Dienstag, 30. September 2014

Blogging Queen – Jutta Profijt



gebundene Ausgabe, Chick Lit



Ich kannte Jutta Profijt bislang nur von den ‚Kühlfach 4’-Romanen, die ich sehr unterhaltsam fand. Als ich dann ‚Blogging Queen’ in die Finger bekam, musste ich das natürlich gleich lesen.

Temporeich und phantasievoll, wie das Buch nun einmal ist, hat es mich auf der einen Seite natürlich überzeugt. Dazu noch der überraschend gehobene Stil, das verspricht (und hält) gute Unterhaltung auf einem soliden Niveau.
Die Protagonisten sind sympathisch und auch einigermaßen realistisch, die Handlung ist bisweilen erfreulich überraschend, dabei im Ganzen auch vorhersehbar. Aber das gehört zum Genre dazu und stört mich überhaupt nicht.

Was mich ein bisschen gestört hat, war das Tempo. Besonders am Anfang hatte ich das Gefühl, einen Hamster auf Speed zu beobachten, oder vor einer komplett überdrehten Frau zu sitzen, die wildgestikulierend ihre Geschichte erzählt. Das stresst mich! Ab und zu ist so was ok, aber über 300 Seiten lang brauche ich das nicht. Da krieg ich fast einen Tinnitus.
Darf man das einer Autorin vorwerfen?
Nun, das hier ist meine ganz persönliche Meinung.

Fazit?
Rasante Geschichte mit großem Unterhaltungsfaktor.

Und hier noch die beste Serie, die je über Kühlfächer und ihre 'Bewohner' geschrieben wurde:


Montag, 29. September 2014

Hilfe, er bleibt ein Frosch! – Axel Krohn & Käthe Lachmann



Taschenbuch, Ratgeber



Nein, dieser Ratgeber ist nicht unbedingt ernst gemeint. Ja, ich muss das gleich am Anfang schreiben, nicht, dass hier jemand auf falsche Gedanken kommt!

Aber zuerst zum Cover!
Ich liebe es!
So schön grün und der Froschkönig ist allerliebst, genau so etwas reizt mich zum mitnehmen. Außerdem gibt es zu dem Buch auch ein T-Shirt, beziehungsweise mehrere Varianten werden bei spreadshirt.de angeboten. Mira Taschenbuch wirbt damit in seinem aktuellen Katalog – und in das T-Shirt habe ich mich noch viel mehr verliebt als in das Cover.

Nun zum Buch!
Axel Krohn und Käthe Lachmann haben dazu aufgerufen, Fragen zu stellen, bei denen es rund um das Thema Frauen-Männer geht. Interessante Fragen sind eingetrudelt und die Autoren, äußerst bewandert in den Sprichwörtern dieser Welt, haben geantwortet. Mal witzig, mal ernsthaft, mal beides fallen diese Antworten aus, wobei Frau Lachmann sehr kompetente Antworten liefert, während Herr Krohn eher zu humorigen Entgleisungen neigt, was mir als Leserin manchmal mehr Fragezeichen als Erkenntnisse lieferte. Dabei hätte mich wirklich interessiert, wie ‚der Mann’ denn nun tickt. Aber vielleicht ‚tickt’ er auch einfach nicht so kompliziert und pickt sich bloß mal einen kleinen Teil einer Frage raus, um sich an ihr fest zu beißen?

So habe ich auch nach der Lektüre große Probleme, dieses Buch in eine Schublade zu packen.
Sicherlich bietet es eine universelle Weisheit: Männer und Frauen sind grundverschieden, aber mit Liebe und Toleranz kann man was daraus machen. Und manche Probleme sind einfach unproblematisch, aber unterhaltsam.
Aber reicht das für einen Ratgeber?

Da der Stil wunderbar locker ist und die Autoren sehr bildlich in ihren Formulierungen sind, tendiere ich allerdings sehr stark in Richtung ‚Humor’. Gerade die Anteile von Axel Krohn sind sehr wenig von Ernsthaftigkeit geprägt und schrammen meiner Meinung nach oft genug am eigentlichen Thema der Fragerinnen vorbei, nach dem Motto: Hauptsache, es ist witzig.
Ja, das hat mich gestört.
Oder sehe ich das zu ernst?
Wahrscheinlich!

Fazit?
Ein unterhaltsames Buch im Stil der Briefkastentante, das gut unterhält und den einen oder anderen Lacher erzeugt.

Ich danke bloggdeinbuch und Mira Taschenbuch für das Rezensionsexemplar
Bestellt werden kann es auch hier

Im Hause Longbourn – Jo Baker



Gebundene Ausgabe, historischer Roman



Ich schleiche um Jane Austen und ‚Stolz und Vorurteil’ herum wie eine Katze um den heißen Brei. Denn ich habe es bis heute nicht gelesen, dafür aber so was wie ‚Stolz und Vorurteil und Zombies’. Und eben jetzt ‚Im Hause Longbourn’. Und ich bin wirklich begeistert.

Denn hier geht es um ‚echte’ Menschen mit existentiellen Problemen, um ganz große Liebe, Lügen, Betrug, Verzweiflung und den täglichen Kampf um das Überleben.
Und Jo Baker verschafft dem Leser einen sehr tiefen Blick in das Leben um 1800, die ganze Bigotterie der damaligen ‚besseren’ Gesellschaft und die Mühsal des Lebens aller anderen. Sie beschreibt die Situation so bildlich, dass ich den Nachttopf beinahe riechen konnte – und das ist es, was ich an historischen Romanen so liebe. Man taucht einfach in eine andere Zeit ein.

Das, was mich beim Anlesen von ‚Stolz und Vorurteil’, immer abgeschreckt hat, war die Sinnlosigkeit der Figuren. Meine Güte, das sind Probleme, oder Problemchen. Hier jedoch tobt das Leben mit all seinen Facetten und der Blick hinter die Fassade ist authentisch.

Die Charaktere werden sehr gut beschrieben, ich habe geradezu mitgefiebert, mich entrüstet, mitgelitten und am Ende beinahe geseufzt. Kein Wohlfühlbuch, aber ein Buch, dass berührt und bewegt.

Stilistisch ist ‚Im Hause Longbourn’ wunderbar rund und anspruchsvoll, dabei aber immer gut zu lesen. Jo Baker brilliert mit den Beschreibungen von Personen und Situationen.

Fazit?
Als historischer Roman sehr gut, als Blick hinter die Kulissen von ‚Stolz und Vorurteil’ einfach genial. Vielleicht sollte ich doch mal…

Ich danke dem Knaus Verlag vom ganzen Herzen für das wunderbare Rezensionsexemplar!


Unter Strom (Rock War 1) – Robert Muchamore



Taschenbuch, Jugendroman



Allein stilistisch kann mich dieses Buch schon begeistern. Denn auch wenn es am Anfang ein wenig verwirrend war, so sind die ständigen Szenenwechsel ein wirklich tolles Stilmittel, um die Protagonisten vorzustellen. Dazu noch die sehr stimmigen Szenen, die das Kopfkino in Schwung bringen und die Charaktere sehr bildhaft machen. Ja, sie wachsen einen geradezu ans Herz und ich möchte am liebsten gleich lesen, wie es weitergeht. Denn spannend bleibt es bestimmt.

Ja, die Situationen, in die die ‚Helden’ geraten, sind teilweise wundervoll absurd, allerdings nicht unrealistisch. Auch die Familien sind so bunt und schillernd, wie es eben im wahren Leben so ist. Allein schon Jays Anhang hätte ein eigenes Buch verdient. Unglaublich, was sich Robert Muchamore da erdacht hat. Und das, ohne die Bodenhaftung zu verlieren.

Abgesehen von den verwendeten Stilmittel, ist der Stil genrebedingt sehr gut, ‚Unter Strom’ lässt sich flüssig lesen, sehr angenehm. Es gibt auch keinerlei Ungereimtheiten und Unstimmigkeiten. Das ist einfach gute, solide Unterhaltung, die Spaß macht.

Fazit?
Wunderbarer Beginn einer neuen Serie.

Ein schöner Mord für Mom – James Yaffe



Taschenbuch, Krimi



Dies ist ein klassischer ‚wer ist der Mörder’ Krimi im Stile von Sherlock Holmes und Miss Marple, der jedoch so seine Tücken hat.
Der Ich-Erzähler ist wundervoll selbstironisch, und seine Mutter ist richtig toll.
Allerdings ist sie mit allen Wassern gewaschen und führt… nein, ich verrate nichts. Nur so viel: dies ist kein einfacher Krimi, er führt den Leser schon in sehr viele falsche Richtungen.
Allerdings bewundere ich die logischen Fähigkeiten des Autors, der einen derartigen Fall konstruiert hat und dabei bis zum letzten Wort logisch bleibt.

Stilistisch ist ‚Ein schöner Mord für Mom’ einwandfrei, eine wunderbare Sprache und sehr liebevoll geschrieben. Da stimmt einfach das Gesamtpaket. Das hat mir sehr viel Freude bereitet und ich habe mich schon tagsüber darauf gefreut, abends weiter zu lesen.

Fazit?
Dieser Krimi hat mir richtig Spaß und Lust auf mehr gemacht!