Montag, 30. September 2013

Ein süßes Stück vom Glück - Laura Florand


Klappbroschur mit heraustrennbarer Postkarte, Liebe



Inhalt
Verwöhnte Milliardärstochter kann nicht Alles mit Geld kaufen.


Der Titel
Im Original heißt dieses Buch 'The chocolate thief' (Der Schokoladendieb) und sieht dann so aus:

Mir gefällt der amerikanische Titel besser, weil es dem Inhalt entspricht, während 'Ein süßes Stück vom Glück' damit wenig zu tun hat. Bitterschokolade träfe es besser, finde ich.

Das deutsche Cover
Es gefällt mir gut mit seinen Pastelltönen, die mich an die 1950er Jahre erinnern. Und die Torten und Törtchen machen echt Lust auf Genuss. Leider aber geht es in dem Buch nicht um einen Konditor sondern um einen Chocolatier, und da hätten Pralinen meiner Meinung nach sehr viel besser gepasst. Zum Glück werden oben und unten doch noch die richtigen Bezeichnungen genannt, was mich halbwegs versöhnt. Manchmal frage ich mich jedoch...

Die Protagonisten
'Oh, nicht schon wieder' dachte ich zuerst, denn die Strereotypen sind nur allzu bekannt. Aber dann zeigen sie Facetten, Ecken und Kanten sozusagen, die mich für sie einnahmen. Und den Großvater muss man einfach lieben. Allerdings fand ich den Widerspruch zu harter Schale und weichem Kern manchmal etwas gewollt mühselig.

Meine Meinung
Dieses Buch ist seltsam, im Sinne von: Am Anfang hatte ich keine Ahnung, was ich davon halten soll. Ein bisschen das Übliche halt, ein Liebesroman, bei dem man von Anfang an weiß, wie es enden muss, aber irgendwie mit seltsamen Einflüssen. Zuweilen hatte ich die Befürchtung, es ginge in Richtung von 'Shades of Grey', was es aber zu Glück nicht tat.
Im Gegenteil bleiben die Sexszenen vorallem sinnlich und das ist der Knackpunkt. Das ganze Buch handelt von Sinnlichkeit, sei es nun um Geschmack und Berührung oder um sexuelle Begierden, die Grenzen verschwinden und es bildet sich eine für mich wundervolle Einheit, die Laura Florand in aller Breite ausführt. Ja, dieses Buch ist Genuss pur. Und das hat mich schließlich überzeugt. Die Wortwahl, der Stil lassen den Leser eintauchen in eine Welt der Gefühle, die so meiner Meinung nach selten erreicht wurde. Kaum ging es noch um einzelne Worte, vielmehr um den Klang und den Rhythmus - und die Gefühle in Reinkultur. Das hat mir großen Spaß gemacht und wirft ein ganz anderes Licht auf den Inhalt. Laura Florand kann schreiben, kann Szenen heraufbeschwören, die einen die Umgebung vergessen lassen. Und das ist selten. Einzutauchen in diese Szenen war erfrischend und erholsam.

Die Schokolade
Wer mich kennt, weiß, dass ich Schokolade liebe. Nur hat mich dieses Buch nicht zu übermäßigen Genuss getrieben, was mich erst verwundert hat. Das kenne ich nämlich ganz anders. Dies erklärt sich allerdings ganz einfach: ich bin nicht der Mensch für Bitterschokolade sondern eher der Vollmilch-Typ.

Fazit?
Ein lesenswerter Liebesroman, der nicht so 08/15 ist, wie ich es erst erwartet hatte.

Ich danke bloggdeinbuch und dem Bastei Lübbe Verlag für das kostenlose Rezensionsexemplar.
Bestellt werden kann es auch hier.

Strasse des Todes - Robert Crais



Klappbroschur, Thriller



Ein wirklich brisantes und spannendes Thema kommt hier zur Sprache und das war interessant. Auch der Aufbau der Geschichte mit all seinen Perspektiv- und Zeitwechseln war für mich faszinierend.
Und natürlich ist der ganze Thriller spannend.
Aber es bleibt ein schaler Geschmack, denn so richtig überzeugen konnte mich dieses Buch nicht.

Zum einen habe ich mich über einen Logikfehler geärgert (man mag mich gerne berichtigen), was mich deshalb so aufbringt, weil es so einen durchdachten Eindruck macht, zum anderen gibt es einige Druckfehler, die ich so von einem rennomierten Verlag nicht gewöhnt bin. Und außerdem frage ich mich die ganze Zeit, wen der Autor kopieren wollte. Das ist jetzt ein bisschen bösartig, ich weiß, aber es gibt nun mal Parallelen zu Jack Reacher. Dies geschieht allerdings auf einem so niedrigen Niveau, dass es mir nicht gefallen hat.

Der Stil jedoch, so gewöhnungsbedürftig er zuerst erscheint, hat mich irgendwann in seinen Bann gezogen. Er ist rotzig und hormongesteuert, aber gerade deshalb authentisch. Das wiederum hat mir gefallen. Allerdings habe ich das Gefühl, Robert Crais ist im normalen Leben ein Softie und lässt es hier mal richtig krachen, nach dem Motto: Ich wäre gerne so, aber meine Frau hat was dagegen, deshalb schreibe ich es.

Vielleicht bin ich auch nur nicht die richtige Zielgruppe!?

Fazit?
Interessantes Thema, interessante Umsetzung, allerdings nicht nach meinem Geschmack.

Samstag, 28. September 2013

Erwartungen: Der Marco-Effekt - Jussi Adler-Olsen


audible, ungekürzt, Thriller, gelesen von Wolfram Koch



Ja, ich gebe es zu, meine Erwartungen waren immens und schon deshalb nicht zu erreichen. So hält sich die Enttäuschung auch in Grenzen, denn an der Handlung als solcher ist nichts auszusetzen. Die Protagonisten, besonders Carl Mørck, entwickeln sich weiter, wobei genannter seltsam emotional wird. Er ist halt doch nicht so ein Stinkstiefel, wie er manchmal zu sein scheint. Nein, wenn es um die ihm anvertrauten geht, hat er ein sehr weiches Herz und genau das kommt in diesem Buch sehr schön rüber.

Die Handlung hat mich nur streckenweise in ihren Bann gezogen, ganz im Gegensatz zu 'Verachtung', das mich emotional tiefer getroffen hat. Natürlich gibt es auch bei 'Erwartungen' Momente, in denen ich mitfieberte ('gehofft und gebangt habe' trifft es besser), allerdings nicht so intensiv wie in dem vierten Teil. Vielleicht liegt mir auch einfach das Thema nicht.

Fazit?
Eine gute Fortsetzung, meiner Meinung nach jedoch nicht der beste Teil der Reihe.

Freitag, 27. September 2013

Deathbook Episode 1 - Andreas Winkelmann



e-Book, Thriller



Das ist mal eine richtig spannende Sache, die Andreas Winkelmann und der Rowohlt-Verlag da abliefern.

Aber von Anfang an:
Zuerst kauft man das Buch (die erste Episode ist gratis), das e-Book meine ich, wie gehabt. Gleich am Anfang wird man aufgefordert, sich zu registrieren, geht problemlos mit dem Facebook-Account, und noch ein paar Angaben zu machen. Ob man das will, nun, es gehört zum 'Spiel'.
Dann kann man lesen und sich zwischendurch zwei Videos anschauen (hab ich noch nicht, da sie nur am PC oder auf den Dingern mit dem Apfel laufen) und dann geschieht etwas Seltsames: der eigene Name erscheint im Text (oder ist es Zufall?). Das war gruselig.
Schließlich war diese Episode vorüber und ich saß ein wenig ratlos herum. Und nun? Warten bis zum 1. Oktober, bis es denn zweiten Teil gibt? Hm.
Heute Morgen hatte ich dann eine Mail von dem 'Übeltäter' mit einer echt schauerlichen Audio-Botschaft. Oha!

Nun, man kann sich durchaus in einem Buch verlieren, darin eintauchen und Alles um sich herum vergessen. Man kann sich auch in etwas reinsteigern.
So ist dieses Buch auch nichts für zarte Gemüter und die Videos sind erst ab 16 freigegeben.

Aber mir gefällt die Idee und die Ausführung. Die Nutzung des Mediums Buch mit interaktiven Elementen. Der Leser wird hier ziemlich eingebunden. Ich weiß noch nicht, ob mir das gefällt. Doch ja, irgendwie schon. Denn es ist unglaublich spannend. Was geschieht in der Handlung, was geschieht mit mir?

Fazit?
Allein von der Idee her absolut genial! Ich bleibe vorerst dabei!

Papa und der Ballermann - Carl Heyd


kindle, Satire, Fantasy



Wie bereits in 'Papa und die Motorradrocker' begeistert mich auch dieses Buch durch den Stil und die Wortgewandheit, mit der Carl Heyd (ich muss immer über diesen Namen lachen, sorry) seine Geschichte erzählt. Und auch inhaltlich bleibt er seinem Stil treu, wirft den Protagonisten in eine absurd bis lächerliche Geschichte, die doch so ihre Parallelen zur Realität hat. Schön auch das Kapitel 'Papa erklärt die Welt' in dem der aufmerksame Leser erfährt, warum die Papa-Reihe so aufgebaut ist, wie sie es ist.

Ist der Protagonist, also 'Papa', denn nun sympathisch? Nimmt man die puren Fakten, sicherlich nicht. Aber er kommt doch charmant rüber, vorallem, wenn er die Schwächen anderer auf die Schippe nimmt und sich als das erweist, was er innerlich kundtut. Ja, er ist überaus weltoffen und tolerant, und genau das nimmt mich für ihn ein.

Der Autor hat meiner Meinung nach ein Gesamtkunstwerk geschaffen, indem er die oft verfemte Abteilung 'Groschenroman' nutzt, um eine unterhaltsame Geschichte auf hohem stilistischen Niveau zu erzählen, in der er kein Blatt vor den Mund nehmen muss. Und da ist es egal, welche Abenteuer 'Papa' noch erlebt oder besser: durchstehen muss, die Botschaft ist klar.
Welche?
Die Gedanken sind frei!

Fazit?
Für mich eine tolle Geschichte und ich freue mich auf die Fortsetzung, die etwa im Dezember erscheinen wird.

Freitag, 20. September 2013

Agatha Raisin und der tote Richter – M. C. Beaton


Taschenbuch, Krimi



Schon auf der ersten Seite bin ich über den Namen der Autorin gestolpert, denn M. C. Beaton ist keine Geringere als Marion Chesney, die ich von einigen (vielen) Regencyromanen kenne. Vor etwas mehr als zwanzig Jahren habe ich diese Bücher verschlungen, so wenig anspruchsvoll sie auch waren. Aber bei leichter Unterhaltung und nicht mehr als 250 Seiten konnte ich gut abschalten.

Nun aber ist die Zeit der Regencyromane eher abgelaufen (außer im ‚Groschenheftbereich’), so lange nicht mindestens ein Vampir oder Werwolf auftaucht, deshalb hat sich der Bastei Lübbe Verlag wohl auf diese Reihe der erfolgreichen Autorin gestürzt, englischer Krimi geht eben immer. Verwundert hat mich dabei allerdings, dass ‚Agatha Raisin und der tote Richter’ bereits im Jahre 1993 im Original erschien und es davon inzwischen 23 Folgen gibt. Es ist also ein zwanzig Jahre alte Geschichte und ich habe mich gefragt, ob es nichts Aktuelleres zu verlegen gibt.

Aber zum Buch:
Die Protagonistin ist durchaus sympathisch, auch ihre Mit- und Gegenspieler zeichnen sich durch gewisse Charakteristika aus, erinnern damit stark dem dörflichen Idylle der Krimis von Agatha Christie. Das Geschehen als solches ist nicht uninteressant und es gibt sogar ein paar spannende Momente. Alles in allem ist es ein Krimi alter englischer Schule. Und es ist definitiv der Auftakt zu einer neuen Serie, steht doch neben dem obligatorischen Mord der innere Kampf der Heldin im Vordergrund. Bleiben oder nicht bleiben – das ist hier die Frage, die sich jedoch von alleine klärt.
Auch kann Marion Chesney nicht aus ihrer Haut, es bahnt sich also etwas an. Und schon deshalb interessiert es mich schon, wie es weitergeht.
Der Kriminalfall ist ein bisschen verworren, hat aber erfreulicherweise nichts mit schlimmer Kindheit oder anderen psychologischen Themen zu tun, sondern bleibt bodenständig. Sehr angenehm.
Stilistisch gibt es nichts auszusetzen, was mich auch gewundert hätte, schließlich schreibt die Autorin seit Jahrzehnten. Leicht verständlich, einfach gut zu lesen und unterhaltsam, ein Krimi also, der keine hohen Anforderungen an den Leser stellt und dennoch für nette Stunden sorgt.

Ich würde mir wünschen, dass es dem Bastei Lübbe Verlag gelingt, die nächsten Teile zügig zu veröffentlichen und so den Leser bei der Stange zu halten.

Fazit?
Ein netter Krimi, eine nette Atmosphäre, wenig Anspruch, dafür interessante Protagonisten.

Die Frauen, die er kannte - Michael Hjorth & Hans Rosenfeldt


Audible, ungekürzt, Thriller, gelesen von Douglas Welbat



Ich weiß gar nicht, was die Leute immer haben, ich finde Sebastian Bergman nicht so richtig unsympathisch. Im Gegenteil tut er mir fast leid, der arme Kerl.
Aber darum geht es hier nicht.

Die Geschichte ist spannend, voller psychologischer Spitzfindigkeiten und in sich absolut stimmig. Leider ist dies inzwischen nur allzu bekannt und abgegriffen. Was mich jedoch begeistert, ist, wie minutiös beschrieben wird, wie ein Zahnrad in das nächste greift und am Ende ein Gesamtbild entsteht. Auch finde ich die Protagonisten sehr authentisch in ihren Ecken und Kanten. Und ja, ich habe stundenlang mitgefiebert, war geradezu gefangen in der Handlung. Etwas Besseres kann man wohl kaum über einen Thriller schreiben. Allerdings stört es mich, dass, bis auf wenige Komponenten, Schema F abgespult wird. Das gibt es in zu vielen Thrillern und in zu vielen Fernsehserien.

Der Charme der Geschichte ist für mich daher ein anderer.
Und das liegt definitiv an dem Vorleser Douglas Welbat. Er liest so wunderbar, vor allem die schwedischen Namen, setzt Akzente, liest mal langsam, mal schnell, so wie es die Handlung gerade erfordert, und verleiht damit dem Geschehen eine ganz besondere Note. Und er schauspielert nicht, was bei manchen Dialogen etwas verwirrt, aber insgesamt wunderbar ist. Ich bin froh, dieses Buch nicht selber gelesen zu haben, denn ich hätte es bestimmt nicht so ‚perfekt’ im Kopf gehabt. Vielen Dank für diese Leistung.

Fazit?
Ein skandinavischer Thriller, der durch ein paar Charaktere und den Sprecher lebt.

Montag, 16. September 2013

Verfolgt im Mondlicht (Shadow Falls Camp 4) – C. C. Hunter


Taschenbuch, Jugendfantasy



Nachdem ich die ersten drei Bände dieser Reihe jeweils an einem Tag verschlungen habe, brauchte ich für den vierten Teil nahezu sieben Wochen, was nicht nur den Umständen geschuldet ist.

Natürlich ist auch dies ein gut geschriebenes Jugendbuch mit viel Witz und Stimmung. Natürlich ist die Handlung stimmig, wenn auch etwas überlastet mit den ganzen Zweifeln von Kylie. Aber es hat mich nicht gepackt, nicht in seinen Bann gezogen.
Geht es nur mir so oder ist es allgemein der bisher schwächste Teil der Reihe?

Fazit?
Um in der Serie zu bleiben, sicher notwendig. Ich war jedoch enttäuscht.

Donnerstag, 12. September 2013

Gebieter des Sturms (Elder Races 2) – Thea Harrison


Audible, ungekürzt, Fantasy, gelesen von Tanja Fornaro



Wie auch schon im ersten Teil der Elder-Races-Reihe bekommt man hier genau das, was man erwartet. Eine Liebesgeschichte mit Sexszenen, die Vermischung von Mythologie mit der Gegenwart, starke Helden, schlagfertige Heldinnen und eine spannende Geschichte.

Aber egal, wie mitreißend die Geschichte auch ist, ich habe mich für dieses Hörbuch entschieden, weil es von Tanja Fornaro gelesen wird.
Warum?
Weil mir nach Fantasy war und ich bei ihr sicher sein konnte, dass sie mich nicht durch eine Piepsestimme ablenkt. Weil ich mir sicher sein konnte, dass ich humorige Szenen auch als solche erkennen würde, ohne den Witz suchen zu müssen.
Ehrlich, ich bin ein Fan von ihr. Für mich ist sie die derzeit beste Vorleserin!

Hm, das wäre mal ein Grund, über Entscheidungshilfen nachzudenken.
Beim gedruckten Buch ist es ohne Zweifel das Cover und der nicht immer aussagekräftige Klappentext. Beim Hörbuch, vor allem beim download-Hörbuch, das man also nicht physisch in der Hand hat, kann es durchaus auch der Vorleser sein. Denn es gibt sie durchaus, die Götter im Hörbuch-Olymp. Jene, bei denen man meist sicher sein kann, dass sie gute Arbeit abliefern, Eigennamen einigermaßen nachvollziehbar aussprechen, die ein Gefühl für Stimmungen und ein gewisses schauspielerisches Talent haben. Nein, ich nenne hier keine weiteren Namen, da ich mich stets bemühe, ihre Leistungen in meinen Rezensionen zu würdigen. Behaltet das einfach im Auge.

Fazit?
Ein solides Unterhaltungsbuch, dass genau das hält, was es verspricht.