Dienstag, 30. Juni 2015

Man liebt nur dreimal - Melanie Rose

Flexibler Einband, Mystery



Die Geschichte ist toll, ganz ohne Zweifel. Einiges an Mystery, viel Reinkarnation und mehr als eine wunderschöne Liebesgeschichte. Dazu noch ein bisschen Drama und auch Humor, eigentlich das perfekte Buch. Und es gab Momente, da tendierte ich stark zu einer besseren Bewertung.
Was mich aber immer wieder geärgert hat, war die stellenweise gruselige Wortwahl (Was um Himmels Willen ist eine Laborversuchsratte? Ich weiß, was es sein soll, aber warum dieses Wort?) und zum Teil beinahe unverständliche Sätze wegen der Satzbaus. Gegen Ende wird dann auch noch ein Name verwechselt, da war es dann mit meiner Toleranz fast vorbei.
Gut, vielleicht kann eine Übersetzung nicht unbedingt literarisch wertvoll sein, aber wo ist bitte schön das Lektorat? Mit diesem Buch hat sich der Knaur Verlag definitiv ein Armutszeugnis ausgestellt.

Nun aber zum Inhalt.
Geschichte über Reinkarnation gibt es natürlich einige und der Konsens ist wohl in allen gleich, und auch Melanie Rose greift hier auf das übliche Schema zurück. Dazu kommt allerdings einiges an Herzblut, wie ich finde und so ist diese Geschichte zwar vorhersehbar, aber doch wunderbar verpackt. Man kann durchaus mitfiebern und mitraten und ich wurde durch das Ende nicht enttäuscht. Wer ein wenig mysteriöse Verwicklungen und eine schöne Liebesgeschichte mag, der ist hier genau richtig.

Stilistisch ist das Buch, bis auf die hanebüchenen 'Fehler' völlig in Ordnung, ohne ein überdurchschnittliches Niveau anzustreben. Einfache Unterhaltung eben und damit genau richtig, wie ich finde.

Fazit?
In dieser äußerlich sehr schönen Gestaltung eher nicht zu empfehlen. Vielleicht doch lieber im Original? Die Geschichte als solche finde ich allerdings gut.

Montag, 29. Juni 2015

Alles so leicht - Meg Haston

Hardcover, Roman



Das Schöne bei Büchern ist, dass man, wenn man den Klappentext nicht allzu genau liest, manchmal völlig überrascht wird. So war es bei mir in diesem Fall, denn ich hatte nicht mitbekommen, dass es in 'Alles so leicht' um Magersucht geht - ich fand das Thema Selbstmord einfach interessant und habe es mir deshalb ausgesucht.

Nachdem ich die erste Überraschung überwunden hatte, gefiel mir das Buch aber von Seite zu Seite besser, weil ich der Meinung bin, hier ein sehr fundiertes Werk zu haben, das mir als absolut nicht Betroffene einiges erklärt und in die Tiefe der Erkrankungen geht, mehr, als ich es bei irgendwelchen Dokus bisher erlebt habe.
Und ich ertappte mich dabei, wie ich einige Stellen markiert habe, weil sie auch mich betreffen und zwar sehr genau. Das spricht meiner Meinung nach für die Qualität der psychologischen Aufarbeitung allgemein und macht 'Alles so leicht' zu einem ganz besonderen Buch. Für mich.
Und ich kann mir gut vorstellen, dass andere das anders sehen.

Die Entwicklung von Stevie fand ich allerdings insgesamt zu 'amerikanisch', ähnlich wie in '28 Tage' mit Sandra Bullock, hatte ich einfach das Gefühl, es geht zu schnell. Entweder sind US-amerikanische Einrichtungen sehr viel besser als deutsche, oder hier wird vereinfacht. Wobei der lange Weg von Stevie durchaus angedeutet wird. Zurück bleibt trotzdem das Gefühl von unrealistischer Darstellung.

Stilistisch fand ich 'Alles so leicht' sehr angenehm zu lesen, vielleicht ein bisschen verwirrend mit den Rückblenden, aber mich hat das gar nicht gestört. Denn so funktioniert der Kopf!

Gewundert hat mich, dass mir am Ende ein paar Tränen kamen, die ich mir nicht erklären kann - höchstens damit, dass es Meg Haston gelungen ist, mir Stevie und ihre Geschichte ans Herz zu legen. Und das finde ich gut.

Fazit?
Tiefer Einblick in das Thema Magersucht, mitreißen dargestellt. Ein überraschend gutes Buch.

Sonntag, 28. Juni 2015

Zum wilden Eck - Fritzi Sommer


Broschur, Krimi



Wenn man in diesem Sommer ein Buch sucht, bei dem man das richtige Sommer-Feeling haben kann, dann gehört 'Zum wilden Eck' ganz bestimmt in die engere Auswahl. Nach dem Motto 'nomen est omen', denn wer Fritzi Sommer heißt, der kann auch Sommer, oder?
Vom ersten Satz an ist klar, dass es sichhier um lockere Unterhaltung handelt, die von den Mops-Charakteren lebt. Und zwar konsequent und durch alle Höhen und Tiefen der Handlung. Denn Henris Erzählstil, so einzigartig er ist, wird durchgehalten und das hat mir richtig, richtig gut gefallen. So hatte ich auch während des Lesens (bis auf ein paar Ausnahmen) ein Dauergrinsen im Gesicht, das nur dann verschwand, wenn ich laut lachen musste.

Die Handlung ist durchaus abwechslungsreich und gut durchdacht, wobei ich zwischendurch einen ganz anderen Verdacht hatte, was mich positiv überraschte. Sicherlich ist manches für Nichthundemenschen etwas schwer nachvollziehbar, wobei ich mir natürlich die Frage stelle, ob Möpse nun wirklich Hunde sind, allerdings finde ich es gut, dass die Autorin bei all der Vermenschlichung nicht übertreibt und Hund Hund bleiben darf. Das hebt dieses Buch angenehm von anderen Büchern ab, wie ich finde.
Die Schemata mancher Gags nutzte sich leicht ab, fand ich, aber insgesamt ist der Humor in diesem Buch sehr groß geschrieben und erreicht ein schönes Niveau, also nicht platt und schon tausend Mal gelesen, sondern eher fein und hintergründig.

Stilistisch gibt es nichts zu meckern, schließlich kommt Henri aus gutem Hause und versteht es, mit Wortwitz zu spielen.

Die Protagonisten sind liebenswert und stimmig, die Beschreibungen treffend und ich hatte die verschiedenen Charaktere genau vor Augen. Dabei half ohne Zweifel der Hundeblick auf uns Menschen, der treffend beschreibt. Und ja, ich würde so gerne eine Fortsetzung lesen. Denn die 'Hundebande' lässt noch viele Fragen offen. Ich sag nur 'Locke'. Da ist doch noch was zu erzählen, oder?

Fazit?
Absolute Leseermpfehlung für Freunde guter, aber leichter Lektüre. Und für Hundemenschen sowieso.

Der Mops-Krimi ist bei Heyne erschienen

Freitag, 26. Juni 2015

Die Gehilfin des Bienenzüchters - Laurie R. King


Broschur, Krimi



Da war ich der festen Meinung, ich hätte dieses Buch vor einigen Jahren schon mal gelesen, muss aber zugeben, dass ich daran inzwischen so meine Zweifel habe. Denn mir kam überhaupt nichts bekannt vor, und das ist eigentlich unwahrscheinlich. Also gehe ich davon aus, dass ich es zwar besaß - und vielleicht ist es auch noch irgendwo - aber gelesen habe ich es wohl doch nicht.

Laurie R. King hat einen wirklich sehr schönen Stil, leicht und locker, völlig unverkrampft, und doch von einer sehr hohen Qualität, ohne überkandidelt zu wirken. So erzählt sie die Geschichte(n) von und mit Sherlock Holmes und Mary Russell wunderbar entspannend und voller Witz und Ironie, etwas, das mir immer gut gefällt. Selbst die spannenderen Szene sind eher unaufgeregt, aber nichtsdestotrotz fesselnd.
Dazu kommen noch rundweg sympathische Protagonisten und leise Untertöne, die einiges für die Zukunft andeuten, aber auch in die Irre führen können.

Was mich irritiert hat, war der Anfang. Denn ähnliches hörte ich vor Kurzem in dem Buch 'Teufelsgrinsen', was mir nun auch erklärt, weshalb ich bei den Büchern von Annelie Wendeberg ein seltsames Gefühl hatte. Das allerdings würde bedeuten, dass ich 'Die Gehilfin des Bienenzüchters' doch schon gelesen, aber anscheinend vollkommen verdrängt habe.

Wie dem auch sei, 'Die Gehilfin des Bienenzüchters' ist ein wunderbares Buch - nicht nur für Fans von Sherlock Holmes - das sich leicht liest und Lust auf mehr macht. Ob es ein 'Muss' ist, möchte ich aber nicht behaupten. Mir gefällt allerdings einfcah der Umgang mit der Sprache.

Fazit?
Mir hat es gefallen.


Donnerstag, 25. Juni 2015

Passagier 23 - Sebastian Fitzek

Broschur, Thriller



Dieses Buch hatte mir eine Freundin schon vor Monaten geliehen, aber so rechte Lust hatte ich bislang nnicht darauf, auch, weil ich bislang zwei Bücher von Sebastian Fitzek gehört hatte und in beiden kamen Hunde zu Tode, etwas, das ich kaum ertragen kann.
Aber dann hatte ich plötzlich doch Lust auf einen möglichst blutigen Thriller und in dieser Hinsicht kann ich mich nicht beklagen. Denn es geht heftig ab in diesem Buch und so hielt mich die Spannung auch ganz schön in Atem. Es hat mir einfach Spaß gemacht. Und da es auch nicht künstlich aufgebläht war - durch langatmige, im Grunde unnütze Lebensgeschichten zum Beispiel - hatte ich 'Passagier 23' auch zügig durch. Im Grunde also ein kurzes, sehr unterhaltsames Vergnügen und damit genau richtig für einen verregneten Sonntag.

Ja, es geht ziemlich zur Sache, das schicke ich jetzt mal vorweg, wobei sich der Ekelfaktor in Grenzen hält. Allerdings ist die Thematik interessant und trifft mal einen etwas anderen Nerv, was mir sehr gut gefallen hat.

Stilistisch gibt es nichts auszusetzen, ohne Ecken und Kanten erzählt Sebastian Fitzek seine Geschichte und überfordert den Leser damit bestimmt nicht. Allerdings war mir das Ganze dann doch irgendwie zu bieder gestrickt und ohne eine gewisse Finesse, die mich bei andere Büchern völlig überzeugt hat.

Fazit?
Ganz nett und spannend, aber am Ende doch ohne große Überraschungen.
Und ja, ich möchte sehr gerne eine Kreuzfahrt machen. ;)

Mittwoch, 24. Juni 2015

Zurück nach Hollyhill – Alexandra Pilz


Broschur, Zeitreiseroman



Ich mag dieses Buch. Es sieht cool aus, ist einfach sympathisch und die Geschichte ist klasse.
Und trotzdem habe ich mich zum Lesen beinahe zwingen müssen, denn ich bin überhaupt nicht mit dem Stil zurechtgekommen.

Immer wieder stolperte ich über für mich schwer nachvollziehbare Formulierungen, über meiner Meinung nach unsinnige Äußerungen und ungeschickte Aussagen. Da hat der Protagonist zum Beispiel nicht eine rechte und eine linke Hand, sondern eine und eine andere.
Oder der Aufbau, der, wenn man es sparsam benutzt, durchaus seinen Charme hat, irgendwann aber einfach nur ärgerlich war für mich. Wenn eine spannende Szene mittendrin abbricht, ein neues Kapitel beginnt und dann nur im Rückblick erzählt wird, was weiter geschah, dann sorgt das für andauernde Verwirrung – jedenfalls bei mir.
All das hat mich immer wieder aus dem Lesefluss gerissen und mich frustriert.

Die Protagonisten sind für mich sehr schemenhaft, ihr Verhalten selten nachvollziehbar, auch wenn sie ihr Veralten dann selbst in Zweifel ziehen. Der Funke sprang einfach nicht über. Das gilt auch für die sich anbahnende Liebesgeschichte.

So ganz verstanden habe ich auch die Sache mit den Zeitreisen nicht, das bleibt ein wenig neblig und da hätte ich mir eine umfassende Aufklärung von Emily gewünscht. So erwarte ich beinahe eine unlogische Auflösung.

Die Frage, die ich mir stelle, ist, ob ich den zweiten Teil lesen möchte.
Ich würde der Geschichte gerne eine Chance geben und darauf hoffen, dass ‚Verliebt in Hollyhill’ die vorab vergebenen Sympathiepunkte rechtfertigt. Aber bislang traue ich mich nicht.

Fazit?
Ein nettes Buch, das mich einiges an Nerve gekostet hat.

‚Zurück nach Hollyhill’ ist bei Heyne fliegt erschienen.

Dienstag, 23. Juni 2015

Mein Sommer unter Hühnern – Julia Mata


CDs, gekürzt, Kinder ab 10 Jahren, gelesen von Julia Casper



Diese sehr phantasievolle Geschichte eines jungen Mädchens, dass plötzlich merkt, wie das mit Freundschaften funktioniert, hat mich schon gefesselt. Alleine die Idee mit dem Hühnerhof und den Zombies fand ich sehr gut und interessant. Und Julia Casper liest gut und stimmig und verleiht damit der Geschichte und den Charakteren Leben und Tiefe.

Was mich jedoch gestört hat, war dieses typische Verhalten (vor)pubertärer Mädchen, die irgendwie alles tun, um kindisch zu wirken. Die Außenseiter-Geschichte, die schon in unzähligen Büchern und Filmen abgehandelt wurde, wird hier nach meinem Geschmack bis zum Erbrechen ausgewalzt und bietet wenig Überraschendes, im Gegenteil ist alles sehr vorhersehbar und irgendwie moralinschwer. Macht mir einfach nur bedingt Spaß und weckt Erinnerungen an ‚Die Waltons’. Für Kinder funktioniert das natürlich gut, als Erwachsene – nein, ich gehöre auch nicht zur Zielgruppe – ist das einfach zu einfach. Und irgendwie zu korrekt und rosarot flauschig, allerdings doch auch sehr realistisch.

Für Kinder jedoch ist es eine lustige, ein wenig abgedrehte Geschichte, die ganz bestimmt Mut macht und vielleicht auch Lust, selbst kreativ zu werden. Oder aktiv, wenn es um Außenseiter geht, es könnte ja sein, dass die irgendwelche Talente haben. Und lustig ist es ohne Zweifel, alleine die Geschichte mit dem Film hat bei mir für ein paar Lachtränen gesorgt und mir den Tag versüßt. Und etwas anderes soll eine Kindergeschichte doch gar nicht. Der kleine erhobene Zeigefinger stört da auch nicht weiter.

Fazit?
Eine lustige Kindergeschichte mit einigen Punkten, die zur Diskussion und zum Nachdenken anregen können, und zwar in mehrere Richtungen.

‚Mein Sommer unter Hühnern ist in der hörverlag erschienen.

Montag, 22. Juni 2015

Die Vulkanos sind bombig (Die Vulkanos 2) – Franziska Gehm


CD, ungekürzt, Kinder ab 6 Jahren, gelesen von Stefan Kaminski



Wie wunderbar, ein Hörbuch zu hören, das einfach nur Spaß macht und in seinem ‚Wahnsinn’ so richtig konsequent ist. Denn die Geschichte der Vulkanos ist auch im zweiten Teil einfach nur abgedreht und völlig ohne Botschaft oder schwerer Moral. Im Gegenteil animiert es nicht nur Kinder zum lauten Lachen.

Ja, es wird gepupst, ja, dafür gibt es viele ‚schreckliche’ Worte und so manch einem wird wahrscheinlich nur tiefes Einatmen über dem Riechfläschchen helfen, aber es ist nun mal ein Kinderbuch und Kinder (und Junggebliebene) können über so etwas lachen, ohne das daran gleich die gesamte Erziehung zusammenbricht. Es ist ein phantasievoller Spaß, der Kinder in eine Phantasiewelt entführt und sie für ein paar Minuten vergessen lässt, dass es so etwas wie ‚Unwörter’ überhaupt gibt. Dabei sind die Vulkanos so herrlich naiv und doch auch ein Abbild der Menschen. Da wird auch der Nachbarschaftsstreit zur humorvollen Angelegenheit und das Gezänk der beiden Alten ist einfach nur schön.
Meiner Meinung nach ist es einfach ein Kinderbuch, das man mit Kinderohren hören sollte.

Stefan Kaminski ist für mich der Meister des Pupsens, denn er ‚haucht’ der Geschichte so viel Leben ein, dass ich gar nicht in Versuchung gerate, das Buch lesen zu wollen. Viel zu schön ist sein virtuoser Vortrag und seine Liebe zum Detail.

Fand ich das Lied der Vulkanos, im Tango-Stil, im ersten Teil noch gewöhnungsbedürftig und ungewöhnlich, so gefällt es mir immer besser und ich finde es passend.

Fazit?
Eine gelungene Fortsetzung, die mir richtig viel Spaß gemacht hat und natürlich Lust auf mehr macht. Schade, dass es so etwas in meiner Kindheit nicht gegeben hat, meine Mutter hätte es gemeinsam mit meinem Bruder und mir geliebt.

‚Die Vulkanos sind bombig’ ist in der hörverlag erschienen.