Mittwoch, 31. Dezember 2014

Die Schnäppchenjägerin (Shopaholic 1) – Sophie Kinsella

Taschenbuch, Chick Lit



Im Gegensatz zu ‚Charleston Girl' fand ich dieses Buch teilweise sehr bedrückend, auch, weil es für mich sehr viel mit Fremdschämen zu tun hatte. Oder auch mit ‚Spiegel vorhalten'. Tja, Kaufsucht ist kein ganz so lustiges Thema.
Trotzdem hat mich das Buch gut unterhalten und mir ein paar vergnügliche Stunden beschert, auch, weil es Sophie Kinsella versteht, so schön beschwingt und selbstironisch zu schreiben.

Ob ich die gesamte Reihe durchhalte, weiß ich noch nicht, allerdings habe ich sofort mit ‚Fast geschenkt' angefangen. Wie schön, eine Freundin zu haben, die mir gleich alle Teile geliehen hat. Denn eines steht fest: Für einen grauen, kalten, nassen Tag gibt es nichts Besseres, als mit einem Chick-Lit-Buch auf dem Sofa zu liegen und einfach zu genießen!

Fazit?
Gelungener Auftakt einer unterhaltsamen Serie!


Der Weg ins Labyrinth (Magisterium 1) – Holly Black & Cassandra Clare



gebunden Ausgabe, Jugendfantasy



Dieses Buch krankt leider an dem großen Schatten, den Harry Potter wirft. Und ich schreibe ‚leider’, weil es durchaus Potential für etwas ganz eigenes hat. Aber der Anfang ist nun mal, wie er ist und auch der Rest muss sich dem Vergleich stellen. Und hier verliert ‚Der Weg ins Labyrinth’ einfach. Mir fehlte die Liebe zum Detail, die kleinen Geschichten am Rande und das gewisse Etwas. Einzig Warren und Mordo sind kleine Lichtblicke in einer Reihe von eher grauen Protagonisten. Ansonsten bleibt die Geschichte zwar durchaus einfaltsreich, aber der Funke springt bei mir nicht über.

Tja, allerdings bietet der Schluss eine sehr überraschende Wendung, die mich sehr neugierig gemacht hat. Vielleicht gebe ich dem zweiten Teil (es werden insgesamt fünf sein) eine Chance, mal schauen.

Stilstisch ist es sehr angenehm, die Autorinnen überfordern ihr Publikum nicht, halten dabei aber gekonnt einen guten Standard. ‚Der Weg ins Labyrinth’ liest sich gut und schreckt auch nicht durch seinen Seitenumfang ab.

Fazit?
Durchaus nett, vor allem durch die Ausstattung, aber so richtig überzeugend fand ich es nicht.

@E.R.O.S. (Mississippi 1) - Greg Iles


audible, Thriller, ungekürzt, gelesen von Uve Teschner



Dieser Thriller, der durchaus blutig und brutal ist, zeichnet sich meiner Meinung nach durch seine psychologischen Aspekte aus - sowohl auf Seiten des Täters wie auch, was die 'Ermittler' betrifft.
Dabei bedient sich Greg Iles einer durchaus gehobenen Sprache, ohne überheblich zu klingen oder den Leser/Hörer als dumm da stehen zu lassen. Das hat mir sehr gut gefallen, besonders in der Kombination mit Uve Teschner, der wieder mal wunderbar einfühlsam und unübertrieben liest.
Leider ergibt sich durch den Anspruch, sämtliche Beweggründe zu vertiefen, eine gewisse Länge, die mich ein wenig gelangweilt hat - was aber durchaus durch spannendere Stellen (besonders gegen Ende, meine Güte) ausgeglichen wird. Wer nur auf Action aus ist, muss halt oft beim Niveau Abstriche machen. Oder andersherum.

Da man diese rund 21 Stunden Unterhaltung mit Spannungsfaktor bei audible.de derzeit für 4,95 € bekommen kann, gibt es hier keinen Grund zum Meckern, wie ich finde. Man muss sich nur auf die Komplexität der Geschichte einlassen.

Fazit?
Sehr gutes Hörbuch!

Montag, 29. Dezember 2014

Die Verborgene - Sarah Kleck



e-Book, Fantasy



Sarah Kleck ist es wirklich gelungen, mich mit ihrer sprühender Phantasie in Atem und Erstaunen zu halten. Wunderbar gelingt es ihr, alte Mythen in die Gegenwart zu transportieren und den Leser damit durchaus zu bannen. Dabei spart sie auch nicht mit Dramatik und Spannung und verspricht so eine unterhaltsame Lektüre, die auch über dieses Buch hinaus geht. Schließlich ist das Ende ein richtig toller Cliffhanger, der auf eine Fortsetzung hoffen lässt.

Die Protagonisten sind durchaus stimmig, wenn auch auf leider schon sehr bekannte Weise eher unsympathisch, auch, weil sie gewissen Schemata entsprechen, die mich langsam nur noch anöden. Der schöne Held, die traumatisierte Heldin, die sich selbst eher zu selbstkritisch darstellt, die Gegenspieler... wie oft noch? Da ändert auch das neue 'Umfeld' wenig, verspricht einfach nur mehr, als es am Ende hält.

Und stilistisch konnte mich 'Die Verborgene' überhaupt nicht überzeugen. Bemüht um eine gehobene Ausdrucksweise, verliert die Autorin jegliche Eleganz der Sprache, wirkt eher verklemmt und uninspiriert. Der Funke springt einfach nicht über und lässt mich eher fragend zurück. Ist es zu viel verlangt, von einem Buch einen vernünftigen Umgang mit der Sprache zu erwarten? Muss man sich als Leser wirklich durch abgedroschene Phrasen und umständliche Beschreibungen quälen - von Flüchtigkeitsfehlern ganz zu schweigen - wenn es doch so viel leichtr und lockerer gemacht werden kann? Oder soll hier eine Ernsthaftigkeit vorgespielt werden, die eh dem Genre widerspricht. Wer diese Art von Fantasy liest, möchte unterhalten werden, durchaus mit Humor, Selbstironie und Leichtigkeit. Dramatik entwickelt sich nur bedingt durch schwer nachvollziehbare Sätze.

Fazit?
Sehr gute Grundidee, in der Umsetzung leider überhaupt nicht mein Fall.

Ich danke bloggdeinbuch und dotbooks für das Rezensionsexemplar

Charleston Girl - Sophie Kinsella


Taschenbuch, Chick Lit



Genau so muss ein Chick-Lit-Roman sein!

Mehr muss ich dazu gar nicht schreiben, oder?

Na gut, doch ein paar Worte mehr.

'Charleston Girl' ist eine schwungvolle Geschichte, locker-leicht erzählt und voller Humor und Situationskomik. Die Protagonisten haben eine angenehme Tiefe und sind sympathisch, weil sie liebevoll von der Autorin beschrieben werden. Der Inhalt selbst ist spannend und interessant, schickt den Leser durchaus durch einige Gefühle, immer aber angemessen abgemildert. Ein richtiges Hach-Buch mit Wohlfühlgarantie.

Natürlich kann man dem Genre vorwerfen, eher oberflächlich zu sein, und doch gelingt es Sophie Kinsella, nicht zu trivial zu sein, besonders durch den wundervollen Stil, der sich flüssig lesen lässt und angenehm im Kopf 'klingt'. Man stolpert nicht über gewollt umständliche Formulierungen, sondern liest eine Geschichte, die eine gute Freundin vielleicht genau so erzählen würde.
Und ich ahbe wirklich mitgelitten! Gelacht, fast geweint, mich gefreut - einfach eine tolle Zeit gehabt mit diesem Buch. Und ich finde den Verzicht auf weitere, eher abgedroschene, Sexszenen sehr schön. Ebenso wie den Verzicht auf moralinsaure Rumlaberei. Sophie Kinsella hat in 'Charleston Girl' genügend Tiefe, um auf so etwas verzichten zu können.

Fazit?
Absolute Leseempfehlung - ich glaube, ich habe eine neue Lieblingsautorin!

Im Wirbel der Zeit - Rysa Walker


e-Book, Zeitreise



Wer mich kennt, oder meinen Blog schon länger verfolgt, weiß, dass ich Zeitreiseromane liebe! Und zwar relativ unkritisch, so lange sie gut gemacht sind und eine 'vernünftige' Erklärung abgeben. Das kann durchaus auch mal ein Steinkreis sein, das ist mir egal, so lange die sache gut durchdacht ist - und auch sonst eher wenige logische Fehler auftauchen. Leider ist es zuweilen ein ziemliches Modegenre und treibt aufgrund dessen schon seltsame Blüten.

'Im Wirbel der Zeit' ist die Ausnahme, die mir Hoffnung macht.
Wohldurchdacht und ungemein schwungvoll, zog mich diese Geschichte ab der ersten Seite in ihren Bann und ließ mich auch bis zur letzten nicht mehr los. Unglaublich komplex, teilweise durchaus verwirrend (welche Zeitlinie ist das jetzt?), immer logisch und stimmig, umwerfende Protagonisten, denen es nicht an gesundem Selbstbewusstsein mangelt, und eine tolle Rahmenhandlung machen diesen Zeitreiseroman zu etwas ganz Besonderem (nicht nur innerhalb des Genres).

Man kann dieses Buch innerhalb von kindleunlimited (Leihbücherei bei amazon.de, die man zur Zeit für 30 Tage kostenlos testen kann, die aber ansonsten 9,99€/30 Tage kostet, was sich meiner Meinung nach nicht lohnt, da hier nur amazon-'Eigenproduktionen' angeboten werden) lesen.
Außerdem ist es der erste Teil einer Trilogie (?), wobei die anderen Teile bislang nur auf englisch angeboten werden.

Für Alle, die keine e-Books lesen wollen, es gibt auch die Taschenbuchausgabe bei amazon.de:


Fazit?
Absolut überzeugender Zeitreiseroman, der richtig Lust auf mehr macht!