Sonntag, 31. August 2014

Das Pocket-Book der Mayerschen Buchhandlung im Test

E-Book-Reader gibt es ja nun einige und oftmals stellt sich die Frage, welche denn der ‚Richtige’ ist.
Von der Ausstattung her, so sollte man meinen, gibt es inzwischen wenig Unterschiede. Alle sind klein, handlich, leicht, die meisten verfügen über zuschaltbare Hintergrundbeleuchtung und Touchscreen.

Doch was ist mit dem Format?
Nein, kein Thema für mich.
Da ich kindle-technisch sehr gut ausgestattet bin, ‚brauchte’ ich einen Reader für epub – so einfach kann es sein!
Und dabei war für mich eines wichtig: Ich brauche Tasten zum Blättern.
Und ich brauchte den Reader schnell und relativ günstig.

Mit Kultkarte kostet das Pocket-Book 99 Euro. Das ist nicht unbedingt billig, fand ich aber ok, zumal ich ihn mir vorher anschauen konnte. Und gleich mitnehmen.

Allerdings, hier muss ich mal ein wenig meckern.
Die anwesende Fachkraft war nur soweit kompetent, dass sie mir eine Visitenkarte geben konnte, auf die sie den Namen der Kollegin schrieb, die sich mit den Readern auskennt. Diese sei momentan aber im Urlaub.
Zurückgeben, sollte ich Probleme haben, ginge leider auch nicht. Rücknahme nur bei technischen Defekten.
Wäre ich also auf dem Weg in den Urlaub gewesen, und es hätten sich Probleme ergeben, immerhin war die Bedienungsanleitung auch nicht sooo toll, dann hätte ich mich so richtig geärgert.
Und es gibt den Reader zwar in schwarz und in weiß, vor Ort gab es aber nur die schwarze Variante, die weiße hätte bestellt werden müssen. Nein, die örtliche Filiale hat sich nicht mit Ruhm bekleckert.
Denn was Kundenservice betrifft, da bin ich anderes gewöhnt.

Egal, ich bin ja zum Glück technisch nicht völlig minderbemittelt, also ab nach Hause und das Gerät an die Steckdose. Und nein, es gibt nur ein Ladekabel, keinen Stecker. Da war doch mal ein Riesenaufstand bei einem anderen Anbieter, oder? Tja, andere kochen auch nur mit Wasser.
Dann, als der Akku voll war, habe ich die Einstellungen vorgenommen und ein paar Rezensionsexemplare auf den Reader geladen, die ich direkt über den Browser runterladen konnte beziehungsweise auf dem Rechner hatte. W-Lan funktioniert gut und der Browser erfüllt seinen Zweck.

Nun aber endlich zum Wichtigsten: Das Lesen!
Und hier gab es gleich ein wenig Verwirrung, denn das Einstellen der Schriftgröße ist ein wenig fummelig und nicht so einfach, wie ich das gewöhnt bin. Hat mich geärgert. Ehrlich.
Irgendwann funktionierte es und dann hat mich der Reader endlich überzeugt.
Leicht in der Hand, gutes Bild, Licht kann man komplett ausschalten (spart Akku) oder benutzen (es wurde immer dunkler draußen auf der Terrasse, das Buch war aber noch nicht durch), das Umblättern mit Tasten ist wunderbar!

Der Akku hält, je nach Benutzung, also Einstellung der Hintergrundbeleuchtung und online-Zeit, lange, man kann mehrere Bücher lesen, ohne aufzuladen und muss auch nicht ständig damit rechnen, plötzlich ‚keinen Saft’ mehr zu haben. Das ist zum Glück inzwischen Standard und sehr schön. Mit Grausen erinnere ich mich da an meinen ‚Trekstor’, dessen Akkuladung oft nicht einmal für ein Buch reichte.

Fazit?
Ein handlicher, anfangs etwas problematischer Reader, der seinen Zweck, wenn es um das Lesen geht, vollkommen zu meiner Zufriedenheit erfüllt. Da er mehr nicht machen muss, bin ich fast mit dem Rest versöhnt.

Hinweis: Ich habe noch keine Bücher direkt, online, bei der Mayerschen oder einem anderen Anbieter mit dem Gerät gekauft, einfach, weil mein SuB sehr hoch ist. Ob ich das in Zukunft machen werde, bezweifel ich allerdings, da ich mit einem anderen Anbieter sehr zufrieden bin und dort bereits ein gut funktionierendes Konto habe. Ich kann also keine Auskunft darüber geben, wie das funktioniert.

Samstag, 30. August 2014

Das ist nicht wahr, oder? – Jenny Lawson



audible, ungekürzt, Roman, gelesen von Svantje Wascher



Ja, ich habe mich vom Cover, von den ersten Sätzen der Inhaltsangabe und der Hörprobe zum Kauf verleiten lassen. Und ja, ich hatte etwas ganz anderes erwartet!
Nun gut, das passiert mir öfter, da muss ich dann durch und unterhaltsam war sie, diese Sammlung absurder Situationen und haarsträubender Anekdoten. Also grinste ich beim Hören erheitert vor mich hin und fühlte mich gut unterhalten.
Doch dann kamen zwei Kapitel, die mich geradezu umgehauen haben. Eines war sehr traurig. Und das andere hatte folgenden Effekt auf mich: Nanu, beschreibt da jemand mich?
Ja, ich musste tief durchatmen, weil es so treffend beschreibt, für das ich bislang keine Worte hatte. Das Gefühl, endlich verstanden zu werden, hat mich sehr berührt und macht dieses Buch, abseits von Absurdität und Slapstick, sehr wertvoll für mich.
Oder, um es auf den Punkt zu bringen: Wer an einer Angststörung und/oder Persönlichkeitsstörung leidet, der wird über dieses Buch anders lachen als die ‚Normalos’.

Jenny Lawson schreibt, wie ihr der Schnabel gewachsen ist, und wie sie es wohl auch seit Jahren auf ihrem Blog tut. Das ist erfrischend und sehr unterhaltsam.

Svantje Wascher liest eintönig.
Kann ich das so stehen lassen?
Nein, natürlich nicht.
Sie liest teilweise sehr emotionslos und das erschwert das Hören. Allerdings ist es angemessen. Denn die Geschichten sind schon ‚wild’ genug, da braucht es keinen Hamster auf Speed, der sie vorliest.
Und sie liest professionell und gut.

Fazit?
Bestimmte Auszüge sollten Pflichtlektüre sein, für Betroffene und Angehörige. Insgesamt eine unterhaltsame Angelegenheit mit einem gehörigen Schuss Absurdität.

Freitag, 29. August 2014

Der Bastard von Tolosa – Ulf Schiewe



audible, ungekürzt, historischer Roman, gelesen von Reinhard Kuhnert




Dieses Hörbuch hat mich einige Tage begleitet, aber so gehört es sich auch für einen historischen Roman, die sind halt meist etwas länger. Weil sie einfach auch die Zeit brauchen, um die richtige Stimmung aufzubauen!?

Ulf Schiewe bedient sich einiger Klischees, um die Geschichte rund um und nach dem ersten Kreuzzug zu erzählen.
Da ist der ältere Mann, der als Augenzeuge einem jungen ‚Schreiber’ erzählt. Da gibt es Intrigen und historische Geschehnisse. Und das pralle, mittelalterliche Leben mit allem, was man als ‚moderner’ Mensch erwartet: Gestank, Gräuel, Elend, Armut, Reichtum und die Vielfalt der ‚Welt’.
Und natürlich verwirren die ganzen Namen, Orte und überhaupt. Aber es entwirrt sich und ich konnte der Handlung durchaus folgen, vor allem durch die anschaulichen Beschreibungen der einzelnen Personen.

Leider wiederholt sich Geschichte immer wieder, sodass ich mich, wenn ich mich auch dagegen mit Händen und Füßen wehrte, doch sehr an aktuelle Geschehnisse erinnert fühlte.

Stilistisch erzählt Ulf Schiewe mit einem guten Niveau, es gibt keine Einbrüche und fällt auch nicht weiter auf. Hier geht es um die Handlung, nicht um stilistische Höchstleistungen.

Reinhard Kuhnert liest sehr gut, schauspielert dezent und verstärkt so manche humorige Einlage. Auf der anderen Seite versteht er es, einige Ereignisse sehr eindringlich vorzutragen und erstärkt so den Eindruck. War schon heftig damals. (Damals?)

Fazit?
Ein historischer Roman, der gut recherchiert daherkommt und die Vergangenheit sehr plastisch beschreibt.

Donnerstag, 28. August 2014

Schattenjunge – Carl-Johan Vallgren



Gebundene Ausgabe, Thriller



‚Schattenjunge’ ist meiner Meinung nach ein typischer Vertreter des skandinavischen Thrillers – und die stehen bekanntlich im Gegensatz zu den anglo-amerikanischen.
So begrenzt Carl-Johan Vallgren seine Geschichte nicht auf ein ‚Ermittlerteam’ – das mir übrigens sehr sympathisch ist, sodass ich fast auf eine Fortsetzung hoffe – und einen (oder mehrere) Psychopathen, nein, er verbindet die unterschiedlichsten Zeitebenen und Ereignisse miteinander, würzt das Ganze noch mit politischen und ‚exotischen’ Komponenten und bietet so dem Leser eine Menge Spannung und Entsetzen.
Mir hat die Mischung gefallen, die internationalen Zusammenhänge und die ‚Geschichten’ aus der Vergangenheit. Denn so rundet sich das Bild ab und ich als Leser habe das Gefühl, eine wohldurchdachte Geschichte vor mir zu haben, nicht das x-te Aufwärmen der gleichen Idee.
Nein, Carl-Johan Vallgren bietet (mir) Neues und verpackt das Ganze geschickt in die Lebensgeschichten wahrer Antihelden. Und deckt dabei auch gleich noch ein paar Ideen auf, die man nicht so ohne weiteres mit Schweden verbindet. So findet man denn auch den einen oder anderen gesellschaftlichen Seitenhieb.

Insgesamt ist das Buch sehr gut geschrieben, es liest sich flüssig, ohne zu viel zu verlangen, der Fokus liegt vielmehr auf den Personen, die in sich schlüssig (wenn auch extrem) sind. Da wird kein Blatt vor den Mund genommen, nichts entschuldigt, wenig beschönigt.

Fazit?
Wer skandinavische Thriller mag, hat hier einen spannenden und wohldurchdachten Vertreter gefunden.

Mittwoch, 27. August 2014

Wüstenblut – Zoë Ferraris



gebundene Ausgabe, Roman



Der besondere Reiz dieses Krimis – und ich habe keine Ahnung, warum der Pendo Verlag dieses Buch als ‚Roman’ bezeichnet – liegt für mich in den Einblick in eine andere Kultur. Natürlich habe ich schon von einigen Dingen gehört, allerdings muss ich gestehen, dass ich das in diesem Ausmaß nicht realisiert habe. Wie denn auch? Es ist einfach unglaublich.

Der Krimi ist spannend und meiner Meinung nach gut aufgebaut, vor allem, da er die Eigenheiten des Landes und seiner Bewohner sehr detailfreudig aufbereitet und so eine sehr dichte Atmosphäre schafft.
Dabei wird auch nicht mit ‚Ekel’ gespart, also nichts für sehr zartbesaitete Seelen.

Abgesehen von den gewöhnungsbedürftigen Namen liest sich ‚Wüstenblut’ flüssig, der Stil ist nicht besonders anspruchsvoll, verspricht damit aber unbeschwerten Lesegenuss. Schließlich hat man als Leser schon genug mit anderen Dingen zu kämpfen.

Die Protagonisten sind sehr stimmig und ausführlich aufgebaut, das hat mir gut gefallen.
Leider ist dies der dritte Teil einer Reihe, kann aber eigenständig gelesen werden. Ich kannte ‚Die letzte Sure’ nicht, konnte der Handlung aber trotzdem folgen.

Fazit?
Ein solider Krimi, der einen Blick in eine andere Kultur gewährt.

Dienstag, 26. August 2014

Eine vorläufige Theorie der Liebe – Scott Hutchins



gebundene Ausgabe, Roman



Wenn ich in eine Buchhandlung gehe, entscheiden viele Faktoren darüber, welches Buch ich kaufe. Kein einziger dieser Faktoren hätte mich dieses Buch kaufen lassen. Das Cover ist nichtssagend, der Text auf der Rückseite zwar euphorisch, aber meine Güte, noch ein Roman über eine ‚gescheiterte’ Existenz. Und die ersten Sätze lesen sich auch nicht so interessant, dass ich unbedingt wissen wollte, wie es weitergeht.
So brauchte ich auch zwei Anläufe, um dieses Buch wirklich zu lesen.
Aber es hat sich gelohnt.
Denn unabhängig von der eigentlichen Geschichte, schreibt Scott Hutchins wunderbar einfühlsam und zuweilen so poetisch, dass ich versucht war, mir einzelne Sätze abzuschreiben. Hab ich nicht getan, aber die Versuchung war groß, denn ich habe sie genossen.
Und hier habe ich auch den Unterschied zwischen einem guten Buch und einem sehr guten erkannt, jedenfalls für mich.

Wie dem auch sei, dieses Buch ist eine Liebeserklärung.
Zuerst an die Stadt San Francisco mit all ihrer Schönheit – aber auch ihren ‚negativen’ Auswüchsen, die jedoch nicht überwiegen.
Dann natürlich an die Liebe in all ihren Facetten.
Und letztendlich an das Leben.
Die Botschaft, die ich daraus ziehe: Genieße und sei gelassen – der Rest kommt von allein.

Stilistisch ist ‚Eine vorläufige Theorie der Liebe’ ein absolutes Highlight und schon deswegen lesenswert. Es liest sich gut, ist durchaus anspruchsvoll, ohne den Leser zu überfordern. Auch nicht, wenn es um die künstliche Intelligenz geht, was natürlich auch an der Erzählperspektive liegt.

Fazit?
Ein wundervolles Buch!

Montag, 25. August 2014

Geschickt eingefädelt – Molly O’Keefe



Taschenbuch, Chick Lit



Dieses Buch hat mich wirklich Nerven gekostet und ich war sogar kurz davor, es abzubrechen. Der Anfang ist nämlich irgendwie unverständlich und verkorkst und ich fand einfach nicht in die Geschichte und zu den Personen.
Doch irgendwann platzte der Knoten und ich war geradezu fasziniert.
Nein, nicht von der Geschichte als solcher, die ist ein typisches Beispiel für das Genre und wird auch noch durch rosafarbenen Puderzucker der moralisierenden Art übertüncht, dass man davon Zahnschmerzen bekommen kann. Nein, es ist die psychologische ‚Aufarbeitung’ der einen Protagonistin, die mich persönlich getroffen hat.
Endgültig begeistert haben mich dann zwei Sätze, die ich sogar markiert habe. Und das ist ein Novum. Aber schließlich ist es selten, dass ein Autor/ eine Autorin den Nagel (also mich) genau auf den Kopf (aua!) treffen und dem Leser (wieder ich) den Spiegel vorhalten. Und das ist der Zeitpunkt, wo ich dann bekennen muss, dass mir das Buch doch irgendwie gefallen hat.

Geärgert hat mich ein wenig die Austauschbarkeit der Geschichte. Eishockeyspieler und ‚gefallenes’ Mädchen, Ritter und Jungfer in Not, Apotheker und Hexe, irgendwie begegnet man immer den gleichen, so unsagbar gutaussehenden Protagonisten, von denen mindestens einer im Reichtum schwimmt (der Mann), während der andere von den Tücken des Lebens zu Boden geworfen wird (die Frau), sich aber eine gewisse ‚Unschuld’ bewahrt. Gähn!
Und ‚Geschickt eingefädelt’ hat bei mir nicht das erhoffte Hach-Gefühl geweckt.

Die selbstverständlich vorhandenen Sexszenen sind nett und erfreulicherweise nicht ordinär.

Stilistisch ist ‚Geschickt eingefädelt’ solide und vom guten Niveau, es liest sich locker weg, die Schwierigkeiten, die ich hatte, waren eher inhaltlicher Natur.

Fazit?
Wer das Genre mag, wird hier gut bedient.

Ich danke bloggdeinbuch und Mira Taschenbuch für das Rezensionsexemplar
Bestellt werden kann es auch hier

Mein Wohnzimmertisch-SuB

Wie bereits erwähnt, habe ich neben einem Regal voller ungelesener Bücher auch immer mal wieder einen Wohnzimmertisch-Sub, also Bücher, die ich möglichst zügig lesen 'muss', weil Rezensionsexemplare.

Und derzeit liegen folgende Bücher herum:

Dieses Buch habe ich bereits angefangen und ich muss euch sagen, es ist toll! Ein bisschen absurd, viel Humor, einiges an Politik und extrem interessant, allein schon von der Idee her.
Denn nein, George R. R. Martin ist nicht nur Autor, sondern auch der Herausgeber. Was bedeutet, er hatte eine Idee und ein paar Kollegen haben ihre Beiträge beigesteuert. Und das, ohne auch nur im mindesten den Textfluss zu unterbrechen. Ich habe vor Urzeiten mal ein ähnlich strukturiertes Buch gelesen, da gab es so starke qualitative Einbrüche, dass ich es nicht ertragen konnte. Hier ist Alles flüssig und in sich rund. Voll der Hammer!
Mich verwirren nur die füchterlich vielen Personen, die meist auch noch einen Künstlernamen haben. Aber es gibt eine Liste ;)
Und wen das nicht überzeugt: Es sieht sooooo toll aus! (was für Cover-Bitches!)

Manchmal darf es etwas 'anspruchsvoller' sein und da ist dieses Buch bestimmt genau richtig. Ich freue mich auf die Lektüre!

Ja, ich mag kein Science Fiction - aber da stand was von 'Akte X'! Und wer kann der Kultserie aus den 90er widerstehen? Ich nicht!

Castingsshows finde ich interessant, und ich bin gespannt, wie das als Jugendbuch verarbeitet wird.

Hatte Kossi das nicht letztens in einem Video?
Da hatte ich es aber schon.
Weil mich das Thema 'Mobbing' aus unterschiedlichen Gründe interessiert.

Dazu muss ich nichts schreiben, oder?
Das Cover, der Titel, allein das hat mich schon gereizt und ich freue mich sehr auf dieses Buch.

Tja, das ist mal eine bunte Mischung für die nächsten Tage.
Und auch hier geht es lustig und abwechslungsreich weiter, denn ich habe einige neue Rezensionen für euch - schaut einfach jeden Tag rein! :wave: