times schreibt über dieses Buch: ‚Der Kultroman einer ganzen Generation! Wer die digitale Revolution verstehen will, muss dieses Buch lesen.’

Ich habe nicht verstanden, worum es wirklich geht. Und das hat das Lesen sehr erschwert. Nach etwa 200 Seiten fand ich es interessant, hatte mich an den meiner Meinung nach nicht sehr flüssigen Stil gewöhnt. Da hatte es auch mehr Ähnlichkeit mit einem Abenteuerroman. Aber irgendwie war ich jedes Mal wieder raus, sobald ich es aus der Hand gelegt habe und musste mich fast zwingen, es weiter zu lesen.
Weil ich einfach nicht wusste, worum es geht!

Industrielle Revolution?
Computerzeitalter im 19. Jahrhundert?
Totale Überwachung?
Diktatur des Proletariats oder doch des Bildungsbürgertums?

Alles wird irgendwie angeschnitten, halbherzig angerissen. Und dann auch noch mit tatsächlichen historischen Personen und Ereignissen verknüpft, die jedoch nichts mit der mir bekannten Realität zu tun haben. Ja, es ist, als hätte die Realität bzw. die Vergangenheit, wie ich sie kenne, einen großen Schritt zur Seite gemacht. Das alleine hätte ich interessant gefunden.

Doch was mir fehlt ist eine klare Aussage darüber, was eigentlich Tacheles ist! Vielleicht fehlt mir die Intelligenz, dieses Buch zu begreifen, vielleicht auch einfach nur der Nerv dafür, mir aus Bruchstücken, die mir die Autoren hinwerfen, ein Gesamtbild zu formen. Aber muss ich das als Leser, der ein Taschenbuch in die Hand nimmt und auf unterhaltsame Stunden hofft?

Fazit?
Ab und an interessant, bleibt doch das Gefühl, dass ich meine Zeit verschwendet habe!

365 Tage Karl May – Hans-Dieter Steinmetz






Zum Inhalt:
Für jeden Tag des Jahres findet sich in diesem Band eine Auswahl aus der großen Fülle der Ereignisse in Karl Mays siebzigjährigem Leben. Die so entstandenen Tagesblätter (jeder Tag komprimiert auf einer Buchseite) fügen sich zu einem immerwährenden Kalender zusammen. Durch die Auswahl wird dem Leser ein möglichst vielseitiger Einblick in Mays Leben geboten.
Die Wochenstruktur wird durch die 52 wöchentlich eingefügten Essays sichtbar. Sie greifen stets ein mit einem Tag der laufenden Woche verbundenes Thema auf, versehen mit einer dazugehörigen Abbildung, und erläutern auch Zusammenhänge zwischen einzelnen Einträgen.

Meine Erwartung:
Vor einiger Zeit hatte ich das Hörbuch ‚Ja uff erstmal' gehört, und war neugierig geworden auf Karl May. Nun sind Abenteuerromane nicht unbedingt mein Genre, weshalb ich bislang davor zurück schreckte, wirklich ein Buch dieses Schriftstellers in die Hand zu nehmen. Deshalb nahm ich die Gelegenheit wahr, die mir bloggdeinbuch eröffnete und bewarb mich für diesen Band, der in Zusammenhang mit der Karl-May-Chronik steht und quasi als Begleitbuch gedacht ist. Ich wollte also einfach mehr über diesen Autor erfahren.

Was ich bekam:
Das Büchlein ist äußerlich im Stil der Karl-May-Edition angepasst, was mir sehr gut gefällt. Goldprägung, am Rücken die bekannten Ornamente, ein entspannt lächelnder Karl May auf dem Cover, alles sehr ansprechend. Also las ich freudig erregt das Vorwort und war ein bisschen irritiert. Von Fügung ist dort die Rede, von Vorsehung und die Verknüpfung eines Datums im Laufe der Jahre. Nun, Hans-Dieter Steinmetz bezieht sich hier auf die Überzeugung Karl Mays, dass eben Alles im Leben irgendwie vorherbestimmt ist. Gut, ist ja kein Problem, also weiter im Text.
Natürlich habe ich zuerst das aktuelle Datum aufgeschlagen. Dort, und bei jedem anderen Datum, stehen fettgedruckte Jahreszahlen und entsprechend, was in diesem Jahr und an diesem Datum im Leben des umtriebigen Karl May geschah. Eigentlich ziemlich aus dem Zusammenhang gerissen, dachte ich, und blätterte zurück zum dem Wochenessay. Aha, wenigstens ein ‚Vorgang' wird erklärt.

Meine Meinung:
Für Jemanden, der überhaupt keine Ahnung von Karl May hat, ist dieses Büchlein absolut ungeeignet. Die gesammelten Informationen sind durch die Bindung an ein Datum unübersichtlich und zum Teil unverständlich. Wer sind zum Beispiel diese ganzen Menschen? Hilfreich wäre hier ein kurzer, vielleicht tabellarischer Lebenslauf gewesen. Denn kann man allerdings auch ohne Probleme im Internet finden ;)
Als Begleitband zu der Chronik ist es allerdings ein richtiges Schmuckstück, ein Buch, das einen am Tagesbeginn einstimmt auf einen Autor, der nicht nur viel geschrieben sondern auch heute noch viel zu sagen hat. Manches mutet sicher seltsam an, doch als Zeitzeuge, als Kind seiner Zeit und mit seinen Gedanken zum Ziel der Menschheit, ist Karl May sicherlich immer noch aktuell. Wenn auch der Begriff ‚Edelmensch' bei mir ein wenig auf Widerwillen stößt.

Fazit?
Ja, ich gebe es zu, ich bin jetzt richtig neugierig geworden. Erstens auf den Menschen Karl May und zweitens auf seine Bücher. Und drittens auf die Ideologie, die dahinter steckt.

Ich danke bloggdeinbuch und dem Karl-May-Verlag für das kostenlose Buch, dass mich bestimmt noch über die Jahre begleiten wird!

Dienstag, 24. Juli 2012

Erebos – Ursula Poznanski


Taschenbuch, Jugendthriller



Ein Buch, das es schafft, dass ich Alles um mich herum vergesse, ist selten. Meist gelingt es mir nicht, komplett einzutauchen in eine Geschichte, dazu gibt es zuviel Ablenkung um mich herum. Oder zu viele Gedanken in meinem Kopf.
Diesem Buch ist es gelungen, mich gefangen zu nehmen und in eine andere Welt zu entführen. Und das nicht nur für einige Minuten und hin und wieder, sondern nahezu komplett über die gesamte Lesezeit.

Stilistisch hat mich der Zeitenwechsel fasziniert, ein interessanter, sehr gelungener Kunstgriff! Auch die ‚Anmerkungen’ waren reizvoll, auch wenn mir erst spät auffiel, was das zu bedeuten hatte.
Aber genau das macht es aus. Unvorhergesehenes, Überraschendes, Neues. ‚Erebos’ hat mehr gehalten, als ich mir versprochen hatte und das begeistert mich.

Dies ist das zweite Buch, das ich von Ursula Poznanski gelesen habe. Stärker noch als ‚Fünf’ überzeugt mich ‚Erebos’ und ich werde ganz bestimmt noch ‚Saeculum’ lesen. Und mich auf jedes neue Buch dieser Autorin freuen!

Empfehlen möchte ich an dieser Stelle ‚For the win’ von Cory Doctorow – da geht es auch um Computerspiele und noch sehr viel mehr!


Fazit?
Eine absolut euphorische Leseempfehlung!
Mehr bleibt nicht zu schreiben.

Moldin (Folge 1) – Niels Loewenhardt


Hörspiel für Kinder, www.moldin.de



Über dieses Hörspiel bin ich mal wieder bei www.gratishoerspiele.de gestolpert und muss sagen, dass ich angenehm überrascht wurde. Es ist sehr professionell, liebevoll eingespielt und voller Wortspiele und Situationskomik. Das Richtige für zwischendurch und nur mal so.

Wie immer kann ich natürlich nicht beurteilen, ob oder ab welchem Alter es für Kinder geeignet ist, doch denke ich aufgrund des sprachlichen Niveaus sollten sie schon etwas älter sein.

Die Moldin-Geschichte besteht aus drei Teilen, die alle bereits als download verfügbar sind. Und so wie die ‚Vorschau’ hier am Ende ist, geht es äußerst interessant weiter.

Fazit?
Ich liebe diese kleinen Überraschungen, über die ich manchmal stolpere und dir mir gute Laune bereiten. ‚Moldin’ ist so eine Überraschung!

Philip Ardaghs völlig nutzloses Hörbuch der haarsträubendsten Fehler der Weltgeschichte – Philip Ardagh


Audible, gekürzt, gelesen von Gustav-Peter Wöhler



Dieses Hörbuch stand schon länger auf meinem Merkzettel bei audible und gestern habe ich es mir einfach mal ‚gegönnt’, so für zwischendurch.
Und genau so ein Hörbuch ist es, einfach mal was anderes so zwischendurch. Philip Ardagh, den ich wegen seines Humors (‚Schlimmes Ende’) sehr gerne höre, hat in diesem Hörbuch wirklich heftige Fehler aufgelistet, die zum Teil so absurd sind, das man nicht weiß, ob man lachen oder heulen soll.
Leider sind diese Geschichten aber zum Teil sehr kurz gehalten, fast stichpunktartig, und obwohl man vielleicht einfach nicht mehr dazu sagen könnte, hat mich diese Auflistung gestört. Gemerkt habe ich mir vielleicht drei oder vier Geschichten, und das erinnerte mich stark an das Buch ‚Dumm gelaufen: 600 Missgeschicke mit Todesfolge’ von Cynthia Ceilan.
Vielleicht sollte ich dieses Buch ein paar Mal hören, um wirklich Alles zu verinnerlichen, aber ich glaube nicht, dass ich das wirklich mache L
Gustav-Peter Wöhler liest das Buch sehr schön, ein bisschen flapsig, ein bisschen ironisch, also richtig gut!

Fazit?
Viel Wissen, das unterhält, aber nicht lebenswichtig ist. Einfach gute Unterhaltung!