Sonntag, 31. Januar 2016

Neuzugänge 04. KW 2016

Nach den letzten beiden Wochen ging es in dieser doch ein wenig ruhiger zu, was mir ganz gut gefallen hat. Zwar höre ich gerade am laufenden Band Hörbücher, aber mit gedruckten Büchern habe ich leider weiterhin meine Probleme. Aber ich arbeite daran!
Zumal es nächste Woche ganz anders aussehen wird, da ich meinen Wunschzettel ein wenig abgearbeitet habe! Dazu dann am nächsten Sonntag mehr!

Bloggdeinbuch hat mir dieses Buch aus dem Gulliver Verlag vermittelt:


Seltsamerweise kann ich mich nicht daran erinnern, es angefragt zu haben, allerdings habe ich das wohl schon vor einiger Zeit getan und bin momentan ein wenig schusselig.
Ein Grund mehr, derzeit keine weiteren Rezensionsexemplare anzunehmen, außer eventuell einer 'Kleinigkeit'.

Dann erreichte mich der erste Teil der Krimi-Reihe um Waechter, worüber ich mich sehr gefreut habe. Der zweite Teil hat mir ja schon gut gefallen, deshalb bin ich jetzt gespannt.


Und es kommt genau richtig, denn ich bin auch mit meinem letzten Hörbuch fast durch. Das war eine kleine klangliche Überraschung, aber das schreibe ich dann in der Rezension genauer.

Diese Woche war also eher überschaubar - jedenfalls an der Bücherfront.
Andere Dinge waren da anders gelagert und es wird demnächst wieder einen Planer-Samstag geben mit einem unpacking der besonderen Art. Wenn es denn da ist, das Paket. Und die anderen Dinge...

Wie dem euch sei, habt einen schönen Sonntag und natürlich allzeit gute Bücher!

Vor dem Abrund - Tom Finnek


audible, ungekürzt, historischer Roman, gelesen von Elmar Börger


'Vor dem Abgrund' ist ein solider historischer Roman.
Besonders spannend fand ich die Beschreibungen der Heilsarmee - ein Thema, mit dem ich mich noch nicht beschäftigt hatte. Es gab also eine Dinge, die ich hier 'lernen' konnte und die mir der Autor näher bringen konnte.
Dabei fehhlte es mir jedoch an dem gewissen Extra, dem Funken, der mich völlig in die Geschichte ziehen konnte. Sicherlich gibt es Momente, die spannend waren, aber das alles versinkt ein wenig in dem Gefühl, einfach zu viel verschiedene Schausplätze bedienen zu wollen.
Und es gab die eine oder andere Unstimmigkeit, die mich einfach gestört hat.

Elmar Börger liest mittelmäßig und ist an manchen Stellen einfach überfordert. Sicherlich keine große Katastrophe, aber doch nicht so, dass ich zufrieden war und entspannt zuhören konnte.

Fazit?
Durchaus solide, aber eben nicht vollkommen überzeugend!

Ab in die Kiste - Kathy Benjamin


Broschur, Humor, Sachbuch


Wer es makaber und informativ mag, der ist mit 'Ab in die Kiste' richtig gut bedient, quasi ein Rumd-um-Wohlfühl-Paket.
Neben sehr vielen Informationen zu Bestattungsriten und deren Irrungen, wird er Text durch kleinen Zeichnungen und Zitate rund um den Tod und das Sterben aufgelockert, sodass trotz des ernsten Themas eher gute Laune verbreitet wird, wenn auch zuweilen nach dem Motto 'gut, dass ich nicht weiß, was nach meinem Tod mit mir geschieht'. Ja, die Menschheit hat sich schon ein paar seltsame Riten ausgedacht und deren Variationen sind mannigfaltig.

Der Text liest sich einfach locker-flockig und bietet viele Fakten, die man leider zu schnell wieder vergisst. Es ist also durchaus möglich, das Buch immer mal wieder zur Hand zu nehmen und erneut zu lesen oder wenigsten durchzublättern. Die erwähnten Zitate sind durchweg von einem hohen Niveau, also etwas, das man sich gut abschreiben kann. Dabei wird es nie richtig 'ernst', im Gegentewil, Kathy Benjamin versteht es sehr gut, Trauer und Traurigkeit zu umgehen und das Thema so humorvoll darzustellen, wie es nur möglich ist. Also weniger etwas, was Albträume verursacht, sondern eher kurzweilige Unterhaltung. Das mag so manchen stören, der sich ernsthaft mit der Thematik beschäftigt. Mir hat das aber sehr gut gefallen. Auch, weil die Autorin einen sehr flapsigen Stil bevorzugt, der verhindert, allzu 'betroffen' zu sein. Schließlich ist es wie es ist und ändern kann man als 'Betroffener' daran wenig. Nur an wenigen Stellen wird es ernst, im Sinne von hier wird es pietätlos und soll als warnendes Beispiel dienen. So weist Kathy Benlamin zum Beispiel explizit auf den Umgang mit der 'Affenfrau' hin und findet genau die richtigen Worte. Hier geht es alos weniger um das Lachen um des Lachens willen, sondern um Feingefühl.

Fazit?
Unterhaltsames rund um die Beerdigung mit genau dem richtigen Gefühl für die Umstände.

Im Reich der Pubertiere - Jan Weiler


2 CDs, Live-Mitschnitte der Lesung des Autors


Bei vielen Hörbüchern ist es völlig egal, wo und wann man sie hört. Man hat seine Mimik im Griff und die Geräusche, die aus dem eigenen Mund kommen sowieso. So ist auch gar nicht ersichtlich, was man gerade hört, es könnte auch Musik sein. Klassik oder so.

'Im Reich der Pubertiere' sollte man jedoch eher nicht in der Öffentlichkeit hören.
Ehrlich nicht!
Abgesehen vom Dauergrinsen kann es nämlich zu spontanen Lachanfällen kommen - und sogar zu Tränen!
Ich habe die CDs bei der Arbeit gehört und wurde prompt gefragt, ob mit mir alles in Ordnung sei.
War es und ich hatte so richtig gute Laune.

Jan Weiler erzählt mit Hingabe aus seinem Familienalltag, und auch, wenn man keine Pubertiere zuhause hat, irgendwann war man das ja nun auch selbst. Dabei weiß er seine Worte sehr schön zu setzen, spielt mit der Sprache und hat einen sehr guten Blick für Details, sodass man quasi mittendrin ist im 'Versuchsaufbau'. Und so richtig Lust auf eine Live-Lesung bekommt. Gute Unterhaltung ist garantiert.

Der einzige Minuspunkt dieses Hörbuchs ist die Länge beziehungsweise die Kürze. Ja, es ist zu kurz, ich jedenfalls könnte da noch stundenlang zuhören - wenn auch nicht bei der Arbeit, wohl doch eher zuhause.
Denn der Humor nutzt sich nicht so schnell ab, wie es bei anderen der Fall ist, auch, weil Jan Weiler stilistisch sehr viel zu bieten hat. Da ist nichts plump oder seicht, im Gegenteil.

Und alleine für die Geschichte mit der 'Telefonseelsorge' lohnt es sich. Ich hoffe, sie hat wirklich so stattgefunden!

Fazit?
Humorvoll und richtig, richtig gut!

'Im Reich der Pubertiere' ist in Der Hörverlag erschienen.



Der Sündenfall von Wilmslow - David Lagercrantz


2 mp3 CDs, gekürzt, Belletristik, gelesen von Devid Striesow


Ein beeindruckendes Buch!
Ja, das ist das erste, was mir zu 'Der Sündenfall von Wilmslow' einfällt.
Warum?

Zum einen, weil David Lagercrantz mit viel Gefühl für Stil ein Bild des englischen Jahres 1954 zeichnet, das feinsinnig und fundiert ist. Ohne zu verurteilen gelingt es ihm, die Protagonisten entdecken zu lassen, was rund um und mit der Person Alan Turing geschah. Im übrigen ein Mensch, dem so noch einmal und für ein eher allgemeines Publikum Ehre gezollt wird.
Denn ganz ohne Zweifel ein Genie, wird er zum Opfer einer bigotten Gesellschaft.

Der Stil von David Lagercrantz hat mir bereits in 'Verschwörung' sehr gut gefallen, und auch in 'Der Sündenfall von Wilmslow' gelingt es ihm, mich zu überzeugen. Nicht gestelzt, sondern flüssig auf hohem Niveau gelingt es ihm, die Vergangenheit lebendig werden zu lassen und Mitgefühl, Entsetzen und Staunen beim Hörer beziehungsweise Leser auszulösen. Dabei versteigt er sich nicht in endlosen Beschreibungen, sondern findet genau den Weg, um in keiner Sekunde zu langweilen. Und gibt seinem Publikum genau die Informationen, die das Kopfkino in Schwung halten und einen eintauchen lassen in diese Zeit - und auch noch in die des 2. Weltkrieges. Und wie nebenbei erfährt man jede Menge über die Anfänge des Computers - übrigens ohne die Erwähnung von Konrad Zuse, was ich sehr schade finde.

Zum anderen beeindruckt mich, dass der skandinavische Autor ganz genau den britischen 'Tonfall' getroffen hat, wie ich finde. Vielleicht sind diese beiden 'Länder' nicht sehr unterschiedlich, wenn es um den allgemeinen Ausdruck geht, doch meine ich, immer einen kleinen Unterschied spüren zu können, wenn es um Autor und Herkunftsland geht. Hier war das definitiv nicht der Fall und ich denke, David Lagercrantz ist einfach ein Autor, der sich vollständig in seine Protagonisten und deren Umfeld reindenken kann. Und es auch vollständig umsetzt.

Devid Striesow liest wunderbar. Einfühlsam versteht er es, der ganzen Geschichte sehr viel Charakter zu geben, ohne dabei aufdringlich zu sein. Seine schauspielerischen Leistungen, die er einigen Charakteren angedeien lässt, fallen mir nicht negativ auf, im Gegenteil geben sie der Lesung einen gewissen Charme. Ein Sprecher also, von dem ich mir mehr Hörbücher wünsche.

Fazit?
Ein rundum gelungenes Hörbuch, das historische Ereignisse verständlich darstellt, ohne an Niveau zu verlieren.

'Der Sündenfall von Wilmslow' ist bei Random House Audio erschienen.


Wer sich für die Ereignisse rund um die Enigma-Decodierung und eine Menge mehr über Codes und so weiter interessiert, der ist mit diesem Buch sicherlich gut bedient:

Sonntag, 24. Januar 2016

Neuzugänge 03. KW 2016

Puh, das war eine Woche!

Leider befinde ich mich auch weiterhin in einer leichten Leseflaute, was mich aber nicht davon abhielt, ein paar Bücher bei mir einziehen zu lassen. Ist halt manchmal so.


Ja, ich versuche es mal wieder mit dieser Art von Buch.
Dazu gab es übrigens den Promo-Bleistift mit Krone, eine Zugabe, über die ich mich sehr gefreut habe.

Und ja, ich versuche mich mal wieder an einem Klassiker:


Das Buch habe ich in meiner Jugend geliebt, ähnlich wie 'Sturmhöhe', und finde die Hörspiel-Adaption sehr interessant.

Da mir das Thema auf den Nägeln brennt und ich es vertiefen möchte, habe ich mir diese drei Bücher gekauft:




'Nachkriegskinder' hat jetzt nicht sehr viel mit mir zu tun, aber mit einem guten Freund, dem ich es erst einmal in die Hand gedrückt habe.

Und weil das Leben nicht aus Blicke in die Vergangenheit und anderen eher frustrierenden Dingen besteht, habe ich mir noch dieses Buch gegönnt:


Das werde ich natürlich nicht 'lesen', sondern zum filofaxing und so benutzen. Mir gefallen die Bilder und Zitate sehr und das Zerschneiden ist nun auch keine große Aktion, da es eine Heftbindung hat. Ja, manchmal wird ein Buch auch einfach in seine Einzelteile zerlegt.

Und als ich gestern mit meinem Hund unterwegs war, traf ich eine Nachbarin, die gerade ein paar Bücher aussortiert hatte. Die gute Frau liest ihre Bücher tatsächlich mehr als ein Mal und gibt sie dann ab.
Sie hat mir dieses hier geschenkt:


Das ist eines von diesen Büchern, die einem ständig begegnen, zu denen man aber nicht unbedingt in Euphorie ausbricht. Nun habe ich es und werde es irgendwann lesen.
Wenn ich endlich aus meiner Leseflaute raus bin und die Rezensionsexemplare abgearbeitet sind!
Und mir nach was unkomplizierten ist.

Noch ein paar Worte zu meinem Bewertungssystem, das ich ein wenig modifiziert habe:

Letztes Jahr habe ich die Bücher grundsätzlich sehr viel positiver bewertet, wodurch ich irgendwann keinen Spielraum mehr hatte.
Ab dem 1. Januar werde ich Bücher und Hörbücher nur noch dann mit 5 Lesesmilies (entspricht 5 Sternen) bewerten, wenn sie mich emotional stark berühren und ich so in die Geschichte eintauche, dass ich quasi atemlos bin.
Das bedeutet, dass ich Bücher, die einfach nur sehr gut sind, dieser letzte Kick aber fehlt, mit 4 Lesesmilies bewerte. Diese Bücher sind dann durchaus lesens- bzw. hörenswert, wie ich betonen möchte. Es geht mir nur um die Differenzierung zwischen 'umwerfend' und 'richtig gut'. Ich denke, das ist nachvollziehbar.



Habt eine schöne Zeit und wie immer: allzeit gute Bücher!

Moorfeuer - Nicole Neubauer


2 mp3 CDs, gekürzt, Krimi, gelesen von Richard Barenberg


Dies ist der zweite Teil um Kommissar Waechter und sein Team, den ersten Teil kenne ich leider nicht, der Einstieg verlief aber unproblematisch.

Fasziniert haben mich die Charaktere des Ermittlerteams, die mich sehr an eher in Skandinavien angesiedelte Krimis und Thriller erinnert haben. Das hat mir sehr gut gefallen und da habe ich der Autorin auch verziehen, dass der 'Täter' für mich schon ziemlich bald feststand. Die Privatgeschichten sind allemal interessant und auch spannend anzuhören. Auch wenn es sich hier äußerlich um Stereotypen handeln könnte, gelingt es Nicole Neubauer doch, Charakterköpfe zu schaffen, von denen ich durchaus mehr erfahren möchte. Allen voran der 'Hüter des Schweigens', wobei ich vermute, hier im ersten Teil mehr erfahren zu können.
Auch Waechter ist eine Person, die ein wenig mit der Kommissar-Tradition bricht und dadurch sehr menschlich wirkt. Gescheiterte Existenz gibt es in der Krimiwelt genug, doch er hat da ein paar völlig neue Aspekte, die mich für ihn einnehmen.

Die Geschichte selbst bietet einiges an Schrecken und historischen Details, die ich interessant fand, auch, weil sie zeigt, dass das ach so finstere 'Mittelalter' gar nicht so fern ist, wie wir uns das gerne einbilden. Interessanter Ansatz für eine Geschichte, die auf den ersten Blick wie ein eher durchschnittlicher Krimi wirkt. Damit hebt sich 'Moorfeuer' mehr als angenehm von dem Regionalkrimi-Einheitsbrei ab und fesselt den Hörer schon ganz schön.

Richard Barenberg liest mit Charme, anders kann ich es nicht ausdrücken. Wunderbar fand ich den dezenten Dialekt, den er für einige Protagonisten bereithält und sie damit mit einem ganz eigenen Charakter ausstattet. Ansonsten liest er unaufdringlich, immer aber sehr gut und ohne Ecken und Kanten, über die man stolpern könnte. Das hat mir sehr gut gefallen.

Fazit?
Ein Krimi, der Lust auf mehr macht!



'Moorfeuer' ist bei Random House Audio erschienen.