Dienstag, 31. Dezember 2013

Die Hüter des Grals – Tom Harper



Taschenbuch, Thriller



Nach längerer Zeit habe ich mal wieder diese Art von Thriller gelesen, die nichts mit Serienkillern zu tun hat, sondern von eher mysteriösen Dingen handelt. Diese Art der Lektüre unterhält mich immer gut und besonders die zwei Erzählebenen haben mich in ihren Bann gezogen. Zum einen wird der Leser nämlich in die Zeit um 1140 entführt. Ein wenig historischer Roman also. Die Ereignisse in der Gegenwart sind einerseits spannend, andererseits auch erschreckend in dem, was der Autor ‚anprangert’. Obwohl er natürlich (leider) Recht hat.

Als Stilmittel sind mir in diesem Buch besonders die unterschiedlichen Zeitformen aufgefallen. In der Gegenwart benutzt er die Vergangenheitsform, in der Vergangenheit die Gegenwartsform – das ist nicht neu, aber interessant.
Das Buch liest sich insgesamt flüssig und ohne Stolpersteine, eine solide Arbeit, gut recherchiert und in sich schlüssig.
Wenn auch das Thema ‚Gral’, hier anders dargestellt, ein ‚Modethema’ ist und sich langsam überholt hat. Was aber angesichts des Titels nichts macht, denn wer es liest, weiß, worauf es hinausläuft – wenigstens in groben Zügen. Denn das muss man Tom Harper lassen, seine Sicht ist anders.

Die Protagonisten empfinde ich als stimmig und sympathisch/unsympathisch, je nach Gehabe.

Fazit?
Ein solides Werk mit neuen Ansichten und Spannung.

Gegen alle Zeit – Thomas Finnek



Kindle, e-Book, Roman, Zeitreise



Schreibt auf ein Buch ‚Zeitreise’ und ich werde es lesen – nach dem Motto wurde ich auf dieses Buch aufmerksam.
Aber ist es wirklich eine Zeitreise? ‚Living on Mars’ lässt grüßen.

Wie dem auch sei, mich hat die Geschichte gut unterhalten und der Blick in die Zeit allemal interessiert. Und die Geschichte der ‚Beggars Opera’, die ich persönlich immer mit der ‚Dreigroschenoper’ in Verbindung gebracht habe, ohne Näheres zu wissen. Sich über diese beiden Stücke zu informieren, kann hilfreich sein, ist aber keine Voraussetzung. Das Lokalkolorit (besonders die Beschreibung der Gerüche) hat mich begeistert und ich ließ mich auf die Zeit ein, so widerlich sie auch anmutet.

Fasziniert hat mich aber der historische Hintergrund, die tatsächlich belegten Figuren und Geschehnisse. Hier ist es dem Autor gelungen, ein dreidimensionales Bild zu zeichnen, in dem ich mir ‚meine’ Figuren als Sympathieträger aussuchen konnte. Und Thomas Finnek leitet seine Leser schon in die richtige Richtung, indem er klare Sympathien verteilt. So wird der ‚Volksheld’ schnell als das entlarvt, was er wirklich war, und der Antiheld ist mein persönlicher Favorit. Denn auch wenn die Würfel schon vor langer Zeit gefallen sind, es sind die kleinen Geschichten, die in diesem Buch zum Tragen kommen. Ja, ich gebe es zu, Blueskin ist mir richtig ans Herz gewachsen.

So richtig ‚umgehauen’ hat mich das Ende, das sich so wunderbar weiter spinnen und doch keine Fragen offen lässt.

Stilistisch gibt es nichts auszusetzen, wenn mich auch die Erzählperspektiven anfangs verwirrt haben. So wird die Geschichte aus unterschiedlichen Perspektiven wiederholt, dann aber zum Glück eher kurz, sodass keine Langeweile aufkommt.

Leider konnte mich die Geschichte nicht von Anfang an in ihren Bann ziehen, aber das ‚Durchhalten’ hat sich gelohnt. Habe ich schon erwähnt, dass ich das Ende liebe?

Fazit?
Ein Buch, das mich mit leuchtenden Augen zurücklässt. Und die historischen Ereignisse sind faszinierend.

Samstag, 28. Dezember 2013

Betwixt - Tara Bray Smith


CD, gekürzt, Fantasy, gelesen von Anna Carlsson



Inhalt
Ich habe keine Ahnung. Außerirdische? Oder doch Elfen/Feen? Aber unter uns, es interessiert mich auch nicht.

Meine Meinung
Für mein Hörbuch-Jahr 2013 ist dies wirklich so ziemlich das unwürdigstes Hörbuch, das ich mir nur aussuchen konnte. Es ist dermaßen langweilig, dass ich meinen Kopf für alles Andere frei hatte. Nichts an der Handlung fand ich irgendwie interessant, bis auf die Grundidee, die ich mal so zusammenfassen möchte: Eine etwas andere Sichtweise auf die Feen. Und allein deswegen gibt se eine gnädigere Bewertung.
Anna Carlsson liest langweilig, betont falsch und ihre Stimme taugt allemal zum Einlullen.
Vielleicht hätte mich das Buch, hätte ich es selbst gelesen, mehr überzeugt, aber so hat es das Bild abgerundet.
Ab und zu konnte ich, derart eingeschläfert, der Handlung nicht mehr richtig folgen, allerdings schien das nicht von Bedeutung, denn ich verspürte nicht ein Mal das Bedürfnis, Genaueres zu erfahren.
Die Protagonisten blieben für mich zweidimensional und farblos, eher unsympathisch oder sogar abschreckend.
Ich denke, der Stil ist dem Genre und der Zielgruppe angemessen, unangenehm aufgefallen ist er mir jedenfalls nicht - es kann aber auch sein, dass ich es gar nicht mitbekommen habe.

Fazit?
Mir hat dieses Hörbuch überhaupt nicht gefallen.

Hemmungslos - Hugo Bettauer


kindle, Krimi



Ich weiß nicht so recht, was ich von diesem Buch halten soll, kommt es mir doch zuweilen ein wenig, nein, es ist einfach ein Spiegelbild seiner Zeit. Und damit einwandfrei. Wortwahl und Gesinnung waren, wenn auch verwerflich im Hinblick auf zukünftige Geschehnisse, normal und sollten für den Leser unserer Zeit als solche hingenommen werden. Das Bild relativiert sich eh im Laufe der Handlung. Und des persönlichen Schicksals des Autors.

Stilistisch hat mich auch dieser Roman gleich gepackt, es ist einfach wunderschön, wie Hugo Bettauer die Wörter anneinanderreiht und damit das Gemälde seiner Zeit malt.

Inhaltlich habe ich mich sehr gewundert, entbehrt der Text doch einer gewissen Leichtigkeit, die ich erwartet hatte. Im Gegenteil werden gar schreckliche Verbrechen geschildert und der Leser selbst wird in einen Strudel der moralischen Entrüstung gezerrt, der sich am Ende jedoch beinahe ins Gegenteil verkehrt.
Der Autor übertreibt in dieser Handlung, jedoch geschieht dies nur, um ein anderes Problem darzulegen. Und dieses schließlich ist es, was zum Nachdenken anregt und so manches erklärt. Jedenfalls für mich.
Eine Frage zum Beispiel ist diese: Wie kann man etwas moralisch verurteilen, so abscheulich und fern jeder Menschlichkeit es auch zu sein scheint, wenn man nicht wenigstens annähernd Ähnliches erlebt hat? So können 'Krisen' durchaus das Beste in einem Menschen bewirken - aber auch das Schlechteste. Und wir, fernab jeglicher körperlichen oder auch seelischen Bedrohung, dürfen darüber nicht in dem Maße urteilen, wie es jemanden zusteht, der es erlebt hat.
Dies ist natürlich kein Freifahrtsschein! Darf es nicht sein!
Aber das ist das Spiel, auf das sich der Leser einlassen sollte, um 'Hemmungslos' in all seinen Facetten erfassen zu können.

Fazit?
Hugo Bettauer ist definitiv einer meiner Lieblingsautoren.

Bitterzart – Gabrielle Zevin



Gebundene Ausgabe, Jugend, Dystopie



Eine Zukunft, in der Kaffee und Schokolade verboten ist, wäre generell nicht sehr erstrebenswert für mich. Beide sind Grundnahrungsmittel für mich, basta.
Aber als Grundidee ist es genial und überraschend anders, wie überhaupt die ganze Geschichte anders ist. Und doch viele bekannte Elemente hat.

Stil
Nach einem Buch wie ‚Stoner’ ist es schwierig, wenn das Niveau absackt. Vieles, was sonst ‚normal’ klingt, ist dann nur noch simpel und profan. Nicht so hier. Natürlich schreibt Gabrielle Zevin dem Genre und der Zielgruppe entsprechend, aber doch mit einem ganz besonderen Charme und einer bildlichen Ausdrucksweise. Auch, wenn sie den Leser direkt anspricht, ist dies nicht plump, sondern einfach ein wundervolles Stilmittel, das von Leichtigkeit zeugt.

Meine Meinung
Die Zeit, die ich mit diesem Buch verbracht habe, verging wie im Fluge, bei dem Umfang nicht gerade selbstverständlich. Ich habe mich gut unterhalten gefühlt, mitgebangt, mitgefreut, mitgelitten. Und als ich am Ende angelangt war, hätte ich gleich den zweiten Teil hinterher lesen können. Kann man etwas Besseres über ein Buch schreiben? Eben!
Die Charaktere sind stimmig, die Handlung überzeugend, das Weltgebilde (leider) nachvollziehbar.

Fazit?
Restlos überzeugend!

Stoner – John Williams



Gebundene Ausgabe, Roman



Inhalt
Das Leben des William Stoner.

Cover und Ausstattung
Sehr edel kommt dieses Buch daher, vom Cover her eher unscheinbar, aber seriös, dafür mit ‚Leineneinband’ und Lesebändchen. Da weiß man gleich, dass dieses Buch etwas Besonderes ist. Vom Literarischem her.

Meine Meinung
Es ist nicht leicht, diesen William Stoner zu fassen zu bekommen, und sympathisch ist er auch erst später, bleibt der Autor doch sehr distanziert zu seinem Protagonisten. Auch ist die Geschichte als solche nicht so richtig fesselnd, denn es plätschert einfach so dahin. Und hier ist der Punkt, der mich begeistert hat. Denn es ist genauso, wie es im Leben nun mal ist. Man wird geboren, man lebt, man stirbt. Es gibt kleine und große Katastrophen, kleine und große Lichtblicke, aber richtig spektakulär ist es eben selten. Auch die ganz großen Gefühle, die wir im Moment des Geschehens als umwerfend empfinden, sind auf das Leben betrachtet doch nur Intermezzi einer langen Handlung. Und so versöhnt das Ende. Wenigstens ein wenig. Denn durch all die Distanz von John Williams scheint doch sehr viel Sympathie hindurch, die sich auf mich übertragen hat. So kann man durchaus manche Geschehnisse bedauern, den Helden der Geschichte bemitleiden, aber er ist seinen Weg so gut gegangen, wie er es eben konnte. Und hält einem damit auch ein wenig den Spiegel vor. Denn wie ist das mit einem Rückblich auf das eigene Leben?
Ich fand es gut, einen Blick auf ein Leben zu werfen, das normal ist. Und durchschnittlich, finden wir ähnliche Lebensläufe doch allerorten. Und das versöhnt.

Stil
Wundervoll!
Flüssig, gehaltvoll, ohne Ecken und Kanten, ohne Ausrutscher, ohne Misstöne!
Es fließt einfach und zwar auf einem wunderbar hohen Niveau, ohne den Leser zu überfordern. Ein Genuss!

Fazit?
Mir hat es sehr gefallen.

Weil ich Layken liebe – Colleen Hoover



Taschenbuch, Liebesroman



Selten hat mich dieses Jahr ein Buch so sehr berührt!
Dabei hätte es mir gar nicht gefallen dürfen.
Manchmal mag ich diese schrecklichen Schicksalsliebesgeschichten nämlich nicht. Und dann ist es auch noch in der Gegenwartsform geschrieben, grässlich.
Aber die Gefühle, die Colleen Hoover beschreibt, sind so unglaublich tief und dadurch für mich als Leserin spür- und nachvollziehbar. Ja, mehr noch, bestätigt die Handlung doch meine Überzeugung. Der Teufel scheißt einfach auf den größten Haufen, ob nun im positiven oder im negativen Sinne. Und bei Will und Layken wird so gut wie kein Schicksalsschlag ausgelassen. Das muss man ertragen können.

Stilistisch kann ich zu diesem Buch wenig sagen, mich hat die Handlung zu sehr in ihren Bann gezogen. Allerdings ist mir positiv aufgefallen, dass dtv wohl sehr gute Lektoren hat, denn ich bin über keine einzige Unstimmigkeit gestolpert. Im Gegenteil, die Geschichte stürmt nur so voran, wobei ich einzig über das teilweise kindische Verhalten von Layken genervt war. Obwohl es der Autorin gelingt, dies auch einigermaßen nachvollziehbar darzustellen.

Fazit?
Mir steckt das Buch wohl noch eine Weile in den Knochen. Der zweite Teil, der im Mai ’14 erscheint, ist schon vorbestellt.

Freitag, 20. Dezember 2013

Wer liebt mich und wenn nicht, warum? - Mara Andeck


gebundene Ausgabe, Jugendbuch



Der Inhalt
Lilia berichtet, wie es mir ihr und Tom weitergeht.

Meine Meinung
Wie auch schon im ersten Teil (Rezi) vermag es Mara Andeck mit ihrer leichten, amüsanten Schreibweise, mich in ihren Bann zu schlagen, obwohl sich der Effekt im Laufe des Buches ein wenig abnutzt. Doch dann wird die Handlung entsprechend spannend, oder eher aufregend, und dieser 'Makel' ist schon wieder nebensächlich.
So ist diese Fortsetzung vollgepackt mit witzigen Nebenhandlungen und ein bisschen auch mit Wissenswertem, sodass dieses Teenager-Gebaren nicht so richtig nervtötend werden kann.
Aber wer ist dieser geheimnisvolle Felix eigentlich?
Manchmal hatte ich den Verdacht, es gäbe einen 'Vorgänger', obwohl schon mehr erklärt wird.
Witzig fand ich die Sache mit den Videos, nicht so sehr, wegen der Beschreibungen, sondern weil ich im ersten Moment versucht war, auf das Icon zu tippen in der Hoffnung, es würde tatsächlich ein Video erscheinen. Deathbook lässt grüßen. Sollten diese Bücher jemals verfilmt werden, könnte man da viellecht parallel lesen und schauen? Das fände ich spannend.
Lilia, ihre Familie und ihre Freunde sind mir so richtig ans Herz gewachsen, sie sind alle für mich stimmig und geradezu aus dem Leben gegriffen. Weshalb ich bestimmt auch den dritten Teil lesen werde, der im Februar erscheint.

Das Cover
Ich liebe das Cover!
Die Mischung aus mattem Hintergrund, den 'Glanzbildchen' und der erhabenen Schrift spricht mich total an und hilft sicherlich in der Buchhandlung vor Ort bei der Kaufentscheidung.

Fazit?
In meinen Augen ein rundum gelungenes Gesamtpaket!