Freitag, 31. August 2012

Blind Date mit einem Vampir – Katie MacAlister


Audible, ungekürzt, gelesen von Vera Teltz, Vampirfantasy



Dieses Hörbuch befindet sich bereits sehr lange in meiner Bibliothek, aber alsich es bekam, habe ich noch nicht einmal die ersten zwei Stunden ausgehalten.
Nun jedoch, nachdem ich irgendwie in einen ‚Vampirrausch’ geraten bin (ich sage nur ‚True Blood’), habe ich mich doch noch einmal daran begeben und es hat mir sehr gut gefallen. Das bestätigt meine These, dass es manchmal einfach nicht der richtige Zeitpunkt für ein Buch ist.

Wie dem auch sei, ‚Blind Date mit einem Vampir’ ist der erste Teil der Dark-Ones-Reihe, und bietet neben viel, ich hätte es fast Abenteuer genannt, Aufregung und Spitzfindigkeiten, wobei der Humor schon ziemlich speziell ist, irgendwie(ich weiß, dieser Satz ergibt wenig Sinn). Das, was mich wirklich an dem Buch fasziniert hat, waren weniger die Vampire, sondern vielmehr die Sexszenen, die wahrlich wenig Platz für Phantasie lassen, ohne jedoch ordinär zu sein. Und genau das trifft momentan den richtigen Nerv bei mir.

Kleiner Gag am Rande: in der Bücherei meiner Stadt steht dieses Buch unter Jugendliteratur’, für mich völlig unverständlich.

Vera Teltz liest leider nicht so gut, finde ich, sie holpert ziemlich durch den Text, zögert aber dankenswerterweise nicht über die ‚schlüpfigeren’ Stellen, was das Hören dann doch sehr angenehm macht.

Natürlich wird hier beinahe jedes Klischee bedient, nicht nur, was Vampire im Allgemeinen betrifft, aber wie geschrieben, mich hat es gut unterhalten und so etwas wie Romantik kann manchmal auch nicht schaden, obwohl die Sache mit dem geplatzten Kondom schon ziemlich, nun, ich weiß nicht, ob es so etwas wirklich braucht. Und genau deswegen denke ich, dass Jugendlichen ein ganz seltsamer Eindruck gegeben werden könnte. Aber wer bin ich, dass ich moralisiere?

Fazit?
Ich glaube, ich habe eine neue Lieblingsserie!

Schwert & Revolver – David Michel Rohlmann



Taschenbuch, Fantasy



Inhalt:
Schmerzen. Das ist das Erste, was er wahrnimmt. Als er die Augen schließlich offen halten kann, ist nichts so, wie es sein sollte. Weder die Häuser noch die Menschen kann er zuordnen. Wie ist er hierher gelangt? Der alte Mann, der vorgibt, der König zu sein, ist ihm genauso fremd wie die Welt um ihn herum. Er trifft auf gewaltige Reptilien, unheimliche Vogelreiter, waschechte Cowboys und beleidigte Roboter. Die Geschöpfe der Nacht rüsten sich für den ständigen Kampf mit den Menschen. Er muss sich für eine Seite entscheiden.

(Übrigens geht es nicht um Vampire, nur mal so nebenbei erwähnt ;))

Über den Autor:
Das Autorenporträt am Anfang des Buches hat mich sehr amüsiert. Ich meine, wen interessiert es, das wievielte Kind von wie vielen Kindern jemand ist, oder ob der Autor Fußball spielt. Hier wäre ein sachlicherer Ton meiner Meinung nach überzeugender gewesen. Und ein bedeutend kürzerer Text mit Eckdaten.

Meine Erwartungen:
Ich hatte mich auf ein völlig abgedrehtes Abenteuer gefreut, in dem es keine Grenzen gibt.

Meine Meinung:
Von Anfang an sprüht dieses Buch vor Situationskomik und Sprachwitz, so dass die Handlung manchmal eher zweitrangig ist, jedenfalls für mich. Sehr gut strukturiert erzählt David Michel Rohlmann seine Geschichte, die mit absurden Personen und ebensolchen Geschehen aufwartet, bei denen ich mich sehr gut unterhalten habe. Dabei liegen seine Stärken vor allem in widersinnigen Dialogen und der Liebe zu seinen Protagonisten. Letztere spürt man durch das ganze Buch und das macht Freude.
So ist dieses Buch tatsächlich ein ganz besonderes Stück Erzählkunst. Und die Anspielungen auf, nun, ich nenn das jetzt mal ‚anderes’ sind wirklich wunderbar.
Warum aber vergebe ich nicht die volle Punktzahl?
Weil es immer wieder kleine, logische Fehler gibt. Es wird Bezug genommen auf etwas, das nicht erwähnt wurde, und das ist äußerst lästig, weil es mich immer wieder zwang, zurück zu blättern, um zu schauen, ob ich nichts übersehen hatte.
Und ich bin froh darüber, dass dieses Werk nicht perfekt ist. Das macht es nämlich umso liebenswerter. Und es bleibt Raum zur Verbesserung. Ich würde mir mehr Geschichten von David Michel Rohlmann wünschen.

Fazit?
Obwohl meine Erwartungen relativ hoch waren – und ich insgeheim mit einer herben Enttäuschung gerechnet habe – hat mich dieses Buch positiv überrascht. Gerade die Dialoge haben mich völlig überzeugt. Wortgewandt und humorig geht der Autor einen Weg, auf den man ihn gerne begtleitet.

Ich danke bloggdeinbuch und dem Epidu-Verlag für das Rezensionsexemplar und bestellen kann man es hier.

Harry Potter und der Orden des Phönix – Joanne K. Rowlings


CD, ungekürzt, gelesen von Felix von Manteuffel, Fantasy



Ich weiß nicht, woran es liegt, vielleicht habe ich diesen Band zu oft gehört, vielleicht ist es auch dieses pubertäre Rumgezicke von Harry, aber es ist mir ziemlich schwer gefallen, dieses Hörbuch zu Ende zu hören bzw. bei der Stange zu bleiben. Dazu kommt noch, dass es mich langsam aufregt, wie viel hätte vermieden können, wenn Dumbledor endlich mal…

Wie dem auch sei, es ist manchmal schwierig, eine eher lange Serie zu lesen oder zu hören, und genau hier ist der Punkt erreicht, eine Pause einzulegen.

Felix von Manteuffel liest weiterhin sehr gut und angenehm, seine schauspielerischen Ambitionen beschränken sich weitestgehend auf die wirklich spannenden Passagen und das ist gut so.

Fazit?
Ich hatte das starke Gefühl, einfach durch halten zu müssen. Das hat aber weniger mit dem Inhalt oder dem Vorleser zu tun, sondern wohl einfach mit meiner Stimmung.

Montag, 27. August 2012

Purpurmond - Heike Eva Schmidt


gebundene Ausgabe, Jugendfantasy, Zeitreise



Leider hatte ich mich sehr auf dieses Buch gefreut, deshalb fällt es mir jetzt schwer, eine halbwegs objektive Bewertung abzugeben.
Die Geschichte ist nett, gut durchdacht und auch spannend (wenn auch vorhersehbar), also insgesamt gute Unterhaltung für einen verregneten Sonntag. Auch haben mir die stilistischen Eigenheit gut gefallen, bis auf eine.
Heike Eva Schmidt zieht ständig Vergleiche, die zwar sehr anschaulich sind, die mich aber immer wieder aus dem Erzählfluss gerissen haben und mir irgendwann nur noch auf die Nerven gegangen sind. Es kam mir so vor, als wolle sie krankhaft bildlich darstellen, ohne sich auf die Phantasie des Lesers verlassen zu wollen. Das finde ich schade, weil einfach übertrieben, hier wäre weniger einfach mehr gewesen.

Der Versuch, jungen Menschen die Schrecken der Hexenprozesse nahe zu bringen (mit allem, was dazu gehört, also auch die wirklichen Beweggründen), ist sehr gelungen, und da haben mir besonders die 'Anmerkungen' am Ende gefallen. Den Opfern von Habgier, Neid, Eifersucht und Intoleranz ein Denkmal zu setzen, finde ich hier sehr gelungen und hebt dieses Buch meiner Meinung nach von anderen Fantasyroman positiv hervor.
Denn so fern uns diese Zeit auch scheint, die Menschheit als solche hat sich wohl kaum geändert. Und Toleranz ist immer ein Thema.

Genug moralisiert!

Fazit?
Ein nettes Buch mit Botschaft, inhaltlich überzeugend, stilistisch mir persönlich zu flapsig-simpel.

Freitag, 24. August 2012

Biss zum Ende der Nacht – Stephenie Meyer


E-Book, Vampirliebesroman



Wieder einmal war ich überrascht von einem Werk von Stephenie Meyer. Insgesamt ist es ziemlich interessant, teilweise auch annähernd spannend Doch wieder geht es mir ziemlich auf die Nerven, wie ständig von der Liebe geschwafelt wird, ganz zu schweigen von der Schönheit. Meine Lehre daraus ist folgende: sollte ich jemals einen Liebesroman schreiben, werde ich auf diese Art der Beschreibungen weitgehend verzichten. Und ich hätte mich über eine vernünftige Sexszene gefreut, denn damit wäre ein Vorurteil, das ich vor Beginn des Lesens hatte, ausgeräumt worden. Aber nein, es werden Erinnerungen angedeutet und Kollateralschäden beschrieben.
Also doch ein sauberes, moralisches, amerikanisches Teeniebuch?
Ja, genau das ist es. In allen vier Bänden geht es um Toleranz, ‚Glaubensfreiheit’, selbstbestimmtes Leben, den Zusammenhalt von Familie, Treue, Freundschaft, also das Übliche, das mich ziemlich an die Familienserien meiner Kindheit erinnert, wenn ich genauer darüber nachdenke.
Und genau das ist mir zeitweise ziemlich quer runter gegangen.

Was mich jedoch angenehm überrascht hat, war das stilistische Niveau und die Herausarbeitung der Charaktere. Das ist einfach gute schriftstellerische Leistung.
Zum anderen ist die ganze Geschichte gut durchdacht und in sich logisch.

Nur was mir oft gefehlt hat, war das Kribbeln im Bauch, das mitträumen und vielleicht auch mal so etwas wie Entsetzen oder Staunen. Trotz aller Probleme ist es irgendwie zeitweise langatmig-langweilig, und auf heile Welt gemacht. Ja, die rosarote Zuckerwatte ist beständig mindestens im Hintergrund zu sehen.

Fazit?
‚Biss zum Ende der Nacht’ ist der würdige Abschlussband einer Reihe, die mich überraschend aber nicht vollkommen überzeugt hat.

Everlasting – Holly-Jane Rahlens



Taschenbuch, Liebesroman



Vor einiger Zeit setzte ich dieses Buch auf meine Wunschliste und hatte wohlweislich vergessen, worum es darin überhaupt ging (und ich werde es hier auch nicht verraten).

Es fängt ein bisschen schwierig an, das gebe ich zu, aber irgendwann hatte mich das Buch dermaßen gepackt, dass ich es nicht mehr aus der Hand legen konnte und es innerhalb weniger Stunden durch las.
Denn es ist einer der schönste Liebesroman, die ich je gelesen habe. Hier stimmt einfach Alles: der Stil (ich habe manche Sätze und Seiten mit staunenden Augen gelesen, weil sie so genial sind), die Charaktere, die Gefühle, die Geheimnisse, die Spannung, die Geschichten hinter der Geschichte. Nichts ist irgendwie gekünstelt oder aufdringlich, nichts ist kitschig. Im Gegenteil ist es herzerfrischend, ließ mich träumen, hoffen und bangen und es schließlich…

Es ist eines dieser Bücher, die in einem nachschwingen und einem ein gutes Gefühl geben. Nicht, weil man sich an die Stelle der Protagonisten wünscht, sondern weil das Beobachten Freude bereitet, das Teilhaben an den Gedanken eines Menschen, der es versteht, wie man eine Geschichte erzählt.

Fazit?
Eines der ganz großen Highlights dieses Jahres!

Mittwoch, 22. August 2012

Daisy Sisters – Henning Mankell

Taschenbuch, Familiengeschichte



Das war das erste Buch, das ich von Henning Mankell gelesen habe, und es hat mir sehr gut gefallen. Allein der Stil ist mitreißend, teilweise euphorisch und auch an den besinnlicheren Stellen seltsam leicht. Er schreibt viel über das Innenleben der Frauen, über mehrere Generationen hinweg, und das machte es interessant. Was heutzutage nahezu selbstverständlich ist, war es nicht immer, Emanzipation, auf dem Papier vielleicht bereits manifestiert, war eben noch nicht in den Köpfen angekommen (ist es bei manchen wohl…, egal). So werden Frauen geschlagen und vergewaltigt, geschwängert, um sie zu binden, und unterdrückt – und das gerade von den eher schwachen Männer. Das war schon immer so, und es wird sich wohl auch nie richtig ändern, aber in dieser Anhäufung (in diesem Buch) ist es schon ziemlich erschreckend. Zumal die nächste Generation nichts zu lernen scheint von der vorherigen.

Man bekommt viel zu lesen von den Gedanken der Frauen, manchmal ist das ein bisschen langwierig, aber so versteht der Leser, warum es so ist, wie es ist. Und es lässt sich gut lesen, auch wenn selten wirklich dramatisches geschieht. Oft sind es die kleinen, alltäglichen Katastrophen, die aus der Bahn werfen.

Aber bei all dem bleibt der Autor außen vor, er bewertet nicht, gibt nur wieder. Und auch die Protagonistinnen bewerten selten, nehmen viel einfach hin.

Fazit?
Ein anspruchvolles Buch, das mich trotzdem gut unterhalten hat. Und mich einen Blick auf die Generation meiner Mutter werfen ließ.

Samstag, 18. August 2012

Mr Gum und die Kristalle des Unheils – Andy Straton

Audible, gekürzt, Kinderabenteuer, gelesen von Harry Rowohlt



Mal wieder ein Hörbuch für Kinder, das ich aber wegen des Sprechers ausgewählt habe. Und ich wurde definitiv nicht enttäuscht. Denn abgesehen von der völlig abgedrehten Geschichte und den noch abgedrehteren Personen, ist es vor allem Harry Rowohlt, der dem Allen einen faszinierenden Charakter gibt. Er lebt geradezu die Geschichte und das finde ich toll. So wird der himmelschreiende Unsinn noch himmelschreiender.
Ob das für Kinder geeignet ist, weiß ich natürlich nicht. Eher wohl ab 10 Jahren als ab 6 Jahren, würde ich mal schätzen, aber für Erwachsene ist es auf alle Fälle geeignet, die können wahrscheinlich auch mehr mit dem abstrusen Inhalt anfangen. Und die Lesekunst würdigen.

Zwischendurch hatte ich übrigens das Gefühl, Harry Rowohlt könnte auch ein Telefonbuch vorlesen und ich würde vor Lachen auf dem Boden liegen.
Äh, ja, jetzt habe ich mich aber richtig als Harry-Rowohlt-Fan geoutet!

Fazit?
Eine aberwitzige Geschichte und ein adäquater Vorleser, was will man mehr?

Peter Lundt und das Keuchen der Karpfen – Arne Sommer


Audible, Hörspiel, Krimi



Dies ist der erste Teil der Peter-Lundt-Reihe, und er hat Alles, was man sich von einem Hamburgkrimi verspricht: Prostitution, Drogen, Mord, Erpressung.
Peter Lundt selbst ist ein Detektiv, wie er (fast) im Buch steht. Ecken und Kanten, aber doch ein weicher Kern, irgendwo.
Insgesamt ist es also ein gut durchdachter Krimi, der sehr professionell umgesetzt wurde.

Leider geht alles ziemlich schnell und man hat kaum Zeit zum Mitdenken und Mitfiebern, ja, es ist einfach zu kurz, da bleibt einem kaum die Zeit, mal durch zu atmen und zu reflektieren (warum man das auch immer will). So bleibt es Nebenbei-Unterhaltung, das aber sehr gut.

Fazit?
Leichte Krimikost mit im Ansatz interessanten Charakteren. Ich bin auf die Fortsetzung gespannt.

Verbannt zwischen Schatten und Licht – Kira Gembri


Kindle, Fantasy-Teenager-Romanze



Durch Zufall stieß ich auf dieses Buch und für knapp 3 € nahm ich es einfach mit, weil mir nach leichter Unterhaltung war. Kann ja mal vorkommen ;)

Natürlich bedient sich dieser Roman allbekannter Geschichte. Ja, es ist wieder ein Mädchen, das in einer neuen Schule anfängt und natürlich…
Aber diesmal ist es eine erstaunlich gut geschriebene, sehr humorige Version dieses Themas, und das hat mir gefallen. Die Protagonisten sind insgesamt sehr stimmig und der selbstironische Blick, den Lily in die Welt wirft, ist wirklich überzeugend. Von Jinxy ganz zu schweigen, die muss man einfach mögen.
Auch sind mir nur zwei kleine Fehler aufgefallen, und das will wirklich was heißen.
Die ‚Auflösung’ hat mir jedoch nicht so richtig gefallen, das war mir zu viel hin und her und überhaupt. Inzwischen geht s bei dieser Art von Büchern eh nur noch darum, welcher Spezies der Held nun angehört, der Rest ist so schrecklich vorhersehbar und austauschbar. Aber nur so funktionieren die Geschichten, also ist es wohl irgendwie auch ok.
Den ‚Showdown’ fand ich dagegen sehr spannend, da konnte ich den Kindle auch nicht mehr aus der Hand legen.

Fazit?
Kira Gembri schreibt sehr gut, vielleicht sollte sie sich aber ein anderes Genre suchen, dieses ist zu abgegriffen.
Ansonsten gebe ich diesem Buch eine klare Leseempfehlung!