Dienstag, 26. Februar 2013

Brennende Finsternis (Lady Alexia 2) – Gail Carriger


Audible, ungekürzt, Fantasy, gelesen von Tanja Fornaro



Auch der zweite Teil dieser Serie hat mich vollkommen überzeugt, und zwar durch Witz und Handlung. Nun kann ich mir unter ‚Äther’ nicht so sehr viel vorstellen, doch denke ich, dass dies eine historische Grundlage hat. Im Grunde ist es aber auch egal, denn es ist eine phantastische, phantasievolle Geschichte.
Auch der Handlungsort – weg von London direkt in die Highlands – war für mich sehr interessant. ;)

Und hier sehe ich auch die Qualität der Geschichte: Egal, ob Gail Carriger von irgendwelchen Geheimbünden in London oder über ägyptische Mumien in Schottland berichtet, sie schafft es, nicht total blödsinnig rüberzukommen, sondern so, als wäre das, was sie beschreibt, irgendwie doch möglich. Also keine an den Haaren herbei gezerrte Fantasy, sondern eine etwas andere Interpretation der Wirklichkeit mit phantastischen Figuren. Insgesamt würde ich das als sehr erwachsen bezeichnen und fern jeder Mädchenträumerei.

Es gibt einige Szenen, die ich ohne weiteres mit Julie Garwood in Verbindung bringen würde, eine Autorin vieler historischer Liebesromane, die mich immer besonders durch ihre Situationskomik begeistert haben.

Apropos Liebesroman: Natürlich gibt es eine Liebesgeschichte, allerdings ist sie so spröde gestaltet, dass sich davon niemand abhalten lassen sollte. Im Gegenteil bietet sie einen guten Gegensatz zum allgemeinen Schnulzengesäusel. Kein ‚hach, wir lieben uns so sehr, dass die Blumen bei unserem Anblick vor lauter Glück erblühen’ sondern ein ‚eigentlich mögen wir uns gar nicht, aber trotzdem können wir es nicht lassen’. Mir macht so etwas Spaß.

Leider ist das Ende ein wenig frustrierend, aber es gibt ja schon den dritten Teil als Hörbuch und ich hoffe, auch die anderen Teile stehen bald zur Verfügung, oder, liebes Audible-Team?

Fazit?
Ich liebe es immer noch!

Montag, 25. Februar 2013

Glühende Dunkelheit (Lady Alexia 1) – Gail Carriger


Audible, ungekürzt, Fantasy, gelesen von Tanja Fornaro



Manchmal fehlt einem bei einem Hörbuch etwas. Eine gute Handlung ist stilistisch vielleicht nicht so gut verarbeitet. Oder es fehlt an Humor. Oder es könnte eine andere Zeit sinnvoller erscheinen, ein Handlungsort nicht stimmig sein. Oder man hört ein Buch aus einem Genre und ein anderes aus einem anderen und es überzeugen beide nicht so richtig.
Diese Hörbücher sind gut, aber es fehlt einfach etwas, das gewisse Etwas, um es perfekt zu machen.

In diesem Hörbuch vereinigen sich so ziemlich alle Dinge, die ich mag.

Die Sprache ist sehr gut, es gibt keine Fehltritte in der Wortwahl oder im Satzaufbau.
Die Stimmung allgemein ist ironisch-liebevoll, voller kleiner Seitenhiebe auf herrschenden Konventionen (die des 19. Jahrhunderts), winziger Spitzfindigkeiten und wundervoller Formulierungen, die ich mir am liebsten in ein kleines Büchlein geschrieben hätte.
Die Protagonisten sind voller liebenswürdiger Fehler und Makel, und überzeugen genau dadurch, dass sie nicht perfekt sind.
Und es geht um Werwölfe und Vampire!
Gut, die Vampire spielen nicht die Hauptrolle, aber wer braucht sie schon, wenn es solche Werwölfe gibt?

Es ist, als hätte Elizabeth Peters ihre Heldin Miss Peabody in eine Fantasy-Geschichte versetzt. Denn es gibt durchaus Parallelen, die mich persönlich überhaupt nicht stören.

Wer Romane mag, die im 19. Jahrhundert spielen und viel von der damaligen Lebensart widerspiegeln, aber einfach mal über den Tellerrand hinaus schauen möchte, wer Fantasyromane, in denen Werwölfe und Vampire vorkommen, bisher als zu trivial und ohne Sinn und Verstand abgetan hat, wem einfach mal nach Unterhaltungslektüre auf hohem Niveau ist, aber Angst vor Verdummung hat, dem empfehle ich dieses Buch vom ganzen Herzen. Ob nun als gedruckte Version oder als Hörbuch, ich verspreche unterhaltsame und genussvolle Stunden.

Fazit?
Ich liebe es!

52 Bücher, 6. Woche


Als wäre das letzte Motto nicht schon schwer genug gewesen, nein, Fellmonsterchen setzt noch einen drauf und wählte für diese Woche folgendes aus:

Zitronen können nicht nur sauer sein

Nun habe ich noch nie ein Buch über Zitronen gelesen und besitze auch keines, aber man darf ja um die Ecke denken, und deshalb habe ich mir gedacht, wenn Zitronen nicht nur sauer sind, dann ist das Gute auch nicht immer nur gut und das Böse nicht immer böse. Und dazu fallen mir gleich mehrere Bücher ein.

Zum einen ist es die Bruder-Serie von Jeff Lindsay, in der es um einen Mann geht, der seinen Lebenssinn darin gefunden hat, die Welt von wirklich bösen Menschen zu befreien (Serienkiller, Pädophile usw.), indem er sie auf wirklich bestialische Art und Weise umbringt. Als Leser/Hörer ist es da ganz schön schwierig mit der moralischen Entrüstung, den irgendwo gibt es da durchaus auch heutzutage noch das Prinzip ‚Aug um Aug’. Es ist einfach befriedigend, wenn es irgendwie gerecht zugeht. Aber kann man das so einfach gut finden? Darf man das?

Das Buch ‚Closer’ von Donn Cortez ist ähnlich gestrickt, wenn auch meiner Meinung nach noch ein wenig widerlicher. Hier foltert der Protagonist seine ‚Opfer’, um an andere Serienmörder heranzukommen und stellt damit die Frage ‚wie sehr prägen die Taten den Menschen, obwohl er sie aus einem guten Beweggrund heraus durchführt?’.

Rechtfertig der Zweck also immer die Mittel?
Wird der Gute zum Bösen durch seine Taten, die weiteres Unheil verhindern?
Darf ein einzelner Mensch zum Vollstrecker der Gerechtigkeit werden?
Eine sehr moralische Fragestellung, wie ich finde, die gut in Bücher passt, aber doch nicht so richtig in das tatsächliche Leben.

Auf der anderen Seite gibt es natürlich auch immer Bücher, indem der Guten am Ende doch der Böse ist, Krimis leben von dieser Masche und bei den weniger guten kann man gleich am Anfang herausfinden, wer der Mörder ist, indem man sich an den hält, der am unverdächtigsten ist. In guten Krimis kann die Auflösung jedoch ein regelrechter Schock sein, wie es mir vor kurzem geschah, aber ich verrate hier nicht, bei welchem. Dann hat der Autor richtig, richtig gute Arbeit geleistet. Allerdings birgt diese Vorgehensweise gewisse Gefahren, wenn man sie auf das reale Leben überträgt. ‚Was wäre, wenn’ kommt mir da in den Sinn.
Was wäre, wenn der nette Nachbar, der mir immer freundlich ein ‚Hallo’ zuruft, in seinem Keller eine Folterkammer hat und sich dort… nein, ich will darüber nicht nachdenken.

Im Grunde geht es also darum, dass die Welt nicht schwarz-weiß ist, sondern es ganz viele Stufen von grau gibt – nein, ich meine jetzt nicht das Buch!
Oder, um auf das Motto zurück zu kommen *seufz*:
Eine Zitrone ist nicht nur sauer, sondern auch gelb!
Oder so ähnlich!

:wave:


Freitag, 22. Februar 2013

Das fremde Haus - Sophie Hannah


Taschenbuch, Thriller



Am Anfang stand das Cover und das fand ich schon faszinierend. Bei Taschenbücher hat sich ja generell einiges getan, aber einen speziellen 'Schutzumschlag' hatte ich in dieser Form noch nicht erlebt. Gespannt war ich also auf den Inhalt und der war völlig verwirrend.
Gegenwarts- und Ichform, nunja, nicht unbedingt mein bevorzugter Stil, dann die Rückblende, ok, die in der Vergangenheitsform, Alles ist gut.
Aber verwirrt blieb ich noch eine ganze Weile, wie ich zugeben muss. Nichtsdestotrotz zog mich die Geschichte in ihren Bann und ich stellte die wildesten Vermutungen an, was denn nun in Wahrheit wirklich stattfand. Und ob dieses Buch vielleicht, so ganz eventuell, ein Teil einer Reihe ist.
Ist er, schadet aber nicht. Die Geschichte ist in sich abgeschlossen und nur die Ermittler kommen ein wenig 'unvollkommen' daher, weil der Leser ahnt, dass es eine Vorgeschichte gibt, diese aber nicht weiter ausgebreitet wird. Vielleicht bleiben sie deshalb ein wenig blass!?
Allerdings hat die Geschichte da schon so an - psychologischer - Fahrt aufgenommen, dass es mich nicht weiter gestört hat und ich nur noch wissen wollte, ob meine Vermutungen denn nun stimmten oder nicht.
Des Rätsels Lösung war dann aber nicht völlig überraschend, sondern eher das Ergebnis einer wundervoll durchdachten Konstruktion.
Leider war mir das Ende dann einfach zu lang, es wurde meiner Meinung nach ein wenig zu viel interpretiert und dargelegt, obwohl die eigentliche 'Lösung' schon vorlag. Aber das gehört wohl einfach dazu. Allerdings gibt es dann doch noch ein Sahnehäubchen ;)

Fazit?
Ein wunderbar britischer Thriller, der aus den vollen psychologischen Untiefen des menschlichen Seins schöpft. Gut geschrieben und aufgebaut, bezieht er seine Spannung nicht aus wilden Actionszenen, sondern aus den Spekulationen des Lesers.

52 Bücher - 5. Woche


Das Thema der Woche:
Das Buch, das ganz oben auf einer deiner Listen steht.

Hmm, welche Liste?
Leseliste?
Wunschliste?

Dieses Thema verursacht in mir einige Fragezeichen. Denn ich habe zwar eine Wunschliste, aber die ist mehr für Leute gedacht, die mir vielleicht, irgendwann oder wie auch immer etwas schenken wollen und nicht wissen, was. Es ist nicht so, als könnte ich ohne diese Bücher nicht leben, denn immerhin habe ich einen SuB und Alles, was es sonst noch unter die Rubrik 'es ist da, es ist zum Lesen, ich habe keine Zeit' fällt.

Allerdings gibt es eine Liste, die sich auf Bücher bezieht, die ich unbedingt lesen muss, weil ich sie nur bekommen habe, damit ich meine Meinung dazu äußere. Und da wird es manchmal schwierig, eine Reihenfolge festzulegen, denn es geht nicht nach Stimmung oder Geschmack, sondern darum, einen Gegenwert in Form einer Rezension zu verfassen. Möglichst zeitnah natürlich. Interessant finde ich alle Bücher auf diesem 'Stapel', ganz ohne Zweifel, sonst hätte ich sie nicht. Und sie Alle müssen gelesen werden. Wie sucht man da aus?
Nach der Größe der Handtasche, schließlich will ich es ja mitnehmen?
Nach der Farbe des Nagellacks, muss ja zum Cover passen?
Quatsch!

Ich habe sie nach der Größe aufgestapelt, das 'Kleinste' (es geht nicht um Dicke sondern um Breite und Länge) nach oben, das 'Größte' nach unten. Und nun arbeite ich es eben ab. Ganz oben (hey, es sind nur noch drei, also keine Panik!) liegt momentan 'Ein Vollidiot kommt selten allein' von Antje Szillat, eine sehr amüsante Geschichte um einen Jungen (ich habe schon reingelesen, echt witzig). Danach kommt 'Julia Timoschenko', eine Biographie, eher unlustig, aber deshalb interessant, weil ich so gut wie nichts über die Frau weiß und sie bislang für mich die Frau mit der komischen Frisur ist, die irgendwie krank ist und im Gefängnis sitzt, worüber sich viele Menschen aufregen. Aha, also eine durchaus bunte Mischung mit Extremen.

Aber wie war das jetzt mit der wöchentlichen Frage?
Ganz einfach: Auf der Liste mit den Büchern, die ich unbedingt und ziemlich bald lesen muss (und auch möchte) steht auf dem ersten Platz (Trommelwirbel): Ein Vollidiot kommt selten allein!

Puh, geschafft!

Bin gespannt, was das Fellmonsterchen als Nächstes von mir wissen will! :wave:

Dienstag, 19. Februar 2013

Die Winterrose - Jennifer, Connolly


audible, ungekürzt, historischer Roman, gelesen von Sabine Arnhold



Der zweite Teil der Rosen-Trilogie hat nur schon deshalb gut gefallen, weil er ungekürzt ist. Ich hatte einfach nicht das Gefühl, irgendetwas verpasst zu haben. Solche Familiengeschichten brauchen einfach Raum und Zeit, um sich zu entwickeln. Allerdings gibt es eine gewisse Gleichförmigkeit, die mich irgendwann gelangweilt hat.

Schockiert hat mich allerdings die Art und Weise, wie Sabine Arnhold mit den Text umgeht. Eigentlich liest sie gut, neigt aber stellenweise zu Schludrigkeit. Da wird aus einem 'sagte' schnell ein 'sagt', etwas, das mich wirklich ärgert. Auch hat mich an Anfang das Wort 'Buhle' verwirrt, bis aus den Kontext klar wurde, dass 'Bulle' gemeint war. So etwas nag ich nicht.
Ein Hörbuch lebt durch den Vorleser, ein gutes Buch kann durch ein schlechtes Vorlesen ruiniert werden. Ganz so schlimm ist es hier nicht, aber es ist grenzwertig. Und schade.

Leider gibt es den dritten Teil wieder nur in gekürzter Form, sodass ich hier diese Trilogie erst einmal unterbrechen werde.

Fazit?
Eine gute Geschichte, solide aufgebaut, aber leider fehlt es an Esprit.

Montag, 18. Februar 2013

Düstere Zeichen (Immortal Guardians 1) - Dianne Duvall


Taschenbuch,Fantasy



Dieses Buch hat seine guten Momente, doch sind sie so selten, dass es für eine annähernd begeisterte Bewertung nicht reicht. Es gibt einfach zu wenige davon.
Ansonsten wird der Leser geradezu von phantastischen Ideen erschlagen, von dem Aufbau einer Phantasiewelt, die so betulich erklärt wird, wie es ein Zehnjähriger täte, wenn er eine Blumenwiese beschreiben soll. Einiges ist bekannt, anderes erscheint mir einfach zuviel des Guten. Muss ausgerechnet noch eine Zeitreise erwähnt werden? Oder Außerirdische?
Und die Protagonistin ist so rein und edel und gut, dass es mich geschaudert hat.
Die hochgelobten Liebesszenen sind meiner Meinung nach sehr durchschnittlich und entbehren der Raffinesse, die mich hätte bannen können.
Leider muss ich zugeben, dass ich schon gerne wüsste, wer die geheimnisvolle Frau ist. Aber ob ich mir deshalb einen zweiten Teil davon antun möchte, wage ich zu bezweifeln.

Fazit?
Wiedereinmal habe ich das Gefühl, hier das eher unausgegorene Werk einer gelangweilten Hausfrau vorliegen zu haben. Dianne Duvalls Stärke liegt in witzigen Wortwechseln und leider nicht in der Erschaffung phantasiereicher Geschichten.

Samstag, 16. Februar 2013

52 Bücher – 4. Woche


Das Thema der Woche ist:
Zeige uns ein schwarz-weiß-blaues Buch.

Nun habe ich in meinem Bücherregal gestöbert und dieses Buch gefunden:


Also eigentlich gibt es zu dem Buch nicht mehr zu sagen, also ist das dieswöchige Motto doch ziemlich einfach ;)
Aber so leicht wollte ich nicht davon kommen, deshalb habe ich mir gedacht, ich lasse mich mal ein wenig über das Thema ‚Coverfarben’ aus.

Neben Genre und Klappentext spielt natürlich auch das Cover eine wichtige Rolle, wenn es darum geht, ein Buch auszusuchen.
Und welche Rolle spielen dann Farben?
Ein Buch im Genre Horror sollte wohl nicht wegen intensiven Pink auffallen, hier ist eher schwarz angesagt. Dazu ein wenig Rot und die Richtung ist deutlich.
Pastelltöne würde ich eher im Bereich Frauenroman, vielleicht Schicksal, ansiedeln
Gedeckte Farben, weil meist alte Gemälde, gehören zu historischen Romanen.
Weiße Bücher mit schwarzer (oder auch roter) Schrift gehören meist in die Kategorie ‚Thriller’ oder ‚Krimi’.

Aber was sagen die Farben sonst über ein Buch aus? Welche Emotionen wecken sie?
Und welche Rolle spielen Lieblingsfarben?

Nun, meine Lieblingsfarbe ist grün und ich gebe zu, ich würde eher nach einem grünen Buch als nach einem rosafarbenen greifen, auch wenn mich der Inhalt vielleicht begeistern würde.
Besonders witzig daran: Ich stecke das Buch, das ich gerade lese, in eine Schutzhülle, sehe also das Cover gar nicht mehr, wenn ich es in den Händen halte. Am Ende, wenn ich es aus der Hülle befreie, bin ich sogar manchmal überrascht und denke ‚oh, so sieht das aus?’.

Ich habe gehört, es gibt Leute, die ihre Bücher im Regal nach Farben sortieren, äh, ja, wäre nicht mein Ding. Obwohl ich mir manchmal wünsche, ein einheitlicheres Bild zu haben. Aber das sind nur Momente ;)
Und es gibt eine Challenge, bei der in jedem Monat ein Buch gelesen werden soll, das im Cover eine bestimmte Farbe zeigt. Ich habe wirklich überlegt, ob ich da mitmachen möchte, mich dann aber dagegen entschieden.

Ob ein Buch gut ist, entscheiden nicht die Farben sondern der Inhalt, das steht fest.
Lieblingsfarben können die Entscheidung für oder gegen ein Buch beeinflussen. Aber genauso wichtig ist die Gestaltung, das Motiv, wie es sich anfühlt und in welcher Stimmung man gerade ist.

Bei ‚Du darfst keinem trauen’ hat mich fasziniert, weil es sich hier um den ersten Teil einer Serie handelt, deren Cover nur in einer Beziehung variieren, und zwar in einer Farbe. Schwarz und Weiß bleiben, das Motiv auch, nur aus Blau wird im zweiten Teil Rot. Minimalistisch gehalten, aber wenn man alle Bände der Serie im Regal stehen hat, hat man ein stimmiges Bild. Vom Konzept her überzeugend.

Nun aber genug davon, denn eines steht fest: Im Inneren sind die meisten Bücher einfach nur schwarz-weiß!
:wave:

Samstag, 9. Februar 2013

Dämon - Matthew Delaney


Taschenbuch, Mysterythriller



Es ist unglaublich, wie lange ich für dieses Buch gebraucht habe, und irgendwie verstehe ich das auch nicht so ganz. Es ist interessant und eher einfach geschrieben, der Autor lässt sich Zeit und Papier und Worte, um seine Geschichte aufzubauen (etwas, das mir immer gut gefällt), die Charaktere sind sympathisch (die, die es sein sollen) und das Mystische ist gut erzählt und glaubwürdig. Also ein richtig schön dickes Buch mit hohem Unterhaltungsfaktor.
Ein wenig gestört hat mich der eher simple Schreibstil, der zwar die Handlung gut beschreibt, aber ein wenig an Finesse vermissen lässt. So wird der Leser nicht gefordert - kann sich aber auf die Handlung konzentrieren. Und auch nach längeren Pausen kommt man schnell wieder 'rein'.
Beeindruckt hat mich, dass die 'Vorgeschichte' allein schon rund 180 Seiten umfasst. Und das, ohne langweilig oder langatmig zu wirken. Matthew Delaney ist einfach ein großartiger Geschichtenerzähler.
Auch fand ich die moralischen Aspekte sehr interessant, da der Autor zwar beschreibt, aber sich mit Bewertungen zurückhält. Es ist, wie es ist.

Fazit?
Wunderbar lang und interessant. Doch, es hat mir gefallen.

52 Bücher - 3. Woche


Das Thema der Woche ist: Das nächste Must-Have-Buch

Ein schwieriges Thema für mich, weil ich eigentlich selten auf Neuerscheinungen stoße, bevor sie nicht vor mir liegen. Also schaue ich mal nach, was es bei Neuerscheinungen so gibt. Hmm, 'Totenkünstler' von Chris Carter? Eher nicht, da hat mir ja der dritten Band schon nicht so gut gefallen.
Aha, 'Cocktail für einen Vampir' von Charlaine Harris - nun, das habe ich schon vorbestellt und in gewissen Maße ist es ein must-have. Immerhin ist es der zwölfte Band und ich habe die ersten elf. Wobei ich zugeben muss, dass ich den elften noch nicht gelesen habe.
Oha, Artemis Fowl, da gibt es endlich auch einen neuen Teil. Diese Reihe von Eoin Colfer habe ich bisher nur als Hörbücher genossen, also freue ich mich auf die gelesene Version.

Tja, irgendwie ist es schwierig. Es gibt ein paar Fortsetzungen, die eigentlich sein..., nein, mir ist momentan wenig nach Fortsetzungen.
Ein neuer Fall des Sonderdezernats Q würde mich reizen, ja, zugegeben, auch der letzte Teil mit Specialagent Pendergast wäre natürlich sofort meins. Aber ansonsten gibt es kein Buch, dass mich zum Spontankauf reizen würde oder auf das ich mich schon Monate vorher freue.

Woran liegt das?
Vielleicht an meinem SuB.
Vielleicht an meinem persönlichen Kaufverbot.
Und vielleicht auch daran, dass ich Bücher aus dem Bauch heraus kaufe, leihe, wünsche. Eine Buchhandlung zu betreten, ein Buch in die Hand zu nehmen, die ersten Wörter zu lesen - das macht ein Buch zum must-have.

Im Grunde liegt es auchdaran, dass ich mir keine Bestsellerlisten anschaue, mir auf Verlagsseiten nicht die Neuerscheinungen anschaue und deshalb eher ignorant durch die Buchwelt stolpere. Und mal ehrlich: wenn ALLE ein Buch gut finden, dann halte ich bestimmt Abstand.

Schade eigentlich, denn meine gedanklichen Ergebnisse zeugen doch von einer gewissen Übersättigung. Oder doch vielleicht von dem Gedanken, dass es so viele wunderbare Bücher gibt, dass ich mich einfach nicht festlegen möchte?!

Ach so, und mal nebenbei erwähnt: Die Bücher, auf die ich mich am meisten gefreut habe, enttäuscht mich meist auch am schlimmsten. Während manche 'Zugeflogenen' mich sehr positiv überraschten.

In diesem Sinne: Keine Empfehlung von meiner Seite :wave:

Mittwoch, 6. Februar 2013

Die Teerose - Jennifer Connelly



audible, gekürzt, historischer Roman, gelesen von Cathlen Gawlich



Ich mag historische Romane, in denen es um starke Frauen geht, die zwar arg vom Schicksal gebeutelt werden, aber an Ende doch...
Ich mag auch Cathlen Gawlich als Vorleserin.
Aber was ich nicht mag, sind gekürzte Hörbücher, denen man die Kürzungen so stark anmerkt, dass der Charme verloren geht.
Leider geschieht genau das in diesem Hörbuch. Die kleinen Details fehlen, die Reise auf dem Schiff (und ich bin sicher, dass die Autorin gerade diesem Ereignis mehr Raum gegeben hat) wird in wenigen Sätzen abgehandelt und die Geschichte insgesamt scheint zurechtgestutzt und beinahe farblos.
Natürlich wusste ich vorher, dass es eine gekürzte Fassung ist, aber ich hatte mir schon den zweiten Teil heruntergeladen, und da hörte sich die Zusammenfassung der vorangegangenen Ereignisse so interessant an, dass ich neugierig war.
Natürlich ist es trotzdem eine interessante Geschichte, aber mir persönlich tut es einfach weh, dieses Gefühl des Verlustes schöner und auch wichtiger Szenen. Und das schmälert das Vergnügen.

Ansonsten ist 'Die Teerose' ein netter, zum Teil spannender Roman mit sympathischen Protagonisten - doch befürchte ich, sie wären noch sympathischer, wenn sie mehr Raum für Beschreibungen gehabt hätten.

Diese Erfahrung lehrt mich, meinem Standpunkt treu zu bleiben, und nur noch ungekürzte Hörbücher zu hören.

Fazit?
Eine gute Geschichte, der es an Substanz fehlt. Schade!

Sonntag, 3. Februar 2013

Verachtung - Jussi Adler-Olsen


audible, Hörbuch, ungekürzt, gelesen von Wolfram Koch



Was macht den Reiz einer Serie aus?
Natürlich die Geschichten rund um die Protagonisten!
Und genau diese drei Typen vom Sonderdezernat Q haben mich in dem vierten Teil der Carl Mørck Serie wieder und noch mehr überzeugt. Und das gerade wegen Wolfram Koch. Aber dazu später mehr.

Auch in diesem Thriller greift Jussi Adler-Olsen ein schockierendes Thema auf und zeigt auf, wie Geschehnisse aus der Vergangenheit weiter wirken und ihre Kreise ziehen. Dabei hatte das Kopfkino bei mir wohl ein wenig Schwierigkeiten, denn außer Entsetzen und Fassungslosigkeit ob der dargestellten Ereignisse, der Titel ist hier Programm, fand ich die Geschichte weder blutrünstig noch unnötig grausam. Ich gehe davon aus, dass der Autor Gut recherchiert hat.
Faszinierend fand ich meine eigene Einstellung zu bestimmten Personen. Immerhin sind mache Morde doch irgendwie nachvollziehbar und moralisch nicht so verwerflich, wie sie sein sollten. Allerdings gab es eine Wendung, die mir beinahe die Tränen in die Augen getrieben hätte. Es ist schon schwierig, Taten zu verurteilen, die man selbst als gerecht und nachvollziehbar versteht.
Der Aufbau der Geschichte mit seinen vielen Rückblicken macht diesen Thriller zu einem psychologischen Meisterwerk.

Nun zum Vorleser.
Wolfram Koch liest stellenweise seltsam abgehackt. Aber ansonsten schafft er es durch leichte Akzente gerade die Person Carl Mørck so wunderbar darzustellen, dass ich es beinahe bereue, die ersten drei Bände selbst gelesen zu haben. Das ist einfach wunderbare Ironie, die hier verstärkt wird. Und die mich leicht enttäuscht zurücklässt, weil der nächste Teil noch auf sich warten lässt. Aber vielleicht werde ich die anderen Teile...

Fazit?
Ein tolles Buch mit tollen Charakteren, das wunderbar vorgetragen wird. Mehr geht nicht!