Freitag, 31. Juli 2015

Kilt und Kaviar - Alison Brodie



Broschur, Chick Lit



'Kilt und Kaviar' ist ein sehr solider Liebesroman, dessen Protagonisten beinahe klassisch sind. Sie, die Karrierefrau mit seelischem Knacks, er der in sich ruhende Mann, der allen Gefahren trotz.
Allerdiungs merkt man dem Buch seine Jahre an, es fehlt ein wenig an Schwung und Humor, wie ich finde.
Eine rührende Geschichte ist es allemal und unterhält damit gut. Die Romantik ist dezent, die Katastrophen angemessen, und das Ende einfach schön. Was will frau also mehr?

Auch stilistisch gibt es nichts zu meckern, auch dabei geht es grundsolide zu.

Insgesamt also ein beinahe zeitloser Liebesroman, der natürlich im schottischen Hochland spielt, und der den Leser nicht mit hochtrabenden Zielen und Botschaften langweilt, sondern einfach ein befriedigendes Gefühl hinterlässt.

Fazit?
Nettes Buch.

Donnerstag, 30. Juli 2015

5 Tage, die uns bleiben - Julie Lawson Timmer



Klappbroschur, Roman



Dies könnte ein hochdramatisches Buch sein, hätte sich Julie Lawson Timmer auf eine Geschichte konzentriert.
Aber der Reihe nach.

Im Vordergrund steht sicherlich Mara, die an der Huntington Krankheit erkrankt ist und beschließt, ihrem Elend ein Ende zu bereiten - auch, weil sie ihren unaufhaltsamen Verfall der geliebten Familie nicht zumuten will. Das ist durchaus interessant und sehr gut dargestellt. Doch der Autorin war das nicht genug, sie musste nebenbei auch noch die Geschichte von Scott erzählen, der ganz andere Probleme hat. Gemeinsamer Nenner ist allein die tiefe Zuneigung zu einem Kind, das nicht das eigene ist.
So fließt '5 Tage, die uns bleiben' geradezu über vor elterlicher Liebe, Verantwortungsgefühl und den liebenswerten Kleinigkeiten eines Kindes. Das ist gut und schön - hat michg baer nur am Rande 'gefesselt.

Meiner Meinung nach, hat Julie Lawson Timmer einen dramatischen Effekt - die tödliche Krankheit - gebraucht, um eine Handlung zu transportieren, der es auch so an genug Spannung nicht mangelt. Dadurch wird das Ende für mich einfach zu nichtssagend.
Dazu kommt noch der Stil, der mütterlich-verliebt und damit simpel und blauäugig ist. Das wird den Themen einfach nicht gerecht, wie ich finde. Sicherlich ist es realistisch, aber mir einfach zu rührselig und stellenweise auch zu reißerisch, irgendwie. Als ob die Autorin eigentlich nur eine kleine Geschichte erzählen wollte (was geht in einer Frau vor, die Selbstmord begehen will, weil sie die Auswirkungen einer schrecklichen Erkrankung nicht erträgt), diese dann aber, aus welchen Gründen uach immer, künstlich aufblasen musste. So hat sie zwei sehr gefühlvolle Geschichten miteinander vermischt, und heraus kommt ein großes Fragezeichen bei mir.
Was will die Autorin mir mit diesem Buch sagen?
Dass das Schicksal von Kindern immer im Vordergrund steht?
Dass Eltern zum Wohle der Kinder auf alles verzichten sollen?

Das wird dem Leser ziemlich schnell klar - zumal es auch nahezu selbstverständlich sein sollte.
In dieser Umsetzung finde ich es insgesamt allerdings sehr unbefriedigend, weil ich das Gefühl habe, ein unvollständiges Statement in den Händen zu halten, das auf der Welle der tragischen Lebens- und Krankheitsgeschichten mitschwimmen will. Aber dafür ist es mir zu weichgespült. Trotz des Endes.

Fazit?
Mich hat '5 Tage, die uns bleiben' nicht überzeugt.

Mittwoch, 29. Juli 2015

Welpenalarm! (Herkules 3) - Frauke Scheunemann



Klappbroschur, Roman



Natürlich ist es eine nette Geschichte - und das Cover ist einfach zu süß.
Aber leider störte mich auch hier, wie bei den ersten beiden Teilen) der simple Stil und die haarsträubenden Situationen, in denen der kleine Dackel gerät und die mir einfach zu vermenschlicht sind. Seltsamer weise hat das bei 'Zum wilden Eck' viel besser funktioniert, vielleicht, weil es dort einfach hundgerechter und mit einem gewissen Niveau zugeht. Nein, Frauke Scheunemann hat mich auch mit dem dritten Buch der Herkules-Reihe nicht überzeugt.

Allerdings gibt es sehr viel unterhaltsames und Herkules Sicht auf die welt ist durchaus entzückend, wenn auch eher kindlich-naiv, was sich in einem Buch für Erwachsene leider schnell abnutzt. Aber das ist meine Meinung. Wer die ersten beiden Teile mag, der wird auch dieses Buch mögen.

Fazit?
Von der Art und Weise her einfach nicht mein Fall.

Dienstag, 28. Juli 2015

Neuzugänge 28. Juli 2015

Heute habe ich drei 'neue' Bücher bekommen.
Ja, neu ist eigentlich nur eines, nämlich:



Thriller und Krimis eignen sich immer gut dafür, andere Länder zu kennen zu lernen, also bin ich einfach mal neugierig, was ein polnischer Ermittler so treibt und welche landestypischen Eigenheiten es zu entdecken gibt. Ich bin mir ziemlich sicher, dass ich Polen in einem Buch noch nicht begegnet bin.

Dann habe ich einem gebrauchtem Buch erlaubt, bei mir einzuziehen (es sieht aber aus wie neu) - weil ich es auf meiner Wunschliste hatte.



Manchmal stehe ich einfach auf so etwas!

Das dritte Buch sieht arg mitgenommen aus, der Schutzumschlag ist beschädigt, der Buchrücken leider auch, es ist ein bisschen angeschmutzt, aber meine Güte, es ist lesbar.



Eines davon landet im SuB (Stapel ungelesener Bücher - in diesem Fall: muss ich ziemlich bald lesen), die beiden anderen kommen ins RuB (Regal ungelesener Bücher), für später oder so.
Ziemlich abwechslungsreich sind sie im Paket allemal. Ich freue mich!

Montag, 27. Juli 2015

Gehe hin, stelle einen Wächter - Harper Lee



mp3 CD, ungekürzt, Roman, gelesen von Nina Hoss



Es ist ein unglaubliches Gefühl, ein Buch zu lesen, das vor sechzig Jahren geschrieben und erst jetzt veröffentlicht wurde. Unglaublich auch deshalb, weil es auf der einen Seite wunderbar zeitlos ist, auf der anderen so erhellend und modern.
Das muss ich wohl näher erklären und es fällt mir dabei schwer, nichts von der eigentlichen Handlung zu verraten. Denn im Grunde möchte ich eine große Erkenntnis hinausschreien, aber nein, ich halte mich zurück.

Harper Lee hat vor 60 Jahren den Klassiker 'Wer die Nachtigall stört' geschrieben, ein Buch, das mich stark beeindruckt hat und das mit seinem Protagonisten Atticus Finch einen Helden erschaffen hat.
Kurz danach schrieb sie 'Gehe hin, stelle einen Wächter', doch das Manuskript blieb in der sprichwörtlichen Schublade, warum auch immer - nun ja, ich kann mir inzwischen denken warum. Ersteinmal war damals die Zeit noch nicht reif für diese Fortsetzung. Und zum anderen könnte ich mir vorstellen, dass die Fans von 'Wer die Nachtigall stört' einfach auf die Barrikaden gegangen wären. Ich jedenfalls war stellenweise sprachlos vor Entsetzen und Erstaunen - und gleichzeitig stolz auf Harper Lee. Darf man das sein auf eine Frau, die man nicht kennt? Was diese Frau 'damals' zu Papier brachte, ist so unendlich mutig und klug, so zeitlos richtig und wichtig. In den 1960er hätte es vielleicht nützlich sein können, dieses Buch schon gehabt zu haben, aber es hätte auch rund 50 Jahre amerikanische Kultur null und nichtig gemacht, wenigstens einen kleinen Teil davon.

Alles hat seine Zeit, dieses Buch kommt 2015 vielleicht für einiges zu spät, für anderes aber genau richtig. Und vielleicht braucht es auch den Abstand zu histrorischen Ereignissen, um ein literarisches Werk als Zeugnis und las zeitlos zu erkennen.

Wer das Buch nicht kennt, wird übrigens gut über den Titel stolpern, wer es kennt, wird es verstehen und als das erkennen, was es ist: eine Aufforderung!
Weggehen, wegschauen ist einfach. Bleiben und beobachten ist schwer aber wichtig. Und hier findet sich auch der Bezug zu Aktuellem. Dort, wo Kameras sind, wo Videos um die Welt gehen, geschieht zwar nicht weniger Schreckliches, aber es bleibt nicht im Verborgenen, es kann be- und verurteilt werden. Und die Unwissenheit der Massen ist nicht länger der Nährboden, auf dem Böses gedeihen kann. Ich finde das gut.

Nina Hoss liest gut, ohne aufdringlich zu sein. Denn 'Gehe hin, stelle einen Wächter' braucht kein Schauspiel, es ist auch ohne Drama dramatisch.

Fazit?
Eines der besten und wichtigsten Bücher, die ich je gelesen beziehungsweise gehört habe. Und man muss 'Wer die Nachtigall stört' nicht unbedingt kennen.

'Gehe hin, stelle einen Wächter' ist im Hörverlag erschienen.

Sonntag, 26. Juli 2015

Die Räuber Remixed - Friedrich Schiller, Carolin-Therese Wolff



audible, Hörspiel, Klassiker



Ehrlich, ich hab es nicht so mit den Klassikern. In der Schule musste ich so was lesen, und damit war das Thema uach einfach für mich durch. Ich sag nur 'Emilia Galotti' - die hatte ich gleich zwei Mal! Aber es ist nun auch nicht so, als würde es mich überhaupt nicht interessieren, die Perlen der deutschen Literatur. Nur fehlt mir einfach der Nerv für so viel tiefschürfende Ernsthaftigkeit.
Allerdings hat sich audible.de an eine Neufassung gewagt - und die gibt es auch noch umsonst (wenn man ein audible.de-Abo hat). Und weil ich gerade nichts anderes zu hören hatte, hab ich mich einfach getraut.

'Franz heißt die Kanaille' - den Spruch kannte ich. Ansonsten nichts, aber das ist auch egal. Denn was Schiller 1781 auf die Bühne brachte, hat Thriller-Potential. Mord und Totschlag, Wahnsinn und Eifersucht, Liebe und Hass, 'Die Räuber' hat all dies und noch einiges mehr. Und im Remix, mit modernem Hintergrund und einfacherer Sprache, ist das alles enthalten. Und was für ein Drama - nein, es geht nicht gut aus, bildet euch das bloß nicht ein.

Überzeugt hat mich die Geschichte - wäre ja auch noch schöner - und die Umsetzung, weil es zeitlose Themen sind und auf Modern gedrillt auch einen leichten Zugang ermöglicht, für alle, die wie ich den Zugang zum klassischen Bühnenstück nicht gefunden haben. Schöne, neue Welt, in der so etwas möglich ist, und schöne, alte Welt, die solchen Stoff hervorgebracht hat. In der Kombination ist ein tolles, unterhaltsames Hörspiel entstanden, in denen sich die Sprecher voll austoben konnten und eine überzeugende Leistung abliefern.

Fazit?
So macht Klassik Spaß!

Samstag, 25. Juli 2015

Schau mir in die Augen, Audrey - Sophie Kinsella



mp3 CD, gekürzt, Roman ab 12 Jahren, gelesen von Maria Koschny



Ein Jugendbuch, in dem es um psychische Erkrankungen geht und das Sophie Kinsella geschrieben hat - kann das gut gehen?
Ja, tut es, auch wenn sich die Autorin hier meiner Meinung nach etwas zu viel vorgenommen hat. Wobei ich darauf hinweisen möchte, dass das Hörbuch eine gekürzte Fassung ist und ich nicht beurteilen kann, was in der kompletten Version im Einzelnen mehr ist.

Ich finde, Spohie Kinsella versteht es, ein Tabu-Thema auf eine sehr lockere Art und Weise darzustellen. Und als normal. Denn machen wir uns nichts vor, Depressionen, Angststörungen, Borderline und Konsorten sind auf dem Vormarsch und je mehr die Allgemeinheit darüber weiß, umso besser - lustig fand ich die Stelle mit den Vorurteilen gegenüber Menschen mit bipolarer Störung.
Eingebunden in eine eher witzige Geschichte einer 14jährigen in einer durchschnittlichen, etwas abgedrehten Familie, birgt 'Schau mir in die Augen, Audrey' einen guten Blick hinter die Kulissen beziehungsweise in die Psyche einer Erkrankte mit den ganz typischen Phasen. Besonders beeidruckend fand ich die Darstellung der eher euphorischen Phasen, in der Audrey sogar ihre Tabletten absetzt. So etwas ist typisch und hier sehr gut in die Geschichte eingebunden.
Als 'Aufklärungswerk' gerade für Kinder und Jugendliche ist das Buch perfekt, gerade auch, weil es nicht düster-trocken aus einer 'Anstalt' berichtet, es auch nicht um Selbstmordgedanken geht und es einige Menschen gibt, die sich liebevoll um Audrey kümmern. Es geht also nicht um Scheitern, Verzweifeln und Trauer. Im Gegenteil um Hoffnung, Liebe und Mut. Das aber mit viel fundiertem Wissen.

Allerdings ist diese Geschichte deshalb auch nicht viel mehr als gute Unterhaltung und berührte mich nur wenig. Vielleicht auch, weil ich es mehr mit denen zu tun habe, die eben nicht 'aufgefangen' wurden. Aber ein Buch über psychische Erkrankungen muss ja auch nicht immer hochdramatisch und tieftraurig sein. Es reicht, wenn es aufklärt und unterhält.

Maria Koschny liest schwungvoll und einfühlsam und gibt dem Buch eine lebendige Stimme. Das macht Spaß und ist professionell.

Fazit?
Für Menschen ab 12 Jahren genau passend, für alle mit ähnlichen Erfahrungen mindestens unterhaltsam und in gewissem Sinne auch tröstlich. Und für Fans von Sophie Kinsella auf alle Fälle lesens- und hörenswert.

'Schau mir in die Augen, Audrey' ist bei cbj audio erschienen.

Freitag, 24. Juli 2015

Heimweh - Marc Raabe




Klappbroschur, Psychothriller



Dies ist zwar das dritte Buch von Marc Raabe, aber weder der dritte noch der zweite von irgendeiner Reihe. Und eine Fortsetzung fände ich persönlich auch völlig überflüssig. Nein, es ist einfach ein Thriller, der ganz für sich steht und absolut stimmig und rund ist.
Warum ich das schreibe? Weil irgendjemand meinte, es wäre eine Reihe.

Der Titel ist ein klein wenig irreführend, finde ich, weil es nach Glück und Zuhause klingt - und davon ist die Lebensgeschichte von Jesse nun wirkllich sehr weit entfernt. Netter Trick, den Leser zuerst auf eine falsche Spur zu schicken, und keine Angst, mit dieser Aussage habe ich überhaupt nichts verraten . Ist nur interessant, wenn der Titel so gar nichts mit dem Inhalt zu tun hat.

Aber nun zum Inhalt:
Was ist das für eine neue Sitte, den Leser erst einmal völlig zu verwirren? Ist wirklich nicht das erste Buch, dass mich zuerst völlig überfordert mit verschiedenen Zeitebenen und schrecklich vielen Personen. Muss das sein?
Natürlich dröselt sich das irgendwann auf und es geht einigermaßen 'gesittet' weiter, dann ergeben die Handlungsstränge auch Sinn und es macht Spaß, seine eigenen Schlussfolgerungen zu ziehen. Ja, wer aufpasst, vermutet schon recht schnell, was hier geschieht. Trotzdem bleibt 'Heimweh' spannend bis fast zur letzten Seite. Und der psychologische Anteil ist wirklich sehr interessant. Ich bin mir nicht sicher, ob ich das wirklich bis zum letzten Punkt nachvollziehen kann, zum Nachdenken regt es aber an.
Insgesamt ist die Geschichte auf alle Fälle stimmig und sehr spannend, nicht nur gegen Ende, auch, weil man als Leser sehr viel Raum für eigene Gedanken hat. Und damit ist das Buch auch erfrischend ungewöhnlich und hebt sich von den 08/15-Psychothrillern ab, von denen es meiner meinung nach schon viel zu viele gibt.

Stilistisch gibt es wenig zu meckern. Manche Begrifflichkeiten waren mir fremd, nein, nicht der süddeutsche Dialekt, der nur sehr sparsam eingesetzt wird, sondern einfach Redewendungen, die ich so nicht kenne. Gut finde ich das nicht, aber schlimm ist es auch nicht. Ansonsten lässt sich 'Heimweh' sehr gut lesen und die Erzählstränge sind gut durch die Überschriften einzuordnen.

Fazit?
Ein überzeugender Psychothriller, der den Leser ganz schön in Atem hält.

Ich danke bloggdeinbuch und dem Ullstein Verlag für das Rezensionsexemplar.
Bestellt werden kann es auch hier

Donnerstag, 23. Juli 2015

Girl on the train - Paula Hawkins



2 mp3 CDs, gekürzt, Thriller, gelesen von Britta Steffenhagen, Rike Schmid und Christiane Marx



'Girl on the train' ist auf den ersten Blick etwas verworren, finde ich, doch klärt sich das ganz gut im Laufe der Zeit. Hilfreich dabei sind die verschiedenen Perspektiven, im Hörbuch gut zu unterscheiden durch die drei Sprecherinnen, die mit ihren Stimmen gut die verschiedenen Charaktere darstellen und insgesamt eine sehr gute Leistung abliefern. So wird das Buch zum Hörgenuss ohne Einschränkung.

Und dieser Aufbau schlägt sich auch in der Handlung nieder, die sehr gut konstruiert ist, mit Rückblicken und der Unwissenheit der Protagonisten, sodass sich erst nach und nach die Wahrheit herauskristallisiert und Hörer/Leser oft genug auf eine falsche Spur geführt wird. Ich mag so etwas sehr gerne.
Auch sind die drei Frauen letztendlich stimmig und handeln gut nachvollziehbar, wobei keine von ihnen ein wirklicher Sympathieträger ist. Mit Rachel hatte ich allerdings oft genug Mitleid.
Die psychologischen Aspekte sind sehr gut dargestellt und machen Spaß und Spannung.

So hat 'Girl on the train' im Grunde alles, was ein Thriller braucht, allerdings kommt er meiner Meinung nach insgesamt sehr 'britisch' rüber, will heißen, es ist ein wenig ruhig. Richtig mitgerissen hat mich nur eine Nebenhandlung, der Showdown war eher langatmig und unspektakulär. Ja, ich weiß, der Vergleich hinkt, aber es hätte auch in einem Pfarrhaus stattfinden können. Doch will ich das Buch nicht schlecht machen, denn wer solide Unterhaltung mit dem einen und anderen Überraschungseffekt mag, der ist hier genau richtig. Wer auf kanllharte Action und Ekelszenen steht, eher nicht. Mitraten kann man jedenfalls genug und das ist nicht zu unterschätzen. Auch gefällt mir einfach das Konstrukt, die drei Frauen und ihre Perspektive. Stilistisch ist es einfach überzeugend, so richtig gut durchdacht und stimmig. Das nötigt mir immer Respekt ab.

Fazit?
Ein solider Thriller, der als Hörbuch sehr gut umgesetzt wurde.

'Girl on the train' ist bei random house audio erschienen.