Mittwoch, 30. April 2014

Echte Morde (Aurora Teagarden 1) – Charlaine Harris



e-Book, Krimi



Wie sicher so mancher mitbekommen hat, bin ich ein großer Fan der True-Blood-Serie von Charlaine Harris. Und so bin ich auf ihre neue Serie rund um Aurora Teagarden gestoßen.
Leider hatte ich die ganze Zeit Sookie vor Augen, was erstens irritiert und zweitens nicht den Tatsachen entspricht.

Wie auch schon in ‚True Blood’ versteht es die Autorin, leichte Unterhaltung zu bieten, indem sie eine eigene Welt entwirft, sie mit Protagonisten füllt, die in diesem Fall sehr normal sind, und so sehr atmosphärisch arbeitet. Es macht Spaß, diese Welt zu entdecken, mitzuraten und sich einfach unterhalten zu lassen. Das geschieht auf einem angenehm niedrigen Niveau, plätschert so dahin und erinnerte mich sehr stark an klassische englische Krimis, in denen auch eher das Umfeld wichtig ist, als künstlich Spannung durch reißerische Szenen aufzubauen.
Spannend ist es allerdings auch, nicht falsch verstehen.
Für mich standen jedoch die Protagonisten im Vordergrund, sehr sinnvoll, da es ja bereits einige Fortsetzungen gibt und diese sicher davon leben, was da so zwischenmenschlich geschieht. Und da ist noch sehr viel Spielraum.

Die eigentliche Krimihandlung ist gut konstruiert und durchdacht. Auch entbehrt sie nicht einer gewissen Brutalität, der Ekelfaktor hält sich aber in Grenzen, was ich sehr angenehm fand.

Fazit?
Ein schöner Auftakt zu einer neuen Serie. Mir hat es Lst auf Fortsetzung gemacht.

Dienstag, 29. April 2014

Die Jahre des schwarzen Todes – Connie Willis



Taschenbuch, Zeitreise



In diesem Buch treffen zwei Genre aufeinander, zum einen Science Fiction und zum anderen Zeitreise. Nun ist letzteres ohne ersteres nicht möglich, allerdings spielt die ‚Gegenwart’ in der Zukunft und da geht es nicht nur um die ‚Zeitmaschine’, die noch relativ harmlos ist.
So taucht der Leser denn auch in zwei unbekanntere Welten ein, die parallel beschrieben werden.

Connie Willis versteht es, unterschiedliche Charaktere sehr genau zu beschreiben und dabei nicht mit Ironie und Witz zu sparen. Es gibt einige running-gags, die die Protagonisten sehr menschlich und liebenswürdig erscheinen lassen.
Die tragischen Seiten der Geschichte werden sehr ergreifend beschrieben und ein sensibler Leser wird hier wohl traurig aufseufzen.
Dieser Zeitreiseroman weicht im Weiteren auch sehr gut von dem Usus des Genres ab und hebt sich damit hervor, sich nicht in seltsamen Liebesgeschichten zu verlieren. Im Gegenteil sind die Beziehungen der meisten Protagonisten von sehr tiefempfundenen Sympathien geprägt, was ich als sehr viel angenehmer empfand.

Leider sind die Protagonisten ziemlich begriffsstutzig und ich habe oft sehr viele Seiten warten müssen, um meinen Verdacht bestätigt zu bekommen. Man will sie einfach schütteln!

Stilistisch gab es für mich nicht auszusetzen, Connie Willis (und Walter Brumm) bedient sich einer gut verständlichen Sprache, die der Geschichte angemessen ist.

784 Seiten sind eine ganze Menge, aber davon sollte man sich nicht abschrecken lassen, denn die Geschichte ist so interessant, dass ich das Buch fast nicht aus der Hand legen konnte. Und gäbe es eine Fortsetzung, wäre ich sofort dabei.
Ja, manche Personen sind mir richtig ans Herz gewachsen.

Fazit?
Mal ein bisschen anders, aber mir hat ‚Die Jahre des schwarzen Todes’ so richtig gut gefallen.

Montag, 28. April 2014

Bis Mittwoch unter der Haube – Catherine Bybee


Audible, ungekürzt, Liebe, gelesen von Uschi Hugo



Dies ist ein ‚klassischer’ Liebesroman, der zwar im Hier und Jetzt spielt, allerdings inhaltlich zeitlos ist. Und den ich in dieser Form auch schon bestimmt hundert Mal gelesen habe.
Und genau das hat mir gefallen, denn dieses Buch will meiner Meinung einfach nicht mehr, als dieses ‚weibliche’ Bedürfnis nach genau diesem Inhalt zu bedienen. Das macht es solide, ohne große Überraschungen, frau weiß einfach, was sie hat.
Auch der Stil ist solide, leicht verständlich und ohne Einbrüche oder Entgleisungen. So plätschert ‚Bis Mittwoch unter der Haube’ einfach zu dahin, lenkt ein bisschen ab, gibt ein leichtes Hach-Gefühl, fordert aber nichts.
Die beiden Sexszenen sind unspektakulär, ich hätte gerne darauf verzichtet, aber sie stören auch nicht weiter.

Uschi Hugo liest angemessen durchschnittlich und fällt höchstens dadurch auf, dass sie sich nicht schauspielerisch engagiert und damit auch nicht scheitern kann. Das ist angenehm, allerdings auch nichts Besonderes.

Fazit?
Ein durchschnittliches, solides Buch, das unterhält, ohne vom Hörer zuviel zu verlangen.

Sonntag, 27. April 2014

Anton Pfeiffer und der Hexensabbat – Anne Carina Hashagen



Kindle, All-Age-Fantasy



Leider ist es Anne Carina Hashagen diesmal nicht gelungen, mich ganz und gar zu verzaubern, was zum einem am sehr realistischen Thema Banken liegt, zum anderen an ihrem beinahe schwelgerischen Ton, wenn es um körperliche Unzulänglichkeiten geht. Das war mir ein wenig zu viel.
Außerdem ist dies in meinen Augen kein Kinderbuch mehr, sondern mit dem sehr ironischen Unterton eher etwas für (junge) Erwachsene – die sich allerdings köstlich amüsieren können. So wie ich es getan habe.

Richtig gut gefallen hat mir die Erklärung der Magie, die sehr philosophisch ist und hier überzeugt mich die Autorin wieder mit ihrer Wortgewalt, die ihre ganz eigene Poesie hat. Man kann einfach in den Sätzen schwelgen, dem Klang nachspüren und ihn nachhallen lassen. Das macht einfach gute Laune und kann für einen Leser sehr befriedigend sein. Was kümmert da noch die erwachsene Handlung?
Ja, stilistisch ist ‚Anton Pfeiffer und der Hexensabbat’ ein richtiger Stein der Weisen!
Und man kann meckern, so viel man will, Anne Carina Hashagen hat unglaublich viel Phantasie, die es hier auch ermöglichte, sich von allzu bekannten ‚Vorbildern’ zu lösen und ihre eigene Geschichte zu schreiben – übrigens mit viel Frankfurter Lokalkolorit.

Übrigens: Wer hier eine adäquate Fortsetzung erwartet, wird sicherlich enttäuscht, zwar entwickelt sich Anton Pfeiffer weiter, doch spielt das in meinen Augen eher eine untergeordnete Rolle. Meiner Meinung nach geht es hier eher um das große Ganze. Und das macht die Frage, wie es weitergeht mit ‚unserem’ Zauberlehrling, sehr spannend.

Fazit?
Ein wundervolles Buch, stilistisch einzigartig – und doch nicht völlig überzeugend.

Donnerstag, 17. April 2014

Das infernalische Zombie-Spinnen-Massaker – David Wong


Audible, ungekürzt, Fantasy, gelesen von Martin Baltscheit



Da wird die Geschichte als großer Spaß verkauft, und ja, ich habe gelacht. Aber nicht nur. Zwischendurch geht es durchaus um sehr ernste Dinge, und weil das so ist, finde ich dieses Hörbuch noch besser, als wenn es nur ‚lustig’ zugegangen wäre.
Und ja, manche Szenen sind wirklich grenzwertig ekelig. Aber das erwartet man doch bei dem Titel und wer sich darüber beschwert, nun, dem ist nicht zu helfen.

Was mich aber so richtig überzeugt hat, war Martin Baltscheit.
Was für ein Vorleser!!!! Unglaublich, was er mit seiner Stimme anstellt – wobei ich den Verdacht habe, seine ganz eigene hört man nur am Schluss. Ansonsten bietet er Alles auf, was Atmosphäre und Charakter schafft. Von quitschig-grell bis leise-liebevoll deckt er ab, was gerade gefordert wird und macht aus einem eventuell eher durchschnittlichen Buch ein Kopfkino vom Allerfeinsten. Besonders die Szenen mit Amy sind einfach nur genial und machen aus dem Ich-Erzähler, der meist ein ganz klein wenig überdreht rüberkommt, eine geradezu romantische Figur.

Fazit?
Ein rundum gelungenes Hörbuch, das mir kurzweilige Stunden beschert hat. Und einen neuen Lieblingsvorleser!

Mittwoch, 16. April 2014

Ghostdater – Sebastian Schnoy



Taschenbuch, Humor



Es ist ein sehr dünnes Buch, gerade mal etwa 230 Seiten, und damit durchaus geeignet, mal so in einem Rutsch gelesen zu werden. Dazu passt auch der Inhalt, der wirklich was von Urlaubs-Literatur hat.
Zwei Männer und zwei Frauen, ein bisschen hin und her, ein Happy End.
Wobei, so ganz stimmt das nicht, denn irgendwie lässt das Ende auf mehr hoffen.

Stilistisch ist dieses Buch eher einfach gestrickt, lässt sich aber gut lesen, hat also keine Einbrüche oder Kanten. Insgesamt gelungen.

Nun aber etwas Kritik: Dieses Buch machte auf mich einen etwas unfertigen Eindruck, es fehlt die Tiefe. Die Charaktere bleiben, wohl auch wegen der kurzen Form, ein wenig blass. Dafür wird sehr viel Wert auf die ‚Liebesszenen’ gelegt, die mir irgendwie fehl am Platze vorkamen. Es ist, als hätte ein Mann versucht, einen Liebesroman wie eine Frau zu schreiben. Das geht natürlich, aber das Genre ‚Männerhumor’ ist da ein wenig anders gestrickt. Wäre rundrum mehr Text gewesen, hätte es meiner Meinung nach besser funktioniert. So sind es für mich nur seltsame Momente, die eher irritieren.

Fazit?
Netter Roman, dem mir ein wenig Dreidimensionalität fehlt. Aber das lässt sich bestimmt noch in einem zweiten Teil nachholen.

Dienstag, 15. April 2014

Die Jägerin (Zeitsplitter 1) – Cristin Terrill



Gebundene Ausgabe, Zeitreise



Das ist wirklich ein WOW-Buch!
Natürlich bin ich ein wenig voreingenommen, schließlich mag ich das Thema ‚Zeitreise’ einfach und verschlinge solche Bücher immer voller Begeisterung.

Aber dieses hier ist ein bisschen anders, und damit schon überzeugend. Vorallem, weil es mir einfach gefällt, wie Cristin Terrill den Aufbau konstruiert hat. Zwei Sichtweisen, abwechselnd, die den Leser, also mich, an die Handlung heranführt. Dazu noch die Idee der Zeitstränge und ihre Möglichkeiten, logisch und nachvollziehbar, wo andere sich ganz schön verzettelt hätten. Diese Autorin nicht, sie beherrscht die Handlung einfach. An irgendeiner Stelle hat sich mein Gehirn beinahe ausgeschaltet, da die ‚Logik’ nicht so richtig nachvollziehbar war – ist sie dann aber doch. Alles ist gut.

Mit dem Stil hatte ich ein wenig zu kämpfen, weil ich diesmal große Probleme mit der verwendeten Gegenwartsform hatte, darüber bin ich immer wieder gestolpert, schade, aber zum Glück ist das der einzige Wermutstropfen.

Was also zeichnet dieses Buch außer dem Bedienen meiner Vorliebe für Zeitreisen aus?
Es ist unglaublich spannend! Oft überschlagen sich die Ereignisse und ich habe geradezu mitgefiebert. Ein Buch also, das ich nicht aus der Hand legen konnte und es am liebsten in einem Rutsch gelesen hätte.
Und die Liebesgeschichte ist so richtig schon bittersüß und damit auch ganz nach meinem Geschmack. Keine rosafarbene Zuckerwatte, sondern nachvollziehbare tiefe Gefühle. Das wird an einer Stelle so dramatisch, dass ich, doch eher Zyniker, beinahe Tränen in den Augen gehabt hätte.

Ich weiß nicht, was ich davon halten soll, dass es eine Fortsetzung geben soll, für mich ist dieses Buch eine in sich abgeschlossene Sache, die nichts derartiges benötigt.

Fazit?
Ein tolles Buch, das genau meinen Geschmack trifft.

Montag, 14. April 2014

Nr. 13 – Laura Wulff


E-Book, Thriller



Leider ist ‚Nr. 13’ bereits der zweite Teil der Zucker-Reihe, was ich irgendwie verdrängt habe – um es dann zu bedauern. Denn obwohl man diesen Teil auch völlig unabhängig lesen kann, hätte ich gerne gewusst, ‚wie Alles begann’.

Als Thriller ist dieses Buch durchaus als gut zu bewerten, das ganze Konstrukt ist sehr gut, die beschriebenen Szenen gehen durchaus unter die Haut. Die Spannung wird quasi von Anfang an gehalten und steigert sich gegen Ende. Das hat mir sehr gut gefallen.
Auch sind die Protagonisten sehr lebendig und als Charaktere vielschichtig.
Richtig gut fand ich die Dialoge, da Laura Wulff immer wieder die Handlungen beschreibt. Da sitzen sich nicht einfach zwei Personen gegenüber und reden, nein, sie bewegen sich sogar. Das ist gut, um die Situation als lebendig zu empfinden. Und mit ihr die Personen. Die einem deshalb auch mehr in ihrer Tiefe näher kommen.

Stilistisch war ich ein wenig enttäuscht. Allzu simpel kommt der Text daher, die Sache mit dem Genitiv, nun, lassen wir das. Auch wiederholt sich so manches, besonders ‚nervig’ fand ich die verschiedenen Begriffe für den Rollstuhl, die sich gerade am Anfang einfach ablösen und damit ein wenig über das Ziel hinaus schießen. Da wird aus selbstironisch schnell langweilig. Auch wird es mir zuweilen ein wenig zu betulich, ein Problem, das ich in letzter Zeit des Öfteren hatte.
Allerdings muss ich sagen, dass mich der Stil nicht davon abhalten würde, weitere Teile dieser Reihe zu lesen. Erstens, weil das Zucker-Ehepaar und auch einige Andere einfach toll sind, und zweitens, weil mich ‚Nr. 13’ inhaltlich absolut überzeugend ist.

Fazit?
Ein richtig guter Thriller mit tollen Protagonisten.

Ich danke dotbooks für das Rezensionsexemplar!